Gravierende Mängel beheben

Das schützenswerte Schulhaus Burghalde 1 wird nebst der Villa Burghalde das neue Badener Sekundarstufenzentrum dominieren.

Das schützenswerte Schulhaus Burghalde 1 soll behutsam saniert werden. (Bild: pg)

von
Peter Graf

08. Oktober 2019
14:00

Das Schulareal Burghalde wird bis Sommer 2021 zum neuen Sekundarstufenzentrum (SSZ) erweitert. Nebst der bedeutenden, im Jahre 1904 entstandenen Villa Burghalde wird der Gesamteindruck auch durch das ebenfalls unter Schutz stehende Schulhaus Burghalde massgeblich geprägt. Das architektonisch wertvolle Gebäude von Otto Dorer ist 90 Jahre alt.

Ziel ist eine behutsame und dem Original entsprechende Sanierung der Räume und Gebäudehülle sowie ein respektvoller Umgang mit der Originalsubstanz von 1930. In den Gesamtkosten von 105'350'000 Franken sind nur die Massnahmen eingerechnet, welche für die Umsetzung des Raumprogramms erforderlich sind. Für die darüberhinausgehenden Unterhaltsmassnahmen an der Burghalde 1 hat der Einwohnerrat im August 2017 einen Projektierungs- und Baukredit von 8,123 Millionen Franken genehmigt. 

Nach diesem Beschluss durch den Einwohnerrat musste im Herbst 2017 festgestellt werden, dass sich im Bereich des Turmes Teile des Fassadenverputzes am Schulhaus Burghalde 1 lösten. Dabei zeigte sich, dass die verdeckten Mängel gravierend sind und eine Betonsanierung und damit auch den Ersatz des gesamten Verputzes notwendig machen.

Die Höhe der Kosten und der daraus resultierenden Höhe des Honorars für die Sanierung liess die direkte Auftragserteilung an das für das Projekt SSZ verantwortliche Architekturbüro nicht zu. Dieses erarbeitete das Vorprojekt, da der Kredit für die Sanierung zugleich mit dem Baukredit für das SSZ dem Einwohnerrat und dem Souverän zur Genehmigung vorgelegt werden sollte. Bedingt durch die Vorgaben des Submissionsdekretes musste für die restlichen Leistungen wie Bauprojekt, Bewilligungsverfahren und Realisierung ein Planungsverfahren durch­geführt werden, welches im Dezember 2018 zur Auftragsvergabe führte. 

 

Sinnvolle Schnittstellen­verschiebung

Im Januar 2018 kamen die beteiligten Partner zum Schluss, dass diese Aufteilung in der weiteren Planung, aber insbesondere in der Realisierung aufgrund der vielen Schnittstellenerklärungen zu entsprechendem Mehraufwand führt und in der Projekt­abwicklung nicht sinnvoll ist. Aus diesem Grund sollen die Massnahmen zur Erfüllung des Raumprogramms vom Projekt SSZ in das Projekt Sanierung Burghalde 1 verschoben werden. 

Mittlerweile sind die Schnittstellenbereinigung und die Anpassung der Kosten abgeschlossen. Die neue Verteilung der Gesamtkosten ist im Vergleich zu den ursprünglich genehmigten Krediten kostenneutral. Die Kostenverschiebung wird dem Einwohnerrat zur Kenntnis vorgelegt.

 

Unvorhersehbare Fassaden­sanierung

Der genaue Umfang der Betonsa­nierung, so wird festgehalten, kann erst nach dem Abtragen des Deck- und Grundputzes definiert werden. In dem im offenen Verfahren nach GATT/WTO ausgeschriebenen Verfahren wurde seitens der Unternehmer eine Annahme getroffen, und so sind allfällige Mehrleistungen in der Position Reserve berücksichtigt. 

Ob und wie viel vom Naturstein­sockel ersetzt werden muss, wird erst während der Arbeitsausführungen ersichtlich. Entsprechend wurde gegenüber den bei Betonsanierungen und Natursteinarbeiten üblichen 15 Prozent in der Position «Reserve» auch mehr Geld eingestellt. 

Nachdem im Rahmen der Sanierungsarbeiten von 1998 die Fenster an der Turnhalle und im Singsaal nicht ersetzt wurden, sollen nun die Holzfenster durch Holz-Metall-Fenster ersetzt werden. Dies vorab vor dem Hintergrund, dass die Fensterleibungen im Rahmen der Fassadensanierung neu verputzt werden. Um gleichzeitig das Raumklima in der Turnhalle zu verbessern, soll ein aussen liegender Sonnenschutz angebracht werden. 

Der Einwohnerrat wird an seiner Sitzung vom 22. Oktober über einen Zusatzkredit von 1,756 Millionen Franken für die Beton- und Fassaden­sanierung zu befinden haben.

 

Einwohnerratssitzung
Dienstag und Mittwoch
22./23. Oktober, 19 Uhr
Aula Schulhaus Pfaffenchappe, Baden

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