Grusswort des Gemeindeammanns

Der Ehrendinger Gemeindeammann Urs Burkhard richtet sein 1.-August-Grusswort an die Bevölkerung.

Urs Burkhard, Gemeindeammann (Bild: zVg)

von
Urs Burkhard

30. Juli 2020
11:40

Liebe Ehrendingerinnen,
liebe Ehrendinger

Ganz von Covid-19 bestimmt, findet die diesjährige 1.-August-Feier in einem einfachen Rahmen statt. Es ist dem Gemeinderat auch in dieser fremdbestimmten Zeit ein Anliegen, mit der Bevölkerung in persönlichem Kontakt zu sein, gerade an einem so wichtigen Tag wie unserem Nationalfeiertag. 

Erinnern wir uns an die Geschichte unseres Nationalfeiertages. Nicht eine Person allein stellte sich gegen die ernst zu nehmende Gefahr, die unsere Freiheit beschränken und unseren Alltag bestimmen wollte. Es fand sich eine Gemeinschaft, die sich geeint gegen Einschränkungen und Vorschriften stemmte. Diese Menschen hatten Erfolg damit, indem sie gemeinsam für etwas kämpften, für den Nachbarn einstanden, Verantwortung übernahmen für sich und, sehr wichtig, auch für andere. So konnten Ängste abgeschwächt und einander Mut und Hoffnung zugesprochen werden. 

Denn jeder von uns hat Ängste in sich. Angst, nach draussen zu gehen wegen einer möglichen Ansteckung, Angst, Lift zu fahren wegen der engen Kabinen, Angst, in die Schule zu gehen und gemobbt zu werden, Angst, nachts nach draussen zu gehen, Angst, den Job zu verlieren ... Die Liste der Ängste ist endlos. Wir müssen diese Ängste ernst nehmen, denn Ängste sind gefühlte Bedrohungen. Es ist dabei wichtig, wenn wir diese Bedrohungen erkennen, dass wir sie wahrnehmen. 

Es ist aber ebenso wichtig, dass wir diese Bedrohungen nicht überbewerten, sondern diese sachlich und gelassen angehen, analysieren und entsprechende Massnahmen ergreifen und nicht in einen unkontrollierten Aktionismus verfallen. Dies gilt sowohl auf Bundesebene, auf Kantonsebene und sowieso auf Gemeindeebene. 

Ich glaube, dass dieser sachliche und gelassene Analyseprozess bei Covid-19 auf allen Ebenen sehr gut funktioniert hat. Auch wenn einzelne Massnahmen im ersten Moment nicht immer sachlogisch nachvollziehbar waren. Ich bin mir auch sicher, dass wir auf Gemeindeebene die richtigen Entscheidungen getroffen haben und nicht in einen blinden Aktionismus verfallen sind. Sei dies bei der Beurteilung zur Durchführung diverser Veranstaltungen und Anlässe oder auch bei künftigen politischen Geschäften, welche demnächst als Vorlagen bei Ihnen zur Abstimmung gelangen.

Es ist uns ein Anliegen, diese verbindenden gesellschaftlichen Zusammenkünfte nachzuholen und gebührend zu feiern. Wir haben nur Erfolg, wenn wir alle gemeinsam für etwas einstehen, uns für eine Sache gemeinsam stark machen. In diesem Sinne freut sich der Gemeinderat wie alle Jahre, dieses Mal leider nur im kleinen Rahmen, Ihnen eine 1.-August–Wurst mit zugehörigem Getränk zu überreichen und mit Ihnen gemeinsam für unsere Anliegen einzustehen, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir freuen uns auf Sie.

Ich wünsche Ihnen ein frohes 1.-August-Fest und freue mich, wenn ich Sie auf dem Kiesplatz im Oberdorf begrüssen darf.

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