Heisser Brunnen für Baden

Die Bäderstadt hat eine 2000-jährige Geschichte. Mit dem «Heissen Brunnen» kann nun ein weiteres Kapitel geschrieben werden.

So soll der «Heisse Brunne» in Baden in Zukunft aussehen (Visualisierung: zVg/Verein Bagni Popolari, Baden)

von
Peter Graf

06. Februar 2019
09:00

Als römische Legionäre vor rund 2000 Jahren im Limmatknie heisse Quellen entdeckten, entstand die römische Siedlung Aquae Helveticae. Dem rund 47 Grad warmen Thermalwasser wurde eine heilende Wirkung zugesprochen. Im Mittelalter wurde Baden zum berühmtesten Bäderort im deutschsprachigen Europa. Eine Fahrt zur Kur nach Baden, eine sogenannte «Badenfahrt», gehörte zum gutbürgerlichen Leben dazu. Mit der Schliessung des Thermalbades 2012 verlor die Badekultur an Bedeutung. Auf den stetigen Besucherrückgang folgte im April 2018 der Startschuss für den Bau des neuen öffentlichen Thermalbads von Stararchitekt Mario Botta. In den vergangenen Jahren begann der Verein Bagni Popolari, improvisierte Thermalbecken und Thermalwasser führende Installationen zu pflegen. Diese thematisieren das natürliche Vorkommen und den unentgeltlichen Genuss des naturreinen Quellwassers. Die Brunnen sind beliebte Treffpunkte und stellen Kultur und Geselligkeit ins Zentrum. Das grosse ehrenamtliche Engagement wurde im Einwohnerrat Baden durch die Fraktionen gelobt und gewürdigt.

 

Unterhalt ist aufwendig

Die Ortsbürgergemeinde bekundete grosses Interesse und die Bereitschaft, Thermalwasser dauerhaft für einen öffentlich nutzbaren Brunnen im Bäderquartier zur Verfügung zu stellen. Dieses Interesse wurde mit der Genehmigung eines Verpflichtungskredites von 670'000 Franken im vergangenen Dezember durch die Ortsbürgerversammlung unterstrichen. Der Ortsbürgergemeinde wird von allen Seiten gedankt und attestiert, dass mit dem «Heissen Brunnen» ein aussergewöhnliches Angebot geschaffen wird, welches hinsichtlich seiner Wirkung zur Stärkung und Wiederbelebung der Bäder sowie der öffentlichen Zugänglichkeit des Badener Thermalwassers Angebot beiträgt. Durch verschiedene Votanten wurden die geschätzten, jährlich wiederkehrenden Unterhalts- und Betriebskosten für den «Heissen Brunnen» von 76'500 Franken zulasten der laufenden Rechnung als zu hoch bezeichnet. Durch fundierte Aussagen und das Versprechen, diese Kosten nochmals einer Prüfung zu unterziehen, vermochte Stadtammann Markus Schneider (CVP) den Rat zu überzeugen. Mit 42 Ja zu vier Nein wurde dem Antrag zugestimmt. Diskutiert wurde auch über die Notwendigkeit einer Umkleidekabine mit Dusche und Toiletten. Der Stadtrat hat das Anliegen zur Prüfung entgegengenommen. 

   

Ja zum Brown-Boveri-Platz

Im Oktober 2013 hatte der Stadtrat nach einer kontroversen Diskussion und einem Rückweisungsantrag die Baukreditvorlage für die Neugestaltung des Brown-Boveri-Platzes zurückgezogen. Daraufhin wurde das Projekt überarbeitet, was zu einer Kostenreduktion von einer halben Million Franken führte. Das Baugesuch für das Hochhaus Ost und die dazugehörende Tiefgarage mit 498 Parkplätzen unter dem Brown-Boveri-Platz ist rechtskräftig bewilligt. Der Kreditantrag von brutto 4,7 Millionen Franken für einem künftigen Veranstaltungsplatz für Anlässe bis 2000 Personen gab im Einwohnerrat einiges zu reden. Aus der Vorlage ging jedoch klar hervor, dass die Kosten für die Neugestaltung gemäss öffentlich-rechtlichem Vertrag zwischen ABB Immobilien AG und der Stadt Baden aufzuteilen sind. Nebst dem Nettoanteil von rund 3 Millionen Franken wird die jährlich wiederkehrende Investitionsfolgekosten von 242'560 Franken nach sich ziehen. Beide Anträge wurden grossmehrheitlich genehmigt. Eng verbunden mit der Platzgestaltung ist auch eine Verbesserung der Querung der stark befahrenen Haselstrasse durch die Fussgänger. Durch einen Zusatzantrag von Martin Groves (SP) konnte eine erneute Rückweisung abgewendet werden. Dieser sieht vor, dass die Querungsmöglichkeiten für den Fussverkehr über die Haselstrasse inklusive der Güterstras­se genau zu analysieren, den Variantenfächer mit denkbaren Lösungen zu öffnen, die Bestvariante zu erarbeiten und bei der Platzgestaltung zu berücksichtigen ist. Diesem Antrag, dessen Kosten für die Planung zulasten des vorliegenden Kredites gehen, wurde zugestimmt.

Weitere Themen der Einwohnerratssitzung Baden finden Sie in der Printausgabe der Rundschau Süd vom 7. Januar 2019.

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