Heizen und Abkühlen mit Holz

Ursprünglich war dieses Jahr kein Waldumgang geplant. Wegen Corona wurde umdisponiert. Thema des Ausflugs war Holzenergie.

Der Häcksler füllt die Holzschnitzel direkt in den Lastwagen ab. Innert einer halben Stunde ist dieser voll. (Bild: af)

16. September 2020
15:34

Gemeinderat Markus Frauchiger konnte am vergangenen Samstag rund fünfzig Interessierte zum Waldumgang begrüssen. Dann übergab er das Wort an Felix Stauber, Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebes Studenland. Gleich zu Beginn wurde den Anwesenden demonstriert, wie Baumstämme gehäckselt und anschliessend direkt in einen Lastwagen der Killer Forst AG gefüllt werden. Dies geht derart zügig vor sich, dass der Lastwagen innert maximal einer halben Stunde voll ist. Aus einem Kubikmeter festem Holz werden so 2,8 Kubikmeter Holzschnitzel. 


Heizölverbrauch massiv gesenkt
Diese werden an verschiedene Orte transportiert. Unter anderem werden damit in Ehrendingen die Schulanlagen sowie das Gemeindehaus beheizt. Weitere Abnehmer sind die Bucher Guyer AG, die später noch besichtigt wurde, sowie eine Firma in Bad Zurzach. Während die Schnitzel für den Abnehmer in Bad Zurzach möglichst frisch sein müssen, also eine Restfeuchtigkeit aufweisen müssen, benötigt die Bucher Guyer trockenes Material. Dank der Verwendung von Holzschnitzeln konnte Bucher Guyer den Ölverbrauch von einer Million Litern auf 270 000 Liter pro Jahr senken.

Der Forstbetrieb Studenland ist neben Ehrendingen auch für die Gemeinden Schneisingen, Bad Zurzach, Mellikon und Siglistorf tätig. Das führt dazu, dass er mehrere Forstwerkhöfe zur Verfügung hat. Dies habe durchaus Vorteile, erklärte Stauber: In einem Forstwerkhof könne man ungestört am Holz arbeiten, ohne alles gleich aufräumen zu müssen.

Die Waldumgänger besichtigten nur den Forstwerkhof in Schneisingen, wo die meisten Gerätschaften verstaut sind. Dort holte Stauber zum Thema Klimawandel aus. Gemäss Stauber ist seit 1980 die Durchschnittstemperatur um ein bis zwei Grad gestiegen. Dies würden ältere Generationen noch bemerken, jüngere hingegen nähmen es gar nicht wahr, da sie die kälteren Temperaturen nicht erlebt hätten.


Nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes
Da bereits seit der Industrialisierung laufend Kohlendioxid verbraucht wird, steigt der Gehalt in der Atmosphäre. Stauber sagte dazu: «Es macht keinen Unterschied beim CO2-Ausstoss, ob wir Gas, Kohle oder Öl verbrennen.» Holzschnitzel sind eine nachhaltige Alternative zu den fossilen Brennstoffen, da der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Konkret heisst das, man entnimmt dem Wald nur so viel Holz, wie auch jedes Jahr wieder nachwächst. Man könne aber, selbst wenn man jetzt alles umstelle, nicht erwarten, dass die Kohlen-
dioxid-Emissionen sofort verschwinden. «Das würde mehrere Jahre dauern», stellte Stauber klar.

Am letzten offiziellen Posten verlor Stauber noch ein paar Worte über den Forstbetrieb Studenland. Derzeit bilden sich einige seiner Angestellten zum Förster weiter oder haben eine Weiterbildung gerade abgeschlossen. Zudem werden immer ein bis drei Lehrlinge ausgebildet. Zurück am Ausgangspunkt im Schladwald, wurde in einem Wettbewerb geprüft, wer gut beim Waldumgang aufgepasst hatte und über ein gutes Zahlengedächtnis verfügt. Für die drei Besten gab es Geschenkkörbe.

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