Hotelier macht einen Neuanfang

Mit neuem Konzept startet Hotelier und Koch Christian Schübert aus Ehrendingen im Februar im «Bären» Veltheim. Für ihn bieten Krisen auch Chancen.

Christian Schübert führt seit 2013 das Hotel Glärnischhof in Zürich als Direktor. Nun macht er den Schritt zurück in die Gastronomie. (Bild: zVg)

13. Januar 2021
11:00

Die Corona-Krise setzt der Gastronomie enorm zu. Aktuell sind die Restaurants geschlossen, wie es weitergeht, war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch offen. Trotz der Ungewissheit hat sich Christian Schübert aus Ehrendingen entschieden, das Gasthaus Bären in Veltheim zu übernehmen. «Ein Glücksfall», sagt Yvonne Berglund, Vorstandsmitglied der Bären-Genossenschaft. «Wir sind sehr glücklich, in der Krise einen motivierten Pächter gefunden zu haben, und freuen uns auf die Zusammenarbeit», fügt sie an. Denn nach der Kündigung von Yvonne und Stephan Haarbach im Herbst nach etwas mehr als einem Jahr schien es schwierig, gleich einen Nachfolger zu finden. Das Pächterpaar hatte aus gesundheitlichen Gründen, aber auch wegen der Corona-Krise aufgehört.

 

Back to the roots

Schübert lebt mit seiner Familie seit dreieinhalb Jahren in Ehrendingen. Bereits 2007 war er aus dem deutschen Frankenland in die Schweiz eingewandert. Zwei Jahre später lernte er in Leukerbad seine spätere Frau Maren, gelernte Hotelfachfrau,
kennen. Seine berufliche Laufbahn begann 1999 als Koch. Danach absolvierte er die Hotelfachausbildung
sowie diverse Zusatz- und Weiterbildungen. 2010 übernahm er seinen ersten Direktionsposten in Wengen, drei Saisons später das Hotel Glärnischhof in Zürich mit zwei Restaurants und einer Bar. «Das letzte Jahr hat unsere Branche bis ins Mark getroffen. Seit Mitte März steht unser Business quasi still», erzählt Christian Schübert. Doch für ihn seien Krisen und Rückschläge auch eine Chance für Neues. Der Mut, eingefahrene Strukturen aufzubrechen und neue Risiken einzugehen, hätte ihn schon in seiner Jugend geprägt. So habe er bereits im Sommer angefangen zu überlegen, was zu tun sei, um so gut wie möglich aus dieser Krise herauszukommen. 

Da die Hotelbranche – gerade in Zürich – kurzfristig nicht zu ändern sei, habe er sich wieder auf seine Wurzeln besonnen und sich komplett auf die Restauration konzentriert. «Nach einem Besuch im ‹Bären› habe ich mich direkt in das Restaurant verliebt», so Schübert. Er ist überzeugt, dass dies die optimale Ausgangslage für einen Neuanfang ist. Die Lage erlaube es der Familie, nicht umziehen zu müssen, und die Verbundenheit zur Region bleibe bestehen. 

 

Die Dreifaltigkeit des guten Geschmacks

In der Zwischenzeit ist das Konzept ausgereift, und Schübert präsentiert es unter dem Namen «Trinity». Er versteht darunter die Dreifaltigkeit des guten Geschmacks. «Unsere Königsdisziplinen sind echte Wiener Schnitzel, Schweizer Cordon bleus und, als Alleskönner, vielfältige Burger-Variationen», verrät Schübert. Ausserdem bietet er «Trinity» auch vegan an. Der Pächter setzt auf nachhaltige und regionale Produkte. Wertvolle Kontakte konnte Schübert als Festwirt im OK des Ehrendinger Dorffestes «Eh! Viva» knüpfen, das im September stattfinden soll. Ausgewählte Spirituosen wird er von Christian Gränachers «Harässli» beziehen, der «mittlerweile auch ein Freund geworden ist». Müller Bräu aus Baden bleibt Bierlieferant des Restaurants. Die offizielle Eröffnung des Restaurant Bären ist auf Ende Februar geplant. «Ich freue mich sehr darauf und glaube daran, dass es funktioniert», ist der 42-Jährige überzeugt. Ab Anfang Februar plant das «Bären»-Team, mit einem Take-away (Fensterverkauf) und einem kontaktlosen Lieferservice «soft» zu starten. 

Das traditionsreiche Gasthaus Bären in Veltheim wurde 1757 erbaut. (Bild: cl)
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