«Ich gebe immer 150 Prozent»

Das Argovia Fäscht 2018 überzeugte mit hochkarätigen Acts: unter ihnen Mundart-Künstler Marco Bliggens­dorfer alias Bligg.

Bligg bei seinem Auftritt am Argovia Fäscht
Bligg bei seinem Auftritt am Argovia Fäscht (Bilder: sit)

von
Saskia Iten

11. Juni 2018
17:25

Argovia Fäscht 2018 – die #partyvomjahr

40 000 Party-Gäste besuchten am vergangenen Wochenende das Argovia Fäscht auf dem aargauischen Birrfeld. Zum 20-Jahr-Jubiläum organisierte Radio Argovia ein Programm mit hochkarätigen Acts: Nebst den Schweizer Musikern Bligg, Hecht und Nickless versetzten auch internationale Grössen wie John Newman, Alma, Ofenbach und SPD die Partygäste in Feierlaune. Nach dem regnerischen Auftakt am Beizlifest, das traditionellerweise am Freitagabend stattfindet, zeigte sich das Wetter am Samstag mit sommerlichen Temperaturen und sorgte für einen gelungenen Auftakt in die Festival-Saison 2018. 

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Bligg, in Ihrer aktuellen Single «Us Mänsch» sinnieren Sie über die Rollen, die Sie im Leben spielen. Welche Rolle ist es am Argovia Fäscht 2018?

Bligg: Das sind keine Rollen, die ich spiele, sondern Rollen, die ich bin. Heute ist es ganz klar die Rolle von Bligg dem Künstler, der bekannt ist für fulminante Live-Shows.

 

In Ihrem aktuellen Album ist der geborene Showman für einmal völlig nachdenklich – was hat Sie inspiriert?

Der Mensch ist ein sehr emotionales Thema. Für mich sind Songs wie ein Gemälde: Man kann ein trauriges Gemälde malen, aber auch ein fröhliches. Als Künstler bin ich immer Transporter einer Stimmung oder eines Zustandes. Auch ich bin nur ein Mensch und erlebe Situationen, die nicht rund laufen. In solch einem Moment schreibe ich eher einen traurigen Song – in der Hoffnung, dass sich die Leute darin wiedererkennen.

 

Was ist Ihnen an einem Song wichtiger: Melodie oder Text?

Ich stehe auf Wortspiele und erzähle gerne Geschichten – aber die Melodie steht für mich im Vordergrund. 

 

Heute stehen Sie zum ersten Mal mit Ihren Songs aus dem Album «KombiNation» auf einer Festival-Bühne. Sind Sie nervös?

Ja! – sonst wäre der Zeitpunkt gekommen, um aufzuhören. Mit den Jahren lernt man, mit Lampenfieber umzugehen. Nervös bin ich hauptsächlich wegen des Rundherums. Es kann immer etwas schief gehen: Die Boxen können aussteigen, ein Instrument kaputtgehen, das Mikrofon herunterfallen – zum Glück ist bisher noch nie etwas Grosses passiert.

 

Was tun Sie vor einem Auftritt, um sich zu sammeln?

Offensichtlich Interviews geben! Spass beiseite: Es gibt eine «heilige Stunde» vor der Show, während der wir uns umziehen, Stimmübungen machen und mit der Band ein Schnäpschen trinken. Vor dem Auftritt bilden wir einen Kreis, wie ein Rugby-Team, und fokussieren uns nochmals gemeinsam.

 

Heute sind tausende, völlig verschiedene Menschen hier, um Ihre Lieder zu hören. Was erhoffen Sie sich vom Publikum?

An meinem letzten Auftritt am Argovia Fäscht vor zwei Jahren war die Stimmung sensationell – ich hoffe schwer, dass wir das dieses Jahr toppen können! 

 

Wie viel Einsatz können Sie am heutigen Auftritt in Prozent geben?

Wie immer 150 Prozent! 

 

Sie haben einen Überraschungsgast angekündigt: Marc Sway. Wie ist es als Solokünstler, zu zweit auf der Bühne zu stehen?

Geil! Ich freue mich richtig und bin froh, nun eine Single mit einem Duett-Partner zu haben. Marc ist ein sehr guter Freund von mir, und es ist immer sehr witzig mit ihm. 

 

Man könnte jetzt fragen, wann das Album mit ihm folgt …

Dazu müsste ich ihn noch überzeugen, mit mir ein Album auf Schweizerdeutsch zu machen. Zurzeit genies­sen wir aber erstmal die Fahrt mit unserem jetzigen gemeinsamen Song und schauen, was daraus entsteht.

 

Welchen eigenen Song hören Sie am liebsten?

Das ist die schwierigste Frage, die man einem Künstler stellen kann! Die Songs sind alle meine kleinen Babys, die zu verschiedenen Zeitepochen entstanden sind. Jeder Song erinnert mich an gewisse Umstände. Wenn ich nicht gut gelaunt bin, höre ich lieber «Hilf mir», gut gelaunt eher «Ja aber …». Den Song «Söldner» mag ich, weil er live extrem abgeht und ich ihn gern spiele. Aus dem aktuellen Album gefällt mir «In Tüüfels Chuchi»; den einen Lieblingssong habe ich aber nicht. 

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