Ich kann das! Ich gehe zu Fuss

Die neue Kampagne von Badenmobil soll Eltern in den 26 Baden-Regio-Gemeinden davon abhalten, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren.

Der Schulweg fördert die Verkehrskompetenz und soll ohne Angst und Gefährdung zu Fuss absolviert werden (Bild: Archiv)

von
Peter Graf

11. Juni 2019
10:30

Der Schulweg ist ein gesundes und lehrreiches Erlebnis – vorausgesetzt die Kinder gehen zu Fuss. Die Mobilitätsberatung Badenmobil lanciert auf das Schuljahr 2019/2020 in den 26 Baden-Regio-Gemeinden die Schulwegkampagne für Kindergartenkinder «Ich kann das. Ich geh zu Fuss». Vertreten waren die Gemeinden durch Ruth Müri, Stadträtin Baden, Ressort Bildung, und Renate Bascheck, Gesamtschulleiterin, Schule Neuenhof. Dabei, so Karin Fleischer, Leiterin Mobilitätsmanagement Badenmobil, anlässlich des Mediengesprächs, nimmt die Kampagne – im Gegensatz zu anderen Kampagnen gegen Elterntaxis – die Perspektive der Kinder ein und hebt die vielen Vorteile des Schulwegs zu Fuss hervor. 

Karin Fleischer zeigt sich erfreut, dass die Schulwegkampagne, welche durch Badenmobil entwickelt wurde, durch alle 26 Gemeinden von Baden Regio, den Schulen und Verkehrsinstruktoren unterstützt wird. Der Schulweg ist ein Freiraum, in dem Kinder nicht ständig durch Eltern und Lehrkräfte beaufsichtigt werden. Dadurch können sie ungestört Erfahrungen sammeln, welche für ihre persönliche Entwicklung wichtig sind. Sie knüpfen soziale Kontakte, erforschen mit anderen Kindern die Umgebung und machen Entdeckungen in der Natur. Dies alles stärkt ihr Selbstbewusstsein und fördert die Eigenverantwortung.

 

Förderung Verkehrskompetenz

Der Schulweg muss sicher sein, damit er zum positiven Erlebnis wird. Kinder unterliegen im Strassenverkehr einem besonderen Schutzbedürfnis und sollen ohne Angst und Gefährdung zu Fuss unterwegs sein können. Es liegt an allen, den Schulweg sicherer zu machen. Wichtig ist es, so Markus Gilgen, Verkehrsinstruktor/Prävention Stadtpolizei Baden, dass Kinder frühzeitig lernen, sich in unterschiedlichen Verkehrssituationen richtig zu verhalten. Dies, so Gilgen, lernen sie nirgendwo besser als auf dem Schulweg. Ein Hauptelement der Kampagne ist der Schulwegcomic, illustriert vom Globi-Illustrator Samuel Glättli. Auf den farbenfrohen Seiten werden die Kinder auf die Lern- und Erlebniswelt «Schulweg» mitgenommen. 

Die Botschaften sind vor allem an Eltern gerichtet und machen deutlich, dass der Schulweg mehr ist als nur ein Weg. Der Comic wurde in den vergangenen Wochen zusammen mit den Einteilungsunterlagen von den Schulsekretariaten an rund 3500 Kindergartenkinder in der Region verschickt. «Kinder und Eltern brauchen Zeit, um sich vor dem ersten Schultag mit dem Weg auseinanderzusetzen. So lernen sie auch gleich, dass der Schulweg zu Fuss ganz selbstverständlich zum Eintritt in das Schulsystem dazugehört», so Karin Fleischer von Badenmobil.

  

Leuchtorden zur Belohnung

Wie bis anhin, kommen die rund 3500 Kindergartenkinder auch in den Genuss des Verkehrsunterrichts. Diese anspruchsvolle Aufgabe wird durch die Verkehrsinstruktorengruppen der vier involvierten Polizeikorps der Baden Regio Gemeinden übernommen. Dass dies nicht unmittelbar nach dem Eintritt in den Kindergarten erfolgen kann, ist verständlich, zumal in den zehn Vertragsgemeinden der Stadtpolizei Baden 90 Kindergartenabteilungen besucht werden müssen. 

Markus Gilgen, der den Ablauf des Verkehrsunterrichts eindrücklich aufzeigt, weist darauf hin, dass sich der Schulweg dazu eignet, die Verkehrskompetenz zu überdenken und zu verbessern. Gleichzeitig lassen sich die Fortschritte der Kinder durch die Eltern regelmässig kontrollieren. Das zweite zentrale Kampagnenelement ist ein magnetischer Leuchtorden, den alle Kinder nach dem Verkehrsunterricht vom Verkehrsinstruktor erhalten. Der Magnetclip mit der Botschaft «Ich kann das. Ich gehe zu Fuss» kann an der Leuchtweste befestigt werden und soll die Kinder stolz machen und sie zusätzlich anspornen, den Schulweg unter die eigenen Füsse zu nehmen.

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