«Ich kann den ganzen Tag Chügelibahn spielen»

Elf Kunstschaffende zeigen Mitte Februar in der Gärtnerei Aareblumen ihre Werke. Eine davon ist Ursula Käser aus Oberflachs. Sie baut filigrane Chügelibahnen mit Überraschungseffekt.

Ursula Käser aus Oberflachs baut filigrane Chügelibahnen
Ursula Käser aus Oberflachs baut filigrane Chügelibahnen (Bilder: cl)

von
Claudia Marek

07. Februar 2019
09:00

Ausstellung in der Gärtnerei

Die Kulturvereinigung «Välte läbt» und die Gärtnerei Aareblumen in Veltheim organisieren Mitte Februar die 11. Ausstellung mit kleinem und grossem Kunsthandwerk in der Gärtnerei. Die Vernissage findet am 15. Februar um 18.30 Uhr statt. An den Sonntagen, 17. und 24. Februar, wird ein Sonntagsbrunch serviert. Anmeldungen nimmt die Gärtnerei bis am 13. Februar unter 062 893 12 74 entgegen. Neben den üblichen Öffnungszeiten ist die Ausstellung jeweils am Samstag von 9 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.


Ausstellung
15. bis 24. Februar
Gärtnerei Aareblumen, Au-Veltheim 

Mehr Informationen

Bei einem Besuch bei Ursula Käser in Oberflachs ist man beim Eintreten ins Wohnzimmer versucht, ein Chügeli an der «Wandchügelibahn» hinunterzulassen. Noch besser zwei Kugeln gleichzeitig, denn die Strecke verläuft bei dieser Bahn auf zwei Seiten, vorbei an einem Rad, Trichter, Pendel und Musikelement, bis die Kugel am Schluss in einem Auffanggefäss landet. Im ganzen Haus sind die Chügelibahnen verteilt, jedes für sich ein Unikat. «Ich kann den ganzen Tag Chügelibahn spielen», sagt Ursula Käser lachend. Denn beim Bauen einer Bahn muss sie jede Etappe ausprobieren. Eigentlich braucht es wenig Material und Werkzeug, um eine Chügelibahn zu bauen: Kupferdraht, einen Lötkolben, Lötzinn und verschiedene Zangen. Danach ist viel Fantasie und Vorstellungsvermögen gefragt. «Ich habe keinen fertigen Plan im Kopf», sagt Ursula Käser. 

Nachdem sie ein Gerüst beziehungsweise den Kern gebaut habe, fange sie einfach oben an und arbeite sich nach unten. Die Bahn entwickle sich. Zwischendurch müsse sie immer wieder testen, ob Neigung, Gefälle, Geschwindigkeit und Spurbreiten stimmen. Sie baut kleinere oder komplexere Chügelibahnen mit verschiedenen Elementen. Die Arbeit macht ihr unglaublich Spass. «Auf diese Art und Weise kann ich meine Kreativität ausleben.» 

 

Beim Profi gelernt

Das Handwerk hat Ursula Käser bei Alain Schartner aus Wettingen gelernt. Als sie bei dem Chügelibahn-Experten einen Kurs belegte, sei sie von diesem Handwerk gleich fasziniert gewesen. «Ich wusste, das ist das Richtige für mich», sagt sie. «Danach habe ich das erste halbe Jahr einfach nur in meinem Kämmerchen gebaut und gelernt.» Ursula Käser war immer kreativ und hat sich in den Bereichen Werken, Zeichnen und Singen stets weitergebildet. Auch in ihrer Arbeit als Primarschullehrerin konnte sie teilweise ihre Kreativität ausleben. «Nach 33 Jahren an der Schule war es aber Zeit für mich, etwas anderes zu machen», so Käser und beschloss, die Stelle zu kündigen. Sie hatte aber noch keinen Plan für die Zukunft. «Für mich war es wichtig, das eine abzuschliessen, damit ich Raum und Zeit für etwas Neues habe», erklärt sie. Sie sei glücklich, in dieser Zeit etwas gefunden zu haben, was ihr grossen Spass mache. «Ich kann etwas gestalten und sehe am Abend, was ich gemacht habe.»

 

 

Ursula Käser bei der Arbeit an einer Wandchügelibahn
Ursula Käser bei der Arbeit an einer Wandchügelibahn

 

Persönliche Chügelibahnen

Ursula Käser gestaltet auch Chügeli-bahnen auf Bestellung. Beispielsweise baut sie für Weinliebhaber die Chügelibahn um eine Weinflasche. Für einen Turner fertigte sie eine Bahn an, die sie mit kleinen Turnerfiguren bestückte. «Mir über eine Person Gedanken zu machen und etwas Persönliches zu bauen, macht mir am meisten Freude», erzählt sie. Sie fühle sich privilegiert, das machen zu können, was ihr Spass mache, auch dank der Unterstützung ihres Mannes. Ursula Käser freut sich, an der Ausstellung in der Gärtnerei Aareblumen mitzuwirken und ihre Arbeiten zu präsentieren. 

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