Ihre Bilder regen zum Denken an

Maria Kaegi malt nicht aus dem Bauch heraus. Das finale Kunstwerk entsteht nach einem langen Bearbeitungsprozess. Die Ausstellung «MAL MAL» im «pop up» Baden dauert bis zum 27. Dezember.

Maria Kaegi, hier vor den Plexiglas-Stelen, zeigt eine Retrospektive über mehrere Schaffensphasen (Bild: cl)

05. November 2019
12:00

Die Werke der Künstlerin Maria Kaegi aus Baden lassen sich nicht in eine Schublade stecken. Maria Kaegi arbeitet mit unterschiedlichen Techniken und Materialien. Sie folgt keiner aktuellen Kunstrichtung oder einem «Mainstream». Sie malt, was sie bewegt. Ihre Kunst drängt von innen nach aussen. Sie bearbeitet Lebensthemen oder beschäftigt sich intensiv mit Denkmustern und macht diese auf unterschiedliche Weise sichtbar. «Die Kunst eröffnet mir einen Weg, der es mir möglich macht, mich aus anerzogenen Denkmustern zu befreien und neue Sichtweisen zu entwickeln», sagt Maria Kaegi. Der Weg zu einer inneren Freiheit sieht sie als lebenslangen Prozess. Die Künstlerin will mit ihrer Kunst den Betrachter berühren und zum Nachdenken anregen.   

 

Einige Themen bilden ein Ganzes

Maria Kaegi ist in Wettingen aufgewachsen. Nach der Kunstausbildung arbeitete sie viele Jahre als Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit 2008 ist sie freischaffend. Bis zum Umbau des Schulhausplatzes führte Maria Kaegi viereinhalb Jahre lang die Galerie «Unterführung» in Baden, die aus kaum mehr als einem Schaufenster in der Fussgängerpassage bestand. Nach vielen kleineren Ausstellungen in der Region hat sie sich entschlossen, eine Art Retrospektive über mehrere Schaffensphasen zu gestalten. Für diese Ausstellung mit dem Titel «MAL MAL» kann sie den Raum am Schlossbergplatz, in welchen «Office World» lokalisiert war, zwischennutzen. Am Mittwoch vor der Vernissage hängen bereits die meisten Bilder, die Skulpturen sind platziert und im Eingangsbereich hat Maria Kaegi ein «Miniatelier» aufgebaut, dort will sie den Besuchern zeigen, wie sie bei sich in ihrem Atelier arbeitet. 

 

Von Träumen und Vergänglichkeit

Die Themen gehen Maria Kaegi nicht aus. «Sie bringen mir einen Sinn», sagt sie. Zu jedem Thema forscht sie ausführlich nach allen Seiten. Ob es sich um das Thema Vergänglichkeit handelt, Weiblichkeit, Androgynie oder Wunschträume, mit jeder Fragestellung sei sie jeweils ganz erfüllt, erzählt sie. Ihre Kunst darf auch provozieren, wie beispielsweise die Serie mit einer molligen Frau, die in der Magersucht endet und deren Zerfall sie mit Nagellack und Lippenstift malte. Einige Werke hat sie mit Texttafeln ergänzt. Diese erklären die Bilder nicht, sondern regen zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema an. Maria Kaegi möchte mit ihren Werken keinesfalls moralisieren. Ausführliche Erklärungen gibt sie auch nicht. «Jeder ist frei in seiner Betrachtungsweise», sagt sie. Die Bedeutung des Werkes liege im Auge des Betrachters. Aber sie freue sich, wenn ihre Werke zum Nachdenken anregen. Die Vernissage fand am letzten Freitag statt. Die Ausstellung dauert noch bis zum 27. Dezember.

«pop up», Montag bis Samstag,15 bis 21 Uhr, Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Schlossbergplatz 4, Baden  

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