«In jeder Beziehung gelungen»

Zwei Jahre lang war der Fluhweg eine Baustelle. Nach der Sanierung geht die Privatstrasse an die Gemeinde über – mit einem besonderen Detail.

Die Anwohner Jon Cordova, Thomas Biland und Fredy Bichsel (2.v.r.) stossen mit Dylan Allen (orange Jacke), Meier Söhne Knecht, Brugg, sowie Marco Humbel (ganz rechts), Gähler + Partner, Ennetbaden, an. (Bild: is)

13. Oktober 2021
19:52

Der Fluhweg ist eine Sackgasse am Ennetbadener Waldrand in Richtung Schartenfels hoch. Auf dem Wendeplatz der kleinen Privatstrasse fand am vergangenen Mittwoch der Handwerkerapéro als Abschluss der Strassensanierung statt. Damit wollte sich die Gemeinde nicht nur für die reibungslose Umsetzung bei den Handwerkern, sondern auch bei den Betroffenen für Ihr Verständnis bedanken. Die Eigentümer der acht Häuser am Fluhweg hatten zwei Jahre lang verschiedene Unannehmlichkeiten hinnehmen müssen. «Aber heute haben Sie dafür eine neue Strasse vor der Haustür», sagte Gemeinderätin Elisabeth Hauller in ihrer Rede.

Weil von Anfang 2019 bis im Frühling 2021 sämtliche Werkleitungen und der Deckbelag erneuert werden mussten, war die Sackgasse immer wieder abschnittweise gesperrt. Das hatte im Vorfeld für Verunsicherung gesorgt, ob der Zugang zum eigenen Heim auch wirklich immer möglich sei. «Unsere Bedenken waren aber unbegründet», sagt Anwohner Thomas Biland. Die Zufahrt zu den Liegenschaften war via eine Waldstrasse von oberhalb jederzeit garantiert. «Es ist alles wunderbar gelaufen. Die Sanierung ist in jeder Beziehung gelungen», sind sich die Anwohner einig.


Aus Privat- wurde Gemeindestrasse
Die acht Parteien mussten sich allerdings auch pauschal mit 54 000 Franken an den Kosten für die Belagserneuerung beteiligen. Zudem gingen die Kosten für neue Hausanschlussleitungen sowie allfällige Sanierungsarbeiten der privaten Abwasserleitungen zulasten der Grundeigentümer. Mit dem Projektabschluss sind die Anwohner nun aber von der Unterhaltspflicht entbunden, die sie seit der Erstellung der Strasse noch hatten. Der Fluhweg ist nun keine Privatstrasse mehr. 

Er war ursprünglich in den 1960er-Jahren von den acht privaten Anstössern und der Waldgerechtigkeitsgenossenschaft erstellt worden. Als sich die Waldgerechtigkeitsgenossenschaft Ende 2011 auflöste, gingen der Wald sowie ein grosser Anteil des Fluhwegs dadurch an die Einwohnergemeinde über, doch die vertragliche Unterhaltspflichtregelung für die Anwohner blieb. Die elektrische Erschliessung und die Wasserversorgung waren jedoch zunehmend in einem schlechten Zustand. Bei Störungen oder Leitungsbrüchen war der Zugang zu den Häusern am Hang erschwert und der Aufwand dadurch unverhältnismässig hoch. Auch die Entwässerung entsprach nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Vor drei Jahren bewilligte die Gemeindeversammlung deshalb einen Baukredit von 880 000 Fran-
ken für die Werkleitungserneuerungen und die Sanierung der Strasse. Diese begann im Frühjahr 2019, zwei Jahre später wurde der Deckbelag eingebracht. Weil danach noch ein älteres Gebäude abgerissen und ein neues darauf erstellt wurde, wartete man mit dem Deckbelag bis im Sommer, und die «feierliche Übergabe» fand nun im Herbst statt.


Strassenlampen mit Bewegungsmelder
Neben der neuen Strasse hat das «Mini-Quartier» auch gleich noch eine Strassenbeleuchtung bekommen. Das Besondere daran ist, dass sie über Bewegungsmelder verfügt. «Die LED-Lampen schalten sich nach Einbruch der Dämmerung also nur bei Bedarf ein», erklärt der Leiter Bau und Planung, Andreas Müller. Momentan schalten sich die Lichter nach zwei Minuten wieder automatisch aus. Man sei da aber noch in der Probierphase, so Müller. Die Beleuchtung ist ein Pilotprojekt der Gemeinde und soll in den kommenden Jahren auch an anderen Strassen zum Einsatz kommen.

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