Ist der Mensch die Krone der Schöpfung?

Im Fokus des 9. Aargauischen Bau- und Wirtschaftskongresses im Campussaal Brugg-Windisch stand der Mensch. 1000 Gäste nahmen teil.

Podium, von links: stv. AKB-Direktionspräsident René Chopard, Comédienne Stéphanie Berger, Abt Daniel Schönbächler und Moderatorin Christine Honegger (Bild: pg)

von
Peter Graf

26. November 2019
10:00

Der Wirtschaftsraum Aargau zeigt sich nach wie vor in einer soliden Verfassung, auch wenn sich eine verstärkte Abschwächung der Wachstumsdynamik abzeichnet. Die Situation am Arbeitsmarkt kann jedoch als stabil bezeichnet werden. «Wir leben in spannenden Zeiten», sagte Dieter Widmer, Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB), in der Begrüssung der rund 1000 Kundinnen, Kunden und Gäste. Der erlebte Aufschwung, das Börsenhoch und eine gesunde Liquidität sind Tatsache, und die Negativzinsen begleiten uns seit längerer Zeit. Dieter Widmer freute sich, in der Person von Christine Honegger nicht nur die gewohnt professionelle Moderatorin, sondern auch die neue Leiterin Kommunikation der AKB vorzustellen. Ihre Frage, ob sich seit seiner Ernennung zum CEO etwas verändert habe, verneinte Widmer. Er dürfe jedoch erfahren, dass sich die 800 leistungsorientierten Mitarbeitenden täglich zum Wohle der 230'000 Kundinnen und Kunden einbringen.

 

Rahmenbedingungen wichtig

Auch Finanzdepartementsvorsteher, Landstatthalter Markus Dieth, rückte die Menschen in seiner Grussbotschaft in den Mittelpunkt. «Ob wir politisieren, Häuser bauen, Geld verwalten oder Dienstleistungen und Produkte anbieten: Der Mensch sollte immer im Fokus stehen und Antrieb unseres Tuns und Schaffens sein. Denn wenn wir es nicht für Menschen machen, dann fehlt uns wahrscheinlich die echte Motivation, die wir brauchen, um unsere Arbeit gut und gerne zu erledigen.» Trotz den Regeln und Vorschriften, so Markus Dieth weiter, sei man bestrebt, den Unternehmen für ein erfolgreiches Wirtschaften gute Rahmenbedingungen zu bieten. Zur Wirtschaftslage äus­serte sich Marcel Koller, Chefökonom der AKB. Als einen Signalgeber bezeichnete er die Frage nach der künftigen Wirtschaftsentwicklung, wo derzeit ein verhaltener Optimismus herrscht. Mit einem Wachstum von 0,7 Prozent liegt das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) nur leicht unter jenem der Gesamtschweiz, welches 0,8 Prozent beträgt. Für 2020, so Koller sei mit einer Teuerung von 0,7 Prozent und einem Wachstum von 1,2 Prozent zu rechnen.

 

Weniger Geld oder länger arbeiten

Nach Marcel Koller gehörte die Bühne Donato Scognamiglio, CEO und Partner des Immobiliendienstleisters Jazi AG. Mit seinen zuweilen etwas überspitzten Äusserungen zog er das Publikum in den Bann. Um etwas zu sagen, so seine Feststellung, müsse man jung, grün und Frau sein. Ausser der grünen Krawatte treffe jedoch nichts davon auf ihn zu, und so bezog er denn auch Stellung für die Alten. Ihnen und nicht den Jungen, so seine Feststellung, gehöre die Zukunft denn in Japan seien bereits heute drei von zehn Menschen Rentner und dies dürfte in etwa 20 Jahren auch bei uns der Fall sein. Haben vor 70 Jahren noch sechs Berufstätige für einen Rentner in die AHV einbezahlt, sind es heute noch drei, und dereinst sind es zwei. Scognamiglio zog daraus den Schluss, dass die Rentner mit weniger Geld auszukommen haben oder länger arbeiten müssen. Er bezeichnete 2019 als Schnittstelle, da ab diesem Jahr bereits weniger Leute in den Arbeitsprozess einsteigen als Menschen in Rente gehen.

 

Noch ein weiter Weg

Der für seine Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung bekannte Abt Daniel Schönbächler beantwortete die an sich selbst gestellte Frage, ob der Mensch als Krönung der Schöpfung zu bezeichnen sei, gleich selber. Er bezweifle dies und um zu wissen, wer wir sind, liege noch ein weiter Weg vor uns. Nur die Vernunft habe uns nach oben gebracht. Auf die Frage, wie sie sich fühle, antwortete Stéphanie Berger mit den Worten «Wie alle Menschen kenne auch ich gute und weniger gute Zeiten.» Die Comédienne und Miss Schweiz aus dem Jahr 1995 bezeichnet die Liebe als Lebenselixier und ist stolz darauf, sich gefunden zu haben. In der abschliessenden Podiumsdiskussion wurden dem Publikum die Ansichten und Erkenntnisse der Protagonisten durch gezielte Fragen der souveränen Moderatorin noch nähergebracht. Stéphanie Berger sieht die Herausforderung in der Persönlichkeitsentwicklung. Die Digitalisierung, so René Chopard, stv. AKB-Direktionspräsident, habe bereits vieles verändert und werde noch vieles verändern. Wichtig sei, das Miteinander zu spüren. Die im Arbeitsleben stehenden Menschen gelte es zu begleiten und ihnen jeden Morgen mit gutem Beispiel voranzugehen.

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