Ja zum «Jahrhundertbauwerk»

Mit 126 Teilnehmern gab es einen Grossaufmarsch zur Gmeind. Diese genehmigten den 13,85-Millionen-Kredit für den Schulhausneubau.

Gemeindeammann Herbert Anderegg hört gespannt die Voten. (Bild: ci)

30. September 2020
13:25

Die auf den 26. August angesagte Gemeindeversammlung konnte nicht durchgeführt werden. Im von der Holcim zur Verfügung gestellten Raum durften sich Corona-bedingt nur 120  Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aufhalten. Schon vor 20 Uhr war diese Anzahl erreicht, und vor dem Saal warteten weitere Personen. Normalerweise wird die Gmeind von etwa  50 bis 70 Stimmberechtigten besucht.

Gemeindeammann Herbert Anderegg musste die Versammlung absagen. Wie und wo die Traktanden der GV behandelt werden, konnte er damals noch beantworten.


Neue Einladung, neuer Ort
Der Gemeinderat lud rechtzeitig zu einer neuen Gmeind auf den Sportplatz ein. Vorsichtshalber wurde ein Zelt auf dem Hartplatz aufgestellt. Corona-bedingt wurde der Raum in zwei Sektoren aufgeteilt. Der Regen prasselte auf das Zeltdach, als Gemeindeammann Herbert Anderegg die 126 (von 769) Stimmberechtigten begrüsste. Trotz Regenwetter hatte sich wieder eine grosse Anzahl Stimmberechtigter in das Abstimmungszelt begeben. Die beiden ersten Traktanden Protokoll und Rechenschaftsbericht 2019 wurden diskussionslos genehmigt.


Brisante Traktanden
Als Einleitung zur Abstimmung des Jahrhundertprojekts erläuterte Anderegg genauestens die Ablaufschritte seit dem Beginn des Projekts «Schulhausneubau» im Jahre 2012. Damals wurden mit einer Machbarkeitsstudie Schulraumbedarf und Kosten eruiert. Es folgten Teilzonenänderung, Projektwettbewerb, Landkauf und Projektierungskredit. Mit einer Beschwerde gegen die Teilzonenänderung musste sich sogar das Bundesgericht befassen, und es gab Verzögerungen. Nun aber steht ein Projekt mit zehn Schulzimmern mit Gruppenräumen und eine Einfachturnhalle zur Ausführung bereit. Nach einer positiven Abstimmung über den Baukredit von 13,85 Millionen Franken können die Arbeiten beginnen. In den Diskussionsvoten wurde festgehalten, dass ein Neubau notwendig ist. Er sei aber zu teuer und für die Gemeinde Holderbank nicht tragbar. Auf diesen Einwand war Anderegg vorbereitet. Mit detaillierten Zahlen konnte er nachweisen, dass Abschreibungen und Betriebskosten für die nächsten zehn Jahre aus dem in den letzten Jahren gebildeten Bilanzüberschuss bezahlt werden können und der Bilanzüberschuss dann immer noch nicht aufgebraucht ist. Die Anträge Rückweisung und geheime Abstimmung wurden von der Versammlung abgelehnt, sodass mit grosser Spannung über das Jahrhundertbauprojekt abgestimmt werden konnte. Mit 78 Ja- und 41 Nein-Stimmen wurde dem Antrag des Gemeinderates zugestimmt.


Baulandverkauf abgelehnt
Seit den 1980er-Jahren besitzt die Gemeinde Bauland im Gebiet «Schümel». Vizeammann Urs Pfründer informierte, dass ein Interessent eine grössere Parzelle kaufen und mit 70 Wohnungen überbauen möchte. Für Holderbank wäre der Kaufpreis von
4,2 Millionen Franken willkommen gewesen und hätte zur Amortisation der zukünftigen Schulden beigetragen. Verschiedene Votanten sprachen sich jedoch gegen den Verkauf des Baulandes aus. Vor allem sollte das Wachstum der Gemeinde nicht gefördert werden, wurde argumentiert. Der Verkauf wurde in der Folge mit 63 Nein- gegen 45 Ja-Stimmen abgelehnt.

Nach der Versammlung ging die Diskussion in einzelnen Gruppen auf dem Heimweg weiter. In den folgenden Jahren muss über den Wiederaufbau der abgebrannten Mehrzweckhalle und über die Auslagerung der Verwaltung abgestimmt werden.

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