Jaun freut sich auf Führungsrolle

Anfang September startet Jennifer Jaun als Gemeindeschreiberin in Ehrendingen. Die 29-Jährige tritt die Nachfolge von Simon Knecht an.

Fürs Bild hat Jennifer Jaun der schönen Aussicht wegen den Grillplatz «Hitbüel» oberhalb Ehrendingen gewählt
Fürs Bild hat Jennifer Jaun der schönen Aussicht wegen den Grillplatz «Hitbüel» oberhalb Ehrendingen gewählt (Bild: ce)

von
Claudio Eckmann

15. August 2018
09:00

Der Gemeinderat hat am 12. Juli Jennifer Jaun zur Nachfolgerin des bisherigen Gemeindeschreibers Simon Knecht gewählt, der nach Obersiggenthal wechselt. Zugleich wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt, ist also ab jetzt Leiterin der gesamten Gemeindeverwaltung von Ehrendingen. Jennifer Jaun hat schon viel Erfahrung auf der Ehrendinger Gemeindeverwaltung gesammelt. 2010, damals 21-jährig, kam sie als Mitarbeiterin in die Einwohnerkontrolle. Die Lehre hatte sie 2006 bis 2008 auf der Gemeindeverwaltung Scherz absolviert. 2011 übernahm sie dann eine neue Aufgabe als Sachbearbeiterin in der Kanzlei, 2013 stieg sie zur Gemeindeschreiber-Stellvertreterin auf. In dieser Zeit hat sie berufsbegleitend den Kurs zur Gemeindeschreiberin an der Fachhochschule Nordwestschweiz absolviert und 2014 erfolgreich abgeschlossen. 

 

Entscheidende Weichen

Zu ihren Aufgaben werden einerseits vor allem die Teilnahme an den Gemeinderatssitzungen, deren Vorbereitung, Protokollierung und Nachbearbeitung gehören. Hier kommt ihr entgegen, dass an den Gemeinderatssitzungen in den vergangenen Jahren stets abwechselnd der Gemeindeschreiber und sie als Stellvertreterin teilgenommen haben – sie kennt die Abläufe also bestens. Ein zweites grosses Arbeitsgebiet wird ihr Einsitz in der Geschäftsleitung sein. Damit übernimmt sie zusammen mit den zwei anderen Geschäftsleitungsmitgliedern Führungsaufgaben des gesamten Personals. Als nächsten Schritt, dies ist auch eine Auflage des Gemeinderats, wird sie die dritte Stufe der Fortbildung «Management und Führung» absolvieren.

Ehrendingen hat seit Januar eine praktisch komplett neue Führungsriege: Drei Gemeinderatsmitglieder sind neu, zugleich sind auch in neuer Funktion als Gemeindeammann und Vizeammann die zwei Bisherigen. Und gleich steht mit der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung ein Grossprojekt auf der Traktandenliste. Mit der neuen Zonenordnung werden entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung von Ehrendingen, seinen Wohngebieten, Gewerbezonen und den Dorfzentren gestellt. Die Gemeindeverwaltung wird seit 2014 im Geschäftsleitungsmodell geführt, ein Modell, das sich gemäss Jaun nach kleinen Anpassungen klar bewährt habe und das auch der neue Gemeinderat auf jeden Fall beibehalten will.

 

Vier Fragen an Jennifer Jaun

Von der Gemeindeschreiber-Stellvertreterin aufsteigen in die Geschäftsleitung, 29 Jahre jung – haben Sie da nicht ein wenig Bammel vor der Chefrolle?

Ich bin seit 2016 Bereichsleiterin des Gemeindebüros und führe in dieser Funktion die Mitarbeitenden in der Einwohnerkontrolle und der Kanzlei. Ich habe also bereits Führungserfahrung gesammelt und dabei auch gemerkt, dass mir das liegt und Freude bereitet.

Als Gemeindeschreiberin sind Sie eine der führenden Personen der Gemeinde. Welche grossen Projekte sehen Sie auf Ehrendingen zukommen, welche wollen Sie besonders anpacken?

Es stehen einige sehr spannende Projekte im Raum: Eine Zusammenlegung der beiden Ehrendinger Verwaltungsgebäude wird diskutiert, ebenso ein neuer Werkhof und ein neues Feuerwehrgebäude in der Gross­wisen, was wiederum Raum frei­machen könnte für eine Erweiterung des Dorfzentrums im Oberdorf – das sind alles sehr zukunftsträchtige Projekte. 

Zudem finde ich das angelaufene Projekt «Gever», also die elektronische Geschäftsverwaltung, sehr interessant. Sie wird die Arbeit für Behörden- und Kommissionsmitglieder stark vereinfachen, weil sie direkt vom Computer aus Zugriff auf die sie betreffenden Dokumente haben. 

Ich denke, das könnte vor allem für jüngere Personen das Mitmachen in einer Behörde recht attraktiv machen.

 

Für das Foto haben Sie den Grillplatz «Hitzbüel» gewählt – wieso?

Mir gefällt der schöne Ausblick von dort, weit übers Dorf und hinauf zu den Lägern. Früher marschierte ich öfters rasch über Mittag dort hinauf und ass etwas Mitgebrachtes. Heute geniesse ich den Ausblick gerne bei einem Abendspaziergang.

Beim letzten Interview 2013 haben Sie als Ihre Hobbys Handball und Beachhandball genannt. Wie steht es heute damit?

Die beiden Hobbys sind geblieben, doch ehrlich gesagt reicht die Zeit nicht mehr für regelmässiges Training. Bei den Matches versuche ich aber so oft als möglich dabei zu sein, um mein Team als Goalie zu unterstützen.

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