Jedes Kinderlachen ein Dankeschön

Bruno Schuler beendet nach zwanzig Jahren seinen unermüdlichen Einsatz für die Kinderspielwaren-Börse Brugg, die stets ein grosser Erfolg war.

Bruno Schuler hat die Details jeder Kinderspielwaren-Börse in 20 Ordnern fein säuberlich festgehalten (Bild: em)

von
Esther Meier

15. Mai 2019
09:00

Seit 25 Jahren arbeitet Bruno Schuler nun schon für die Stadt Brugg. 20 Ordner enthalten alle Dokumente, die sich auf die Börse beziehen, inklusive Anmeldungen und Zeitungsberichte. 

 

Familienidee

Bruno Schulers Frau sowie ihre drei Kinder wünschten sich damals eine Spielwaren-Börse, die es damals nirgends gab. Inzwischen kommen die Anmeldungen nicht mehr nur aus der Region, sondern auch aus Solothurn, der Innerschweiz und natürlich vom angrenzenden Kanton Zürich. Mit der Idee allein war es nicht getan, dazu gehörte eine immer umfangreicher werdende Logistik und Organisation. Aber Bruno Schuler strahlt: «Meine Helferinnen und Helfer haben mir jahrelang die Treue gehalten. Inzwischen sind meine Kinder natürlich ebenfalls älter geworden …» Am Anfang begnügte man sich mit der Turnhalle, so war man nicht allzu sehr vom Wetter abhängig. Doch mit dem Erfolg vergrösserte sich das Areal. Schliesslich wurden bis zu 250 Tische aufgestellt, da reichte die Halle nicht mehr. Also kamen zusätzlich farbige Zelte auf dem Schulareal dazu.

 

Gratistische

Schuler war es wichtig, dass die Kinder nicht für die Tische zahlen mussten. Die Anmeldung enthielt alle notwendigen Hinweise: Die Spielwaren mussten in tadellosem Zustand sowie mit der Preisvorstellung beschriftet sein. Nicht erlaubt waren Kleider und Haustiere, da mussten sich auch die Eltern dranhalten. In den ersten Jahren dauerte die Börse von zehn bis fünf Uhr nachmittags. Das war eine zu lange Zeitspanne, die Kinder wurden früher müde, die Eltern wollten auch gelegentlich nach Hause. Deshalb begrenzte man die Verkaufszeit auf 10 bis 14 Uhr, was ausreichend ist. Kunden waren allerdings nicht nur Kinder. Die ersten Interessenten standen schon um 8 Uhr da, denn sie wussten genau, wonach sie suchten. Die Sammler und Händler hatten es meist auf Holzspielwaren wie Holz-Legos oder auf alte Autos abgesehen. 

Bis zu 250 Verkaufstische: Der Anlass auf dem Areal der Schulanlage in Lauffohr entwickelte sich zu einem veritablen Publikumsmagnet (Bild: zVg)

 

Grosse Unterstützung

Mit der Festwirtschaft sollten die Unkosten gedeckt werden, was in den ersten Jahren allerdings nicht gelang. Der Abwart musste selber für die Auslagen aufkommen. So suchte Schuler Sponsoren und fand auch vier Hauptsponsoren: Hirt Accogli AGSani Dusch AG und R. Killer AG, die mit ihren Beiträgen zehn Jahre lang die Börse unterstützten.

Ohne die Erlaubnis der Familie Eggenberger, die ihre grosse Wiese als Parkplatz zur Verfügung stellten, hätten die vielen Fahrzeuge kaum alle abgestellt werden können. Aber sie lassen jeweils vor dem Anlass die grosse Wiese mähen, damit alle gut parkieren können. Die Stadt Brugg mit ihrem Bauamt, mit der Polizei und weiteren Helfern waren ebenfalls eine wichtige Unterstützung, ohne die der Anlass nicht in diesem Umfang hätte stattfinden können. In den letzten Jahren war die Anzahl der Tische, die auf die Zahl der Anmeldungen abgestimmt wird, leicht rückgängig, da man vielerorts an Kleiderbörsen auch Spielwaren anbietet. 

 

Letzte Gelegenheit

Auf jeder zweiten Anmeldung stand, dass man das Ende der Börse sehr bedauere. Doch Bruno Schuler wird am Stadtfest mit einem Stand aktiv sein, die Brugger Fasnacht braucht ihn auch, und ausserdem sprudeln seine Dekoideen weiterhin. Wer erinnert sich nicht an die Schmetterlinge, die Brugg so prächtig schmückten. Alle Lehrkräfte und eingeladenen Behörden erinnern sich gerne an die fantasievollen Dekorationen in der Turnhalle beim Schulschlussessen, das auch wieder vor der Tür steht. Das Schulhaus Au konnte 1967 bezogen werden, 1974 folgte die Turnhalle Erle und die Einweihung der Langmatt fand 1995 statt. Im kommenden Jahr 2020 sind es 50 Jahre her, seit Lauffohr zu Brugg kam, wenn auch mit etlichen Nebengeräuschen. Da findet bestimmt ein Fest statt, an dem gute Dekorationsideen à la Schuler gefragt sind. 

  

Bietet Quartierverein Ersatz? 

Bezüglich der Spielwarenbörse macht der Quartierverein Au-Lauffohr etwas Hoffnung, der zweimal jährlich beim Schulareal Kleiderbörsen durchführt. Vielleicht liesse sich da noch eine Spielwarenecke finden? Doch vorher sollte man sie nicht verpassen, die letzte Spielwaren-Börse mit Bruno Schuler: bei hoffentlich bestem Wetter am Samstag, 25. Mai, von 10 bis 14 Uhr, mit Festwirtschaft. Nach drei kalten Wochenenden sollte die Sonne doch wieder einmal kraftvoll scheinen.

Kinderspielwaren-Börse
Samstag, 25. Mai
10 bis 14 Uhr
Schulanlage Langmatt, Lauffohr

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Coop geht, Lidl kommt

Ende Juni hat der Grossver­teiler Coop nach 20 Jahren Präsenz im Shoppi Tivoli... Weiterlesen

«Der Beruf ist schön, aber das System hinkt»

Corinne Zurlinden (30) unterrichtete acht Jahre lang eine Mittelstufenklasse,... Weiterlesen

gemeinde

Repair Café Brugg-Windisch

Reparieren statt wegwerfen. Konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss tun. Weiterlesen

region

Sommervergnügen für die ganze Familie

Das Maislabyrinth am Lugibach, zwischen Wettingen und Würenlos, verspricht ein... Weiterlesen

blog

Der Blindgänger – Niels Walter

Er war jahrelang ein Phänomen – der «sehende Blinde». Sein Fall wurde in den... Weiterlesen