Jubiläum mit Spatenstich?

Die Stiftung Domino Region Brugg-Windisch hat ein erfolgreiches Jahr hinter und die Umsetzung eines Grossprojekts vor sich.   

Rainer Hartmann, Jörg Hunn, Peter Müller und Peter Schmidlin (von links) freuen sich auf das auf den 5. September geplante Jubiläumsfest (Bild: mw)

16. Juni 2020
11:00

An einer Medienkonferenz informierten Stiftungsratspräsident Peter Müller, Jörg Hunn, Präsident der Betriebskommission, Peter Schmidlin, Präsident der Baukommission, und Geschäftsführer Rainer Hartmann über die relevanten Themen der Jahre 2019 und 2020.

 

«40 Jahre unterwegs»

Wie Peter Müller mitteilte, sollen die auf den 5. September 2020 verschobenen 40-Jahr-Feierlichkeiten Gelegenheit bieten, auf die erfolgreiche Geschichte der am 7. Dezember 1979 errichteten Stiftung zurückzuschauen und Ausblick auf die Zukunft zu halten. Der offizielle Jubiläumsanlass mit geladenen Gästen ist für den 4. September 2020 vorgesehen. Rückblicke finden sich auch auf der Homepage der Stiftung und in einem Sonderdruck des Artikels mit dem Titel «40 Jahre unterwegs» aus den Brugger Neujahrsblättern 2020. Der Beitrag ist auf stiftung-domino.ch unter «Über uns/Dokumente» zu finden. Peter Müller ist als «Ur-Gründer» der Stiftung seit Beginn mit dabei und wird per Ende Jahr von allen seinen Ämtern Abschied nehmen. Der designierte Nachfolger Philipp Küng arbeitet seit einem Jahr als Mitglied der Betriebskommission aktiv mit. Nach seiner Wahl im Herbst soll er der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

 

Positiver Rechnungsabschluss

Aus dem mit einem Defizit von 36'000 Franken budgetierten Geschäftsabschluss 2019 ist erfreulicherweise ein Gewinn von rund 206'000 Franken  entstanden. Für das positive Resultat  sind laut Jörg Hunn die Erträge aus Produktion und Dienstleistungen für externe Kunden im Umfang von mehr als 2,2 Millionen Franken (150'000 mehr als erwartet) verantwortlich.  Die Spenden sind leicht auf 150'000 Franken zurückgegangen. Zusätzlich durfte die Stiftung Erbschaften und Legate von 583'000 Franken entgegennehmen. Nach Abzug des Einsatzes für besondere Zwecke zugunsten der Klientinnen und Klienten verblieb ein Plus von 525'000 Franken. Unter Berücksichtigung der Spenden beläuft sich der Gesamterfolg auf rund 800'000 Franken. Die Stiftung ist auch im Hinblick auf die Realisierung des neuen Wohnheims dankbar für dieses Geld. Die Bilanz zeigt Aktiven und Passiven von je 13,1 Millionen Franken. Das Eigenkapital beträgt 9,2 Millionen Franken. Im Januar 2020 hat die Stiftung die bisher für eine Aussenwohngruppe genutzte ältere Liegenschaft in Brugg/Umiken verkauft. Die zehn Bewohner sind in vier Mietwohnungen an der Habsburgerstrasse 50A und B umgezogen. 

Visualisierung des geplanten Wohnheims, das auf der nördlichen Seite der bestehenden Liegenschaft an der Hauptstrasse in Hausen erstellt wird (Bild: zVg)

 

Neues Wohnheim in Sicht

Peter Schmidlin informierte über den Stand der Dinge in Sachen neues Wohnheim. Geplant sind gemäss dem aus dem 2014 durchgeführten Architekturwettbewerb siegreich hervorgegangenen Projekt der Metron Architektur AG 20 betreute Wohnplätze, 5 Wohnplätze mit integrierter Beschäftigung und 22 Werkatelierplätze  sowie eine unterirdische Parkierung mit 34 Abstellplätzen. Aktuell verfügt das «Domino» über 162 Arbeits- und Beschäftigungs- sowie 52 Wohnplätze. Im April 2018 genehmigte der Kanton das Wettbewerbsprojekt sowie die Freigabe für das Vorprojekt.  Die Zusage des BKS traf im Juli 2019 ein. Ende des letzten Jahres bewilligte der Stiftungsrat das Bauprojekt, worauf das Baugesuch im Januar 2020 eingereicht wurde. Nach einigen Anpassungen dürfte die Baubewilligung  in nächster Zeit vorliegen. Der Terminplan rechnet mit dem Baubeginn im kommenden Herbst. Idealerweise könnte der Spatenstich im Rahmen des geplanten Jubiläumsfestes stattfinden. Die Kantonsarchäologie wird nach dem Start die eine, schon lange nicht mehr funktionstüchtige römische Wasserleitung innert dreier Wochen freilegen und kartieren, bevor das Teilstück unter dem Areal im Zuge des Aushubes dem Neubau weichen muss. Die weiterhin in Betrieb stehende zweite Leitung, die ebenfalls hier durchführt und den Springbrunnen vor dem Hauptgebäude der Klinik  Königsfelden speist, ist intakt und wird nicht angetastet.

Gemäss Terminplanung sollen die Rohbauarbeiten im Spätfrühling beendet sein. Die anschliessenden Ausbau- und Fertigstellungsarbeiten werden dann – falls alles gut läuft – bis April 2022 dauern. Der Bezug durch die Bewohner ist für Juni 2022 vorgesehen.

Der aktuelle, vom Stiftungsrat genehmigte Kostenvoranschlag rechnet mit einem Gesamtaufwand von 13,079 Millionen Franken. Der Kanton hat 12,55 Millionen Franken bewilligt, übernimmt jedoch die Mehrkosten für die zusätzlich ins Programm aufgenommene Photovoltaikanlage nicht. Die von der Stiftung aufzunehmende Hypothek wird im Laufe von 30 Jahren über den Tarif refinanziert. 

 

Anforderungsreiche Corona-Situation

Laut Geschäftsführer Rainer Hartmann blieb die Stiftung dank der strikten Umsetzung der vom Bund und Kanton verordneten Massnahmen von der weltweiten, in den letzten Monaten akuten Krise mit dem Coronavirus verschont. In der ersten Phase lebten fast alle externen Klienten zu Hause, und die internen Bewohner blieben in ihren Wohngruppen sowie deren Umgebung. Nun kann wieder allmählich zum normalen Arbeitsrhythmus übergegangen werden. Im Moment ist die Stiftung auch daran, das Betreuungskonzept zu überarbeiten. Neu ist der Begriff Assistenz im Spiel. 

Mit der Revision der kantonalen Richtlinien werden neue «ambulante» Massnahmen möglich, so zum Beispiel effiziente Unterstützung für Menschen, die in der eigenen Wohnung leben. Zudem ist die Stiftung mit Partnerorganisationen im Gespräch, mit dem Ziel, die regionale Vernetzung mit einer eventuellen Schaffung einer «Koordinationsstelle Behinderung» zu vertiefen.

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