«Jungunternehmer» mit Erfahrung

Dynamisch, erfolgreich und eigentlich pensioniert. Ernst Werder aus Turgi ist im Alter von 67 Jahren Inhaber zweier Firmen und topfit.

Ernst Werder verbringt viel Zeit auf seinem E-Mountainbike
Ernst Werder verbringt viel Zeit auf seinem E-Mountainbike (Bild: zVg)

von
Isabel Steiner Peterhans

25. Mai 2018
09:00

Als ich Ernst S. Werder auf seinem Mobiltelefon erreichte, fragte ich den Turgemer, ob er womöglich gerade auf dem Bike sei oder doch kurz Zeit hätte für meine Anfrage. Seine Stimme und die spontane Antwort sind entwaffnend sympathisch. «Also das Wetter würde sich ja geradezu anbieten, eigentlich auf dem Bike unterwegs zu sein, aber heute fahre ich ausnahmsweise mit dem Auto.» Ernst Weder lacht schallend, und sein fröhliches Wesen kommt rüber, obwohl sich die Konversation nicht persönlich, sondern digital abspielt. Werder, der 67-Jährige, ist ein Macher. Das spürt man sofort.

 

Sportlich und aktiv

Kurze Zeit später treffe ich Ernst Werder persönlich. Diesmal ist er mit dem E-Bike angereist – wie denn sonst. Sportlich und aktiv wirkt er auf mich. Wie muss man sich einen Menschen vorstellen, der sich nach seiner offiziellen Pensionierung, im Frühling vor zwei Jahren, keine Pause gönnt und  kurzerhand gleich zwei Firmen gründet.

 

Biker und Berater

Anstatt gemütlich auf dem «Fyr­abig-Bänkli» zu sitzen, gibt Werder Vollgas  – als Berater in den Bereichen Management, Marketing, Verkauf und Promotion diverser Firmen und Marken und als E-Mountainbike-Coach. Was treibt Ernst Werder an, und was hat es mit seinem Slogan «weer – macht sich stark für Sie» auf sich?

Sechs Fragen an Ernst Werder

Pensioniert zu werden und vom einen auf den anderen Tag viel mehr freie Zeit zu haben, kann Unbehagen auslösen. Haben Sie sich deshalb entschieden, die «Flucht» nach vorne zu suchen und zwei Firmen zu gründen?

Meiner Passion für E-Mountainbike-Touren in der Natur habe ich bereits während meiner «aktiven» Berufszeit viel Platz gegeben. Als frischgebackener Pensionär konnte ich mein Hobby weiter ausbauen und biete heute Fahrtrainings und begleitete Ferienrouten an, um meine Erfahrung mit dem neuen Bewegungsmittel mit anderen Menschen zu teilen. Und ich habe auch noch eine Familie, mit der ich viel unternehme – dann aber meist ohne Drahtesel.

 

Die Zahl an E-Bike-Fahrern nimmt zurzeit stark zu. Was sagen Sie zu dieser Entwicklung?

Mir liegt die Sicherheit im Strassenverkehr auf dem E-Bike sehr am Herzen. Darum finde ich es schade, dass sich wenige E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer nicht dazu durchringen können, einen «Besser Fahren Kurs» zu besuchen. Wenn ich E-Bike Fahrer darauf anspreche, bekomme ich oft zu hören, ich kann Fahrrad fahren und brauche dazu keine speziellen Instruktionen. Aber das täuscht, ein E-Bike fährt sich definitiv anders als ein normales Fahrrad. 

 

Sie laufen zur Hochform auf, wenn möglichst viel läuft, oder täuscht dieses Bild?

Nein, das Bild täuscht nicht. Etwas Neues auszuprobieren, hat mich schon immer fasziniert und angetrieben. Ich habe aber auch ruhigere Seiten und kann mich in ein Buch oder eine Fachzeitschrift vertiefen.

 

Wie würden Sie denn Ihr generelles Lebensmotto umschreiben, und mussten Sie dieses von Zeit zu Zeit auch anpassen?

(lacht) Ich gehöre zu den «Machern». Aber heute nicht mehr so verbissen wie früher. Und ich mache nur noch das, was mir Freude bereitet. So lange ich gesund bleibe, muss ich mein Lebensmotto nicht anpassen.

 

Ihre Aktivitäten einigermassen im Überblick zu behalten, ist ein anspruchsvolles Unterfangen. Sie haben nach Ihrer Pensionierung zwei Firmen gegründet. Was beinhaltet Ihr heutiges Schaffen?

Der E-Mountain-Bike-Idee habe ich einen Namen und einen Auftritt gegeben, der sich bei interessierten Menschen einprägen soll: «We-bike». Unter diesem Namen biete ich meine Erfahrung in der E-Mobilität an, mache privat oder in Kooperation mit Aargau Tourismus Touren und organisiere Reisen in die Berge. Mit dem E-Mountainbike macht das grossen Spass. Daneben biete ich unter der Marke «weer» Beratungsdienstleistungen an, wo ich meine 45-jährige Berufserfahrung in den Bereichen Management, Marketing, Verkauf oder Promotion einsetzen kann. 

 

Dann sind Sie vom «Hobbypiloten» auf dem Elektrobike zum Trainer geworden?

Ich nehme die Sache sehr ernst und habe in der Zwischenzeit auch ein Diplom als VSR-E-Bike-Instruktor erworben. Ich lege Wert auf korrekte und sichere Ausbildung. So konnte ich auch eine Zusammenarbeit mit Aargau Tourismus und der Aargauer Kantonalbank realisieren.

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