K-Treff schafft Raum für Begegnungen

Das «K» im K-Treff in Baden steht für Kontakt. Diesen bietet das Begegnungscafé ebenso wie Unterstützung und Begleitung.

Im Begegnungscafé wird gemeinsam gegessen, gespielt und gelernt
Im Begegnungscafé wird gemeinsam gegessen, gespielt und gelernt (Bilder: isp)

von
Isabel Steiner Peterhans

12. Februar 2019
09:40

Samir und Abdi sind in ein gemeinsames Kartenspiel vertieft, nebenan sind Özal sowie Tareq mit dem Übersetzen eines Zeitungsartikels beschäftigt, und am Tisch gegenüber wird für das Nachtessen aufgedeckt. Es herrscht eine entspannte Stimmung an diesem Abend im «La Cappella», dem ehemaligen Hotel im Kappelerhof. Seit rund zwei Jahren ist «La Cappella» inzwischen zu einer Asylunterkunft umfunktioniert. Rund 40 Männer aus verschiedenen Nationen treffen sich zum «Begegnungscafé». Eines haben sie gemeinsam: Sie sind allesamt Flüchtlinge. «Dieser ‹K-Treff› ist mein Highlight der Woche», ergänzt später der 50-jährige Hasan aus Syrien. «Es gibt mir sowas wie ein Stück Heimat, wenn auch nur für ein paar Stunden». 

 

Auf Bedürfnisse eingehen

«Wir wollen einen Raum für Begegnungen schaffen», erklärt später Battal Kalan, Initiant des Freiwilligenprojekts K-Treff Baden. «Bei uns ankommende Menschen brauchen Unterstützung in diversen Bereichen. Deshalb wurde der ‹K-Treff› auch in fünf Untergruppen aufgeteilt, die Projektbereiche Café, Beratungen, Sprache, Sport sowie Gemeinsam kochen» ergänzt er. «Das Projekt ist zudem eine willkommene Möglichkeit für ausländische Menschen, um Kontakte zu knüpfen», so Kalan. 

Seit dem Gründungsjahr 2017 setzt sich der gemeinnützige Verein «K-Treff» für die Interessen zugewanderter Personen ein. Im Vorstand wirken mit: Battal Kalan, Natalie Burkart, Sigi Nagel, Julia Graf, Pierre von Moos, Ivan und Janine Bobillier, Sigi und Susanne Eisenberger, Annemarie Reich und Barbara Göring.

 

Der Ökonom hilft beim Deutsch

Er habe selber lange im Ausland gelebt und wisse, was es bedeute, «fremd» zu sein, erzählt Pierre von Moos beim anschliessenden gemeinsamen Tee. Der Ökonom mit Nachdiplomstudium setzt sich deshalb freiwillig für Flüchtlinge ein und investiert gerne seine Freizeit in den «K-Treff». Auch Janine Bobilier, Annamarie Reich oder Susanne Eisenberger, die alle im Kappelerhofquartier wohnen, beteiligen sich aktiv am Gemeinnützigenprojekt. «Schon lustig», witzelt Annamarie, «wir Freiwilligen wohnen seit etlichen Jahren hier im Kappelerhof und haben uns eigentlich erst hier bei unseren Einsätzen im ‹K-Treff› kennengelernt». 

Battal Kalan
Battal Kalan (Bild: zVg)

 

Vier Fragen an Battal Kalan

Battal Kalan, was war Ihre Moti­vation, das Freiwilligenprojekt «K-Treff Baden» ins Leben zu rufen?

Ich musste aus Kurdistan flüchten und habe ein immenses Glück, hier in der Schweiz leben zu dürfen. Es war und ist mir daher ein persönliches Anliegen, etwas zurückgeben zu können. Deshalb engagiere ich mich seit mehr als 14 Jahren in der Freiwilligenarbeit mit Flüchtlingen, sechs Jahre davon im Kappelerhof. Mit der Vereinsgründung – mithilfe des SRK Baden – können wir gemeinsam einen Beitrag leisten.

 

Was waren die «Knackpunkte» in diesem ganzen Prozess?

Anfangs fehlten ganz klar die finanziellen Ressourcen, und ohne einen hohen Einsatz an Freiwilligenarbeit hätten wir dies alles nicht stemmen können. Unser Koch zum Beispiel, Sigi Eisenbeger, investiert mehr als zehn Stunden wöchentlich von seiner Zeit, um ehrenamtlich für unser Projekt zu arbeiten. 

 

Planen Sie noch weitere Aktivitäten in Zukunft mit dem «K-Treff». Wo könnte man sich freiwillig bei Ihnen einbringen?

Wir sehen uns als Plattform und jeder kann mit Ideen auf uns zukommen. Wir zeigen uns offen für neue Projekte und Zusammenarbeiten. Gesucht sind sicher immer Kursleitende für Deutschunterricht, insbesondere Deutschkurse nur für Frauen wollen wir anbieten. 

 

Die Vereinsaktivitäten finden jeweils im Hotel «LaCapella» statt. Leider wird dieses in naher Zukunft abgerissen. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Möglichkeit. Was suchen Sie genau?

Wir haben bereits eine Untermiete im Quartierraum gefunden, die wir zwei Tage pro Woche benutzen dürfen. Ziel wäre es aber ganz klar, über ein eigenes Vereinslokal zu verfügen. Wir freuen uns sehr über Hinweise diesbezüglich. Zudem suchen wir Leute, die im Verein aktiv oder passiv mithelfen wollen. Für kommenden März planen wir ein Abschiedsfest «La Cappella». Genaue Angaben dazu werden bald auf der Homepage aufgeschaltet. 

www.ktreffbaden.ch 

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