Kaffee, Kuchen und Keramik

Noch ist es für viele ein Geheimtipp: das Sunntigs-Kafi in Vogelsang. Am nächsten Sonntag gibts dort nebst Kaffee und Kuchen auch einen Workshop.

Hier sind alle willkommen: Sunntigs-Kafi in Vogelsang
Hier sind alle willkommen: Sunntigs-Kafi in Vogelsang (Bilder: zVg)

16. Mai 2019
09:00

Geht Jasmin Granella am Sonntag mit ihrer Familie spazieren, zieht es sie oft ans Wasser. Da, wo Aare, Reuss und Limmat zusammenfliessen, ist der Erholungswert gross. In der Auenlandschaft gibt es für Kinder und Erwachsene viel zu sehen und zu entdecken. Doch nicht nur aufgrund der intakten Natur wählt die 40-jährige Familienfrau aus Würenlingen gerne das Wasserschloss für ihre Ausflüge. Es gibt dort auch ein spezielles Café, zu dem es sie immer wieder hinzieht. «Das Sunntigs-Kafi war eine Entdeckung für mich», sagt sie. «Es ist einfach
supersympathisch.» 

 

Lockere Besenbeiz

Eröffnet wurde die Besenbeiz in Vogelsang aus einer Laune heraus – oder besser: aus einer Lust heraus. Christoph Steinemann war gerade in Kärnten im Urlaub, als er ein tolles Café entdeckte. «Das war mit Möbeln aus dem Brockenhaus eingerichtet und total gemütlich», schwärmt er. «Und die Atmosphäre war einmalig, so locker und herzlich, dass man sich einfach wohlfühlen musste.» Wieder zurück in seinem Atelier auf dem BAG-Areal in Vogelsang, wo er seit zwanzig Jahren als Handwerker und Künstler tätig ist, räumte er kurzerhand das kleine Lagerhäuschen aus und baute es zum Café um – genau genommen zur Besenbeiz. Denn geöffnet ist das kleine Lokal ausschliesslich sonntags.

Im letzten Juni feierten er und seine Partnerin Eröffnung. Das Sunntigs-Kafi wurde zum Volltreffer. Die Leute kamen so zahlreich, dass Steinemann schon bald seine Mutter mit ins Boot holte. «Heute backen wir jeden Samstag zehn Kuchen», lacht der 50-Jährige. «Die sind am Sonntagabend meistens alle aufgegessen.» Im Sunntigs-Kafi gibt es nebst Kuchen auch kalte Plättli im Angebot, im Winter eine warme Suppe – alles frisch zubereitet, versteht sich. Das Team um Steinemann ist mittlerweile auf fünf Personen angewachsen. Klar sei es eine «Riesenbüez», das Café zu betreiben, sagt er. Sein Sonntag beginne um sechs und ende kaum vor zehn Uhr. «Aber was wir von unseren Gästen zurückbekommen, wiegt alle Arbeit auf», ist er überzeugt. Geöffnet ist das Sunntigs-Kafi das ganze Jahr über, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Die Gästeschar ist bunt gemischt. «Wir haben Spaziergänger, Jogger und Velofahrer, und vom Punk bis zur Grossmutter sitzen hier alle gemütlich beisammen», erzählt Christoph Steinemann. 

 

Offenes Keramikatelier

Am kommenden Wochenende feiert das Sunntigs-Kafi eine Premiere – mit einem Workshop von Jasmin Granella. Unter ihrem Künstlernamen Janella lädt die ehemalige Marketing-Managerin zum offenen Keramik-Atelier. Kinder und Erwachsene können unter ihrer Leitung ihre Lieblingstasse selbst gestalten, mittels verschiedener Techniken wie Bemalen oder Stempeln. «Vorkenntnisse sind keine nötig», sagt Jasmin Granella. «Es soll ganz ungezwungen sein, jeder ist willkommen, vorbeizukommen.» 

 

Einfach zu erlernen

Jasmin Granella ist dem Handwerk vor sieben Jahren verfallen, als sie bei ihrer Cousine in Deutschland zu Gast war. «Mir gefiel dieses Schlichte und Schöne an der Keramik.» Zudem lies-se sich das Gestalten von Rohlingen viel einfacher erlernen als etwa der Umgang mit dem Material Ton. «Und ich fand es toll, mit Kindern zusammen kreativ tätig zu sein», sagt sie. Vor zwei Jahren kaufte Jasmin Granella einen Brennofen, im Oktober 2017 startete sie mit «Janella», das nicht nur ihr Künstlername ist, sondern auch ihr Brand wurde. Ihre Angebote will sie bewusst niederschwellig halten. «Es soll ganz locker sein und einfach Freude machen», sagt sie. Kein Wunder, hat sie im Sunntigs-Kafi einen idealen Ort für ihren Workshop gefunden.

 

Mag das Sunntigs-Kafi: Jasmin Granella
Mag das Sunntigs-Kafi: Jasmin Granella
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