Kameradschaft ist das Zauberwort

Am «Ripplifrass», der traditionellen Generalversammlung des Rettungskorps Brugg, liess sich erahnen, wieso Kameradschaft in der Feuerwehr so wichtig ist.

Ex-Stadtammann Daniel Moser als Chauffeur im eigens für diesen Anlass gebauten Einsatzfahrzeug
Ex-Stadtammann Daniel Moser als Chauffeur im eigens für diesen Anlass gebauten Einsatzfahrzeug (Bilder: ce)

von
Claudio Eckmann

15. Januar 2018
19:20

Wenn das Rettungskorps Brugg – also der Verein aus aktiven und ehemaligen Feuerwehrleuten – seine Generalversammlung abhält, so ist das von Beginn weg eine gemütliche, fröhliche und kameradschaftliche Sache. Seit 154 Jahren gehört zur Versammlung das traditionelle Rippli mit Sauerkraut, nur in den mageren Kriegsjahren habe man sich auf Zwiebelwähe beschränken müssen, berichtet ein altgedientes Korpsmitglied. Dieses Jahr begleitete die Jugendmusik Brugg, also die Formation der Musikschule Brugg, das Essen.

 

Ausführlich und anekdotenreich

Die traktandierten Geschäfte passierten alle diskussionslos und ohne Gegenstimmen. Das bedeutet beim Rettungskorps aber nicht, dass die Generalversammlung von kurzer Dauer wäre: zuerst Appell mit Namens­aufruf, das dauert bei 209 Mitgliedern schon mal. Ausführlich und anekdotenreich und eben auch kameradschaftlich führt sodann Korpspräsident Serge Läderach durch die Versammlung, berichtet über das Vereinsjahr, gefolgt von Beförderungen und Verabschiedungen, ja sogar Hochzeiten und Geburten im Feuerwehrkorps werden einzeln aufgezählt. Zwölf Neuaufnahmen konnten verzeichnet werden, die Neuen werden einzeln mit Handschlag und Gelöbnis begrüsst.

Kommandant Florian Isenring berichtete über das vergangene 2017. Herausragend waren hier die Komplettierung mit neuen Helmen und die Anschaffung des Grosslüfters. Für das laufende Jahr ist die Evaluierung eines neuen Kommandofahrzeugs und eines Mehrzweckfahrzeuges im Gange. Momentanes Sorgenkind beim Rettungskorps ist die historische Autodrehleiter 1957, sie muss als Oldtimer alle sieben Jahre vorgeführt werden und weist grös­sere Rostschäden auf. Zum Einsatz kommt sie zum Beispiel jeweils beim Jugendfest zum Aufhängen der Kränze.


Grandioser Höhepunkt: Der scheidende Chef der Altersabteilung, Vali Meier, an der laufenden Motorsäge
Grandioser Höhepunkt: Der scheidende Chef der Altersabteilung, Vali Meier, an der laufenden Motorsäge


Verabschiedung von Daniel Moser

Höhepunkt des Abends waren natürlich wie stets die Verabschiedungen: Kassier Adi Wegmüller war 
28 Jahre lang seiner Funktion treu, er wurde mit einem handgefertigten Sparschwein beschenkt. Der langjährige Chef der Altersabteilung, Vali Meier, musste auf der Bühne zur richtigen Motorsäge greifen und Sägemehl produzieren. Für die Verabschiedung von alt Stadtammann Daniel Moser hatte das Vorstandsteam eigens ein komplettes Feuerwehrfahrzeug fabriziert, Blaulicht und Signalhorn inklusive. Die Stimmung im Saal stieg da natürlich gewaltig an.

Aus Rottweil war ebenfalls eine Delegation da. So wie es zwischen Brugg und Rottweil eine Städtepartnerschaft gibt, so gibt es auch eine Kameradschaft zwischen den zwei Feuerwehren. Stolz berichtete der Vertreter aus Rottweil über ihr neues Feuerwehrlokal – Feuerwache nennt sich das in Deutschland. Die neue Frau Stadtammann Barbara Horlacher überbrachte die offiziellen Grüsse und betonte ebenfalls den Teamgeist der Feuerwehr.

Warum aber ist die Kameradschaft so wichtig und so gross im Feuerwehrleben? Im Feuerwehrjahr kann es ja, in Übungen oder im Ernstfall, durchaus auch zu hektischen, stressigen, brenzligen Situationen kommen. Das schweisst zusammen, und man ist sich sicher, dass man sich auch in Zukunft auf die anderen in der Truppe hundertprozentig verlassen kann und will. Diese Verbundenheit und die Erinnerungen an erlebte Geschehnisse waren den ganzen Abend lang spürbar.

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