Kantischüler agieren als Unternehmer

Die Wirtschaftsmittelschüler der Kanti Baden durften im Unterricht eigene Unternehmen gründen. Eines davon ist «BeeStrong», das sich für Bienen stark macht.

Die Gründer des Miniunternehmens «BeeStrong» (v.l.): Gabriel Gurtner, Sirio Crippa, Gerhard Ott und Marc Gilgen
Die Gründer des Miniunternehmens «BeeStrong» (v.l.): Gabriel Gurtner, Sirio Crippa, Gerhard Ott und Marc Gilgen (Bilder: zVg)

von
Annabarbara Gysel

06. März 2019
17:05

«Bienen sind vom Aussterben bedroht, und wir wollen sie wieder stark machen», sagt Sirio Crippa. Der 17-jährige Wirtschaftsmittelschüler der Kanti Baden amtet als CEO des Miniunternehmens «BeeStrong». Dieses hat ein Produkt im Angebot: Honig-Gummibärchen. Pro verkaufte Packung werden 50 Rappen für die Bienen eingesetzt. Mit dem Geld kauft «BeeStrong» bei seinem Partner-Imker in Lengnau Patenschaften für Bienenvölker. Der regionale Aspekt spielt dabei eine wichtige Rolle, wie Crippa betont. «So wissen wir, dass das gespendete Geld am richtigen Ort eingesetzt wird», erklärt er. «Das macht das Geschäft vertrauenswürdiger, auch den Kunden gegenüber.» 
 

Die Honig-Gummibärchen des Miniunternehmens «BeeStrong»
Die Honig-Gummibärchen des Miniunternehmens «BeeStrong»

 

Bestandteil des Stundenplans

Sirio Crippa hat «BeeStrong» vergangenen Sommer zusammen mit seinen drei Mitstreitern Marc Gilgen, Gerhard Ott und Gabriel Gurtner gegründet. Planen die Jugendlichen etwa, sich selbständig zu machen? Nicht ganz. Das Projekt ist Bestandteil des Fachs Integrierte Praxisteile (IPT). Die Schüler erhalten den Auftrag, ein kreatives Produkt zu entwickeln, ein eigenes Unternehmen dafür zu gründen und dieses während eines Jahres zu leiten. «Es ist wichtig, dass wir als Wirtschaftsschüler sehen, wie man ein Unternehmen aufbaut und führt», bestätigt Sirio Crippa. «Man bekommt einen praktischen Input, der uns in der Schule sonst etwas fehlt.» Grundlage für die Aufgabenstellung ist ein Angebot der Non-Profit-Organisation «Young Enterprise Switzerland» (YES), die Wirtschaftsprogramme für Schülerinnen und Schüler entwickelt und bereut. Die Kantonsschule Baden macht von diesem Angebot Gebrauch und hat es entsprechend in den Stundenplan der Wirtschaftsmittelschule integriert.

Jeweils drei Lektionen bekommen die Schüler in der Woche zur Verfügung gestellt, um in Gruppen an ihrem Unternehmen zu arbeiten. Was es dabei alles zu tun gibt, ist nicht zu unterschätzen. Die Jugendlichen müssen nicht nur ihr Produkt konzipieren, sondern auch einen Businessplan erstellen, eine Website gestalten, ein Logo entwerfen und den Medienauftritt planen. Dabei gilt: Nur gemeinsam ist man stark. Denn bewertet wird auch das Zusammenspiel als Team. Die Aufgabe sei schlicht nicht zu bewältigen, ohne viel Freizeit dafür zu investieren, betont Sirio Crippa. Unter dem Strich lohne sich dies aber. «Es macht Spass, dass man den Erfolg sieht, den man mit seiner Arbeit erzielen kann. Sei es, wenn die Rechnung aufgeht und man Gewinn erzielt, oder wenn es eine gute Note gibt.» 

Diese Woche haben die Jungunternehmer im Rahmen des YES-Events im Tägipark Wettingen die Möglichkeit, sich und ihre Firma einem interessierten Publikum zu präsentieren. Dabei können sie auch ihre Produkte verkaufen.
 

Die Gummibärchen-Verpackung aus Natron ist umweltschonend
Die Gummibärchen-Verpackung aus Natron ist umweltschonend

 

Wie weiter mit «BeeStrong»?

Das Ende des Schuljahres 2018/2019 wird den Abschluss des Projektes markieren. Bis dahin müssen die  Teams einen Schlussbericht verfassen, die Schlussabrechnung machen und die Dividenden an die Investoren auszahlen. Die Ergebnisse werden dann im Plenum den anderen Gruppen präsentiert. Bedeutet dies auch das Ende für das Miniunternehmen «BeeStrong»? Nicht zwangsläufig, wie Sirio Crippa erklärt. Es sei durchaus denkbar, weiterzumachen, so der 17-Jährige. «Man könnte die Idee weiterentwickeln, wenn Aufwand und Ertrag übereinstimmen.» Ob sie «BeeStrong» tatsächlich weiterführen werden, haben die vier Gründer noch nicht entschieden. Möglicherweise werden sie das Unternehmen erst einmal auf Eis legen und zu einem späteren Zeitpunkt reaktivieren.

 

 

Präsenz der Schüler am YES-Event im Tägipark Wettingen: 
- Donnerstag, 7. März, 16 bis 20 Uhr
- Freitag, 8. März, 16 bis 20 Uhr
- Samstag, 10 bis 18 Uhr

 

 

 

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