«Kinder sind per se kreativ»

Letizia Ebner hat in den Bewegungsräumen Brugg den «Kreativen Tanz» für Kinder aufgebaut. Eine jährliche Aufführung gehört fest zum Jahreskalender.

Letizia Ebner arbeitet sehr gern mit Kindern
Letizia Ebner arbeitet sehr gern mit Kindern (Bild: cl)

von
Claudia Marek

07. März 2019
08:20

Seit über 14 Jahren unterrichtet Letizia Ebner Kreativen Tanz für Kinder in verschiedenen Altersstufen, vom Kindergarten bis in die Oberstufe. Im Kindertanz werden die Kinder auf spielerische Weise an das Tanzen herangeführt. Es gibt keine vorgeschriebenen Abläufe. «Die Form ist offen», erzählt Letizia Ebner. «Wir geben Inputs zu einem Thema. Beispielsweise greifen wir eine Jahreszeit auf oder versuchen Tiere darzustellen.» Auf welche Art und Weise sich die Kinder ausdrücken wollen, sei ihnen überlassen. Als Hilfsmittel werden nebst Musik auch Tücher, Bälle, Bänder, Seile etc. eingesetzt. Das Spektrum der Bewegungsformen ist riesig. Die Kinder hätten viel Spass dabei und immer neue Ideen. «Jedes Kind ist per se kreativ», ist Letizia Ebner überzeugt. 

Der Kindertanz bietet eine Möglichkeit, das eigene Körperbewusstsein zu schulen. Die Kinder können Verschiedenes ausprobieren und dabei die eigenen Grenzen ausloten. «Nichts ist falsch», betont Letizia Ebner. Jedes Kind könne sich frei ausdrücken, so lange es nicht gesundheitsgefährdend sei. Es gebe keine Wertung. «Tanzen, wie man Lust hat», so Ebner. Diese Freiheit stärke die Kinder ungemein.

 

Die Anatomie des Körpers kennenlernen

Je älter die Kinder sind, umso mehr wird auch die technische Seite in den Unterricht einbezogen. Wie sieht die Anatomie des Körpers aus? Welche Veranlagung habe ich? Wie gehe ich? Wie sitze ich? Welche anatomischen Korrekturen kann ich in den Alltag transferieren? Die Kinder seien interessiert. Sie möchten wissen, wie eine Wirbelsäule aussieht oder ein Becken. «Das schliesst sich neben dem gros­sen kreativen Spielraum nicht aus», erklärt Letizia Ebner, «sondern ergänze sich.» Letizia Ebner hat eine Ausbildung in Bewegungspädagogik und ist daran, eine Weiterbildung in Spiraldynamik zu machen. Dabei handelt es sich um ein anatomisches Bewegungskonzept, welches das universelle Ordnungsprinzip der Spirale aufgreift, woraus die dreidimensionale Bewegung resultiert. Oft sind sich die Kinder gar nicht bewusst, dass sie wie eine «Banane» auf dem Stuhl sitzen und dies für einen Rücken auf Dauer nicht gerade schonend sei. 

Letizia Ebner arbeitet sehr gern mit Kindern. «Kinder sind offen, ehrlich neugierig und kreativ», schwärmt sie. Sie können aber durchaus auch herausfordernd sein. Gerade vor Weihnachten merke man den Kindern eine gewisse Unruhe an, erzählt sie. Es sei ein Geben und Nehmen, beurteilt sie ihre Tätigkeit. «Es tut gut, in lachende Kinderaugen zu schauen», sagt sie. 


Tanz der Sinne

Höhepunkt des Jahres ist die Aufführung. «Für die Kinder ist es ein tolles Erlebnis, sich vor Publikum zu präsentieren», erzählt Letizia Ebner. «Tanz der Sinne» ist das diesjährige Thema der Aufführung. Einen Zwang mitzumachen, gebe es nicht. Kindergartenkinder würden manchmal erst nur zuschauen wollen. Auch da sind die Kinder frei in der Entscheidung, aber für viele sei es eine wertvolle Erfahrung, miteinander einen Tanz zu erarbeiten und diesen vorzuführen. «Das schweisst die Kinder zusammen», so Ebner. 

 

 

Aufführungen in den Bewegungsräumen an der Stapfertrasse 27 in Brugg:
Samstag, 16. März, und Sonntag, 17. März, jeweils um 11 Uhr und 13.30 Uhr

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