Kindergärten unter der Linde eingeweiht

Am Samstag wurden der Neubau und der sanierte Kindergarten in Veltheim feierlich den Kindern und ihren Lehrpersonen übergeben.

Die Vältner Kindergärtner vor ihrer Darbietung an der Einweihungsfeier. (Bild: sha)

22. Juni 2022
15:42

Für den Veltheimer Gemeindeammann Ulrich Salm war der Moment der offiziellen Einweihung am Samstagmorgen ein ganz spezieller. «Vor knapp fünfzig Jahren sass ich da, wo ihr heute seid», wandte er sich an die Kindergärtler. «Sein» damaliger Kindergarten sei damals ganz neu gewesen, und das nun erfolgte «Lifting» unter anderem mit neuen Fenstern und frischer Farbe habe ihm zweifellos gutgetan. Im Mittelpunkt des Interesses stand nun jedoch das neue Kindergartengebäude, für das die Gemeindeversammlung im August 2020 einen Kredit von 1,47 Millionen Franken gesprochen hatte. Es ist bereits im Januar 2022 in Beschlag genommen worden. Die Einweihungsfeier mit dem «Tag der offenen Tür» musste aber auf letzten Samstag verschoben werden.

«Das ist euer Haus, wo ihr tagein, tagaus sein dürft», sagte Salm zu den Kindern. Vor den Augen ihrer Eltern und anderer interessierter Dorfbewohner sangen die Kinder das Lied «Mer wänd zäme öppis mache». Mit ihrer Darbietung auf der als Brücke zwischen den beiden Kindergärten fungierenden Rampe erfreuten sie die Anwesenden.

Speziell an heissen Tagen ist die Linde mit ihrer Schatten spenden Krone etwas Wunderbares. Architekt Markus Fankhauser von BEM Architekten, Baden, nahm in seiner Rede Bezug auf den prächtigen Baum. «Für alle beteiligten Planer war anfangs klar, dass die Linde gefällt wird, denn das hätte planerische Freiheit bedeutet. Aus meiner Sicht hat die Linde aber einen grossen Zeitwert. Die Kinder, die heute hier zur Schule gehen, hätten alle graue Haare und viele Runzeln, bis in achtzig Jahren ein neu gepflanzter Baum wieder so gross wäre.» Ein Baumspezialist bescheinigte der Linde in einem Gutachten, nachdem er sie im wörtlichen Sinne mittels einer Stammtomografie «geröntgt» hatte, dass sie gesund und vital sei und wohl mindestens nochmals achtzig Jahre leben sollte. «Auf dieser Basis wagten wir daher den Versuch, das Haus förmlich um die Linde herum oder, vielleicht treffender gesagt, mit der Linde zusammen zu planen», so Markus Fankhauser. Die Form des Gebäudes, seine präzise Lage, die Baukonstruktion und Materialwahl und Weiteres seien stark durch die Linde mitgeprägt worden.
 

  • Die Zopf-Schlüssel werden überreicht.
  • Die Veltheimer Kindergartenkinder haben Freude am neuen Unterrichtsgebäude. (Bilder: sha)


«Grundstein für nachhaltige Entwicklung»
Gemäss Architekt Fankhauser bildet der Neubau den Grundstein für eine künftige, nachhaltige Entwicklung der Schulanlage mit einem langfristigen Zeithorizont. Der alte und nun frisch aufgewertete Kindergarten weise eine genügend hohe restliche Lebensdauer auf, um ihn nicht bereits jetzt im Rahmen einer Gesamtlösung zu ersetzen. Stattdessen wurde eine städtebauliche Lösung zusammen mit dem Neubau umgesetzt. Wenn die Lebensdauer des alten, blauen Kindergartens erreicht sei, könne ein zweiter Neubau das «Vis-à-Vis» des aktuellen Projekts bilden. Dieser Neubau werde dann direkt hinter dem blauen Kindergarten gebaut. Der Vorteil dieser Lösung: Der Neubau kann im laufenden Schulbetrieb und ohne Provisorien erfolgen. «Damit wird die Schulanlage gesamtheitlich weiterentwickelt und im Schlusszustand im nördlichen Abschluss gefestigt», zeigte sich Fankhauser überzeugt.

Applaus und Dank ging nicht nur an die Kinder für ihre Darbietung, sondern auch an die Kindergartenlehrpersonen Käthi Setz und Claudia Cecchin, die Mitglieder der begleitenden Baukommission sowie Bauleiter Dominik Trottmann. Auch Schulleiterin Christine Fricker freute sich über das neue Gebäude, das in ihren Augen der «dritte Pädagoge» ist.

Im Moment noch nicht ganz abgeschlossen werden konnte die Umgebungsgestaltung mit Schatten spendender Pergola, und auch der Rasen muss noch wachsen. Danach stehen den Kindergartenkindern von Veltheim wieder moderne Unterrichtsräume und eine ebensolche Umgebung zur Verfügung. Dies alles getreu dem an der Eingangstüre stehenden Motto «Zäme wachse!»

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