Kirchen zeigen Einheit in der Vielfalt

Das ist einmalig: Neun Kirchen und christliche Gemeinschaften aus dem Raum Brugg spannen für den Bettagsgottesdienst in der Hofstatt zusammen.

Er ist einer der Koordinatoren hinter dem Bettagsgottesdienst in der Hofstatt: Rolf Zaugg, reformierter Pfarrer. (Bild: aru)

08. September 2021
18:54

Die Landeskirchen und Freikirchen der evangelischen Allianz setzen am 19. September ein Zeichen der Einheit und laden die Bevölkerung zu einer gemeinsamen ökumenischen Feier in die Hofstatt ein. Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist ein staatlich verordneter Feiertag, der seinen Ursprung im Zusammenwirken von Staat und Kirchen hat. 1796 eingeführt, hatte er zum Ziel, ein verbindendes Element für die verschiedenen Konfessionen zu schaffen. «Auf dieser Basis setzen auch wir in Brugg ein gemeinsames Zeichen», sagt Rolf Zaugg, reformierter Stadtpfarrer und einer der Initianten des Projekts. «Trotz unserer Verschiedenheiten sind wir gemeinsam Kirche», ergänzt er und gibt offen zu: «Verschiedenheiten sind durchaus vorhanden, und dazu stehen wir auch.» Deshalb habe man für den gemeinsamen Openair-Gottesdienst eine herausfordernde Bibelstelle gewählt, bei deren Interpretation man ganz und gar nicht einer Meinung sei. «Die Auseinandersetzung im Gespräch ist bereichernd und ein wesentliches Merkmal unserer Kirchen», betont Zaugg. Der gemeinsame Gottesdienst baut auf dem Stadtfest auf, in dessen Rahmen die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Gemeinschaften in Brugg bereits gewinnbringend funktionierte. Nun wurde die Runde auf neun Beteiligte ausgeweitet, die ab sofort auch online unter einem Dach zu finden sind (kirchen-brugg.ch). Der Bettagsgottesdienst kombiniert Elemente des klassischen Gottesdiensts mit modernen Worship-Einlagen und wird von der Stadtmusik Brugg begleitet. Mit dabei ist zudem Frau Stadtammann Barbara Horlacher, die aus politischer Perspektive zum Publikum sprechen wird. Für Kinder wird parallel ein eigenes Programm angeboten.

 

Sonntag, 19. September, 10 Uhr

Hofstatt, Brugg

  • Simon Rohr, Chrischona: «Mir bedeutet der gemeinsame Gottesdienst viel. Er ist ein starkes Zeichen der Einheit. Besonders freut mich, dass erstmalig so viele Kirchen beteiligt sind – nebst den Landeskirchen und der Chrischona auch die Allianzgemeinden.»
  • Wolfgang von Ungern-Sternberg, reformierte Kirche Umiken: «Mich freut, dass wir mit Landes- und Freikirchen sowie mit der Stadtverwaltung ein Zeichen der Gemeinschaft setzen können. Ich beteilige mich gern an der Gottesdienstgestaltung und bin gespannt auf eine kreative Feier.»
  • Dora Kunz, Heilsarmee: «Für mich persönlich bedeutet diese Zusammenarbeit: zusammenhalten, zusammen unterwegs sein, einander dienen und tragen, Ressourcen teilen, aber vor allem das gemeinsame Ziel anstreben: Menschen mit Jesus bekannt machen.»
  • Thomas Bosshard, ICF: «In der heutigen Zeit mit anderen Kirchen zusammenzuarbeiten und ein Zeichen für Einheit zu setzen, bedeutet mir viel. Gott führt uns trotz verschiedener Meinungen zusammen. Anbetung hilft uns, auf das zu schauen, was uns verbindet, und nicht auf das, was uns trennt.»
  • Erika Schibli, Freie Gemeinde: «Für mich sind der Austausch und die Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen in Brugg sehr wichtig. Meine Motivation dabei: nicht das Trennende suchen, sondern den gemeinsamen Glauben stärken.»
  • Thomas Weber, Pfingstmission: «Unsere individuellen Kirchen haben alle ihren Platz in der Region und sprechen mit ihrer Art, Gottesdienst zu feiern, unterschiedliche Menschengruppen an. Wir treffen uns im Zentrum, da, wo es drauf ankommt: bei Jesus Christus.»
  • Michael Merkt, Gospel Center: «Ich freue mich sehr darauf, mit den Brugger Kirchen einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Mit diesem Anlass wird unsere Einheit nun auch nach aussen sichtbar. Persönlich werde ich mich an der Feier mit einem Fürbittegebet beteiligen.»
  • Dorothee Fischer, katholische Kirche: «Mich freut diese Zusammenarbeit sehr. Wir alle zeigen und leben auf unterschiedliche Weise den christlichen Glauben in unserer Gesellschaft. Verbundenheit in Verschiedenheit – dies kann unser christliches Zeugnis nur stärken und bewusster machen.»
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