Klimawandel setzt dem Wald zu

Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung haben ihr eingebrachtes Vorhaben in die Tat umgesetzt und im Jubiläumsjahr 975 Bäume gepflanzt.

Schritten zur Tat: Andrea Korstick, Einwohnerkontrolle, und Tabea Hagger, Betreibungsamt. (Bild: pg)

28. Oktober 2020
18:19

Raus aus Kostüm und Anzug, rein in Arbeitskleidung und währschaftes Schuhwerk. In der vergangenen Woche haben Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung ihr Versprechen eingelöst. Bereitwillig erläutert Gemeindeammann Roland Kuster, wie es zu diesem, für das Personal aus-sergewöhnlichen, freiwilligen Einsatz kam.

Im Rahmen eines geselligen Mitarbeiteranlasses in der Zeit seiner Amtseinführung kam die Idee auf, dass man sich für ein nachhaltiges Projekt einbringen möchte. So haben die Verwaltungsangestellten ihren Team-Spirit und ihre Kreativität bereits 2017 unter Beweis gestellt. Entstanden ist dabei der aus Holz gefertigte Slogan «Wettingen – Stern an der Limmat» auf dem Rathausplatz, wo er während Wochen die Blicke auf sich zog.


Ein nachhaltiges Projekt
Nun galt es, ein weiteres, nachhaltiges Projekt zu realisieren. Aus Anlass des 975-Jahr-Jubiläums der Gemeinde Wettingen, in welchem man durch die Pandemie gezwungen war, auf grosse Festivitäten zu verzichten, hatte man sich zum Ziel gesetzt, 975 Bäume zu pflanzen. Mit dieser durch Markus Byland, den Leiter des Forstbetriebs, und seine Crew mitgetragenen Aktion wurde der Grundstein für eine neue Waldgeneration gelegt. Auf verschiedenen Waldflächen am Lägernhang, so auch im äusseren Birch, einem Waldstück der Ortsbürger, wurde das Vorhaben durch  Teams aus verschiedenen Verwaltungsabteilungen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend umgesetzt.

Die Arbeiten in diesem steilen Waldstück, auf welchem die vom Borkenkäfer befallenen Fichten gefällt werden mussten, waren für die Teilnehmenden eine echte Herausforderung, galt es doch während eines Tages rund 200 Douglasien, Eiben, Eichen, Linden und Ahorne fachgerecht zu pflanzen und mit einem Verbissschutz zu versehen.


Ein Generationenentscheid
Diese Baumarten, so Markus Byland, gelten in den Schweizer Wäldern hinsichtlich des Klimawandels als potenziell zukunftsfähig. Der Entscheid, an welchem Standort welche Baumart gepflanzt werden soll, ist eine Entscheidung für Generationen. Der Klimawandel stellt die Waldbesitzer vor grosse Herausforderungen, und so lobte Markus Byland die Verwaltungsangestellten für die Umsetzung der Idee und die Einsatzfreudigkeit, welche mit einem Mittagessen beim Waldhaus «Muntel» belohnt wurde.

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Kommentare (1)

  • ritanna
    ritanna
    am 29.10.2020
    ich finde es wunderbar in solcher Art die Biodiversität zu fördern für unsere Nachkommen.Mögen diesem Beispiel noch andere folgen. Unser dorf bräuchte noch mehr Jungpflanzen der Jahre wegen.

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