Kobold-Chaos in Freienwil

Es ist das Theater-Ereignis des Jahres: Mit der Komödie «Wunsch zu verschenken» verabschiedet sich die Freienwiler Abschlussklasse aus der Primarschule.

Die 6. Klasse bei der Hauptprobe auf der Bühne im «Weissen Wind»
Die 6. Klasse bei der Hauptprobe auf der Bühne im «Weissen Wind» (Bild: zVg)

von
Ilona Scherer

29. Mai 2019
09:00

Was wünscht man sich, wenn man im idyllischen Freienwil wohnt, umgeben von grünen Bäumen und glücklichen Menschen? Ist wirklich jeder und jede wunschlos glücklich? Dieser Frage ist die sechste Klasse zum Ende ihrer Schulzeit im Dorf nachgegangen. In dem Stück, das aus der Feder von Lehrer François Ruedin stammt, spielt Kobold Devin die Hauptrolle. Er sucht dringend einen Menschen, dem er einen Wunsch erfüllen kann. Schafft er dies nicht bis Sonnenuntergang, so wird Devins grüner Albtraum wahr: Der Kobold verliert seine Wunschlizenz.

Für die Aufführungen auf der schmucken Schaukastenbühne im Saal des «Weissen Windes» mussten die Schülerinnen und Schüler 50 Seiten Text auswendig lernen. Für die 12- und 13-Jährigen aber kein Problem: «Wir haben unheimlich Spass am Theaterspielen, und wir sind gut vorbereitet», erklären Ronja und Lia. Zudem erfüllt das Ganze auch einen guten Zweck: «Unsere Klasse wird Ende Juni auf eine dreitägige Abschlussreise nach Genf gehen. Um diese zu finanzieren, machen wir eine Kollekte beim Theater.» Rund um die zwei Aufführungen werden Snacks und Getränke angeboten. Auch eine Schülerband wird live auf der Bühne performen. 

 

Das Ende einer Tradition

Bis letztes Jahr war es an der Schule Freienwil Tradition, dass die Abschlussklasse an der grossen Schulschlussfeier im Mittelpunkt stand. In feierlichem Rahmen wurden die Jugendlichen einzeln von ihrer Klassenlehrperson vorgestellt – vom Eintritt in den Kindergarten bis zum Ende ihrer Schulzeit im Dorf. Die Klassen dachten sich ihrerseits eine fantasievolle Verabschiedung der Lehrpersonen aus. Auf dieses Schuljahr hin wurde diese Tradition abgeschafft, da der Aufwand konstant grössere Dimensionen annahm. Bei der Feier Anfang Juli wird es aber noch eine kurze Verabschiedung durch die Schulpflege geben.

Mit dem Theaterabend bietet sich deshalb die wohl letzte Möglichkeit, die ältesten Schülerinnen und Schüler der Dorfschule noch einmal gross in Aktion zu sehen, bevor sie ab Mitte August in die Oberstufe nach Lengnau oder Endingen wechseln. «Wir würden uns über ein grosses Publikum und einen super Applaus freuen», erklären Ronja und Lia: «Wir hoffen, dass wir Gross und Klein mit unserem Auftritt wunschlos glücklich machen können.» 
 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Kommentar erstellen

«Man muss auch Grösseres wagen»

Der Verein «inBrugg» hat jüngst mit einer Plakatkampagne Aufsehen erregt. Nun... Weiterlesen

«Der Abschied fällt nicht leicht»

Aus einer spontanen Ein­gebung wurde ein Herzensprojekt: Der Musiker Beda... Weiterlesen

blog

Saeculum – Ursula Poznanski

Fünf Tage wie im Mittelalter leben – ohne Strom ohne Handy. Da er seine Freizeit... Weiterlesen

region

Klima wurde heiss diskutiert

Zwei nicht traktandierte Anträge aus der Bevölkerung dominierten die... Weiterlesen

region

«Ich muss ein Zeichen setzen»

Am 14. Juni 1991 war der erste Frauenstreik. Damals legten auch in Brugg viele... Weiterlesen