Kreativ in vielerlei Hinsicht

Die Bruggerin Lilith Föhn war schon auf den Titelblättern des NZZ Magazins und von Friday abgebildet. Sie ist aber nicht nur als Model begehrt.

Lilith Föhn vor eigenen Arbeiten (Bild: em)

von
Esther Meier

07. August 2019
11:05

15 Jahre lang hat Lilith Föhn in Brugg die Ballettschule Graf Weissbarth besucht, seit sie dreieinhalb Jahre alt ist. Hier hat ihre Liebe zur Bühne, zu Auftritten vor Publikum begonnen. Und doch zieht es sie jetzt, nach ihrer Ausbildung an der Académie de Meuron Neuchâtel, weder zum Zeichnen noch zum Filmen sondern zuerst möchte sie ihre Chancen als Model testen. Testen ist eigentlich nicht das richtige Wort, da sie sich bereits erfolgreich in dieser Welt versucht hat. Sie erhält weiterhin Angebote von der Option Model Agency, wobei sie vorläufig noch zu- oder auch absagen darf. 2017 war sie auf den Titelblättern des NZZ Magazins und von Friday abgebildet. Sie lief auch von 2016 bis 2018 für die Mode Suisse Shows. Vor einem Jahr erhielt sie eine Anfrage aus London, doch sie wollte zuerst ihre Schule beenden. Das hat sie nun als Klassenbeste geschafft und damit auch gleich einen Preis des Neuenburger Lions Club gewonnen.

 

Bühnenpräsenz

In Brugg hat Lilith Föhn neben dem Ballett den Kindergarten und die Primarschule besucht. In der Bezirksschule fehlte ihr die kreative Betätigung, weshalb ihre Eltern sie in Schafisheim auf die Rudolf-Steiner-Schule schickten. Diese Schulen sind bekannt dafür, neben dem regulären Stoff viel Freiraum für gestalterisches Schaffen zu bieten. Zwar kam ihre Zeichnungsfreude etwas zu kurz, dafür wurde umso eifriger Theater gespielt. In der Abschluss-Aufführung – in Brugg! – spielte Lilith die männliche Hauptrolle. Der General-Anzeiger berichtete darüber. 

 

Académie in Neuchâtel

Lilith war die einzige Deutschschweizerin an der Académie. Das zwang sie zum Französischsprechen, aber der Aufwand für schriftliche Arbeiten war doch erheblich. Sie darf bis Oktober ihr Zimmer in der dortigen WG noch bewohnen, denn nun will sie endlich die Stadt und die schöne Umgebung geniessen, dazu kam sie bisher nicht. Als ihr die Fachmittelschule in Aarau zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten bot, lernte sie intensiv Französisch, um in einem andern Kulturraum eine gestalterische Fachschule zu besuchen, die ihr Zeichnungstalent fördern sollte. Das Ausbildungsangebot der Académie ist ausserordentlich breit: von Photographie über Skulptur zu bewegten Bildern, graphischem Design, Philosophie und Kunstgeschichte. Fast die Hälfte der Schlussexamen bestand Lilith mit einer Sechs.

 

Yoga in Kambodscha

Wenn sie etwas macht, dann immer voller Elan. Das büsste Lilith in Neuchâtel gegen Ende des dritten Semesters mit tiefer Erschöpfung. So entschloss sie sich, in Kambodscha ein zweiwöchiges Seminar für Yoga, Meditation und vegane Ernährung zu besuchen. Warum so weit weg? Aus zeitlichen Gründen, denn näher gelegene Angebote hätten bloss eine Woche gedauert oder waren schon ausgebucht. Bei der ganzen Klimadiskussion habe sie den weiten Flug eher contre coeur angetreten. Die spirituelle Erfahrung sei dann aber genau das gewesen, was sie gebraucht hätte. Selbstverständlich besuchte sie die bekanntesten Tempelanlagen des Landes, als Ästhetin schätzt sie Asien sehr. Sie hatte mit ihrer Mutter schon Japan bereist. Japanische Gesichter spielten in Liliths Ausstellung in Aarau eine dominante Rolle. Lilith strahlt, wenn sie von ihren Erfahrungen und Reisen berichtet. Guatemala, die Heimat ihrer Mutter, liebt sie vor allem wegen der Landschaft. Überhaupt ist sie ihren Eltern unendlich dankbar für ihre Unterstützung in jeder Hinsicht.

 

Modeln?

Was reizt die junge Bruggerin denn am Modeln? Sie hat sich schon immer für Mode interessiert. «Ja, ich habe einen grossen Kleiderschrank», gesteht sie auf die entsprechende Frage. Modische Strömungen beeinflussen sie kaum, sie geht genauso gerne in den Knaben- oder Herrenabteilungen stöbern. Wenn sie einmal elegant gekleidet sein will, setzt sie gerne einen Kontrapunkt. 

 

Vor und hinter der Kamera

Sie steht genauso gerne vor wie hinter der Kamera. Zudem gefällt ihr die Arbeit mit kreativen Menschen in der Modebranche. Die Liebe zum Film verdankt sie ihrer Mutter, die ebenfalls Cinéphile ist. Der Animationsfilm wäre etwas, bei dem Lilith sowohl ihre Freude am Zeichnen als auch am Film einbringen könnte. Kurzum, entweder nach einigen Modeljahren oder rascher will sie in der Filmbranche Fuss fassen. Hier würde sie auch der Fachbereich Ton faszinieren. Sie spielt Klavier und Schlagzeug – elektronisch, in der WG geht das nicht anders – und ist sehr musikalisch. Es scheint also, dass man in naher oder ferner Zukunft weiterhin von dieser Bruggerin hören wird!

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