«Kritik ist wichtig»

Die Wettingerin Gloria Galovic durfte ihre Fotoserie von der Streetparade an einer der wichtigsten Werkschauen für Fotografie Europas zeigen.

Die Künstlerin mit ihren Bildern in der Halle 622 (Bild: zVg | Constantine Emer)

15. Januar 2020
09:00

Rund 30'000 Besucher strömen jedes Jahr an die «photoSchweiz». Über 300 Fotografinnen und Fotografen zeigten vom 10. bis 14. Januar in Zürich-Oerlikon ihre liebsten Bilder des Jahres. Eine von ihnen war die Wettingerin Gloria Galovic. Die 27-Jährige, die derzeit ihren Master in Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste macht, zeigte eine Fotoserie vom 10. August 2019 an der Streetparade. Fast 700 Bilder hatte sie dort geschossen: «Dabei sind mir, neben dieser geballten Gemeinschaft, auch viele Momente der Isolation aufgefallen. Beeindruckend, wie fest wir uns in Kollektiven angleichen können, aber es immer wieder schaffen, einander zu verpassen», erklärt die Fotografin, die schon mehrfach in der Region ausgestellt hat. 

Dass sie nun an der renommierten photoSchweiz angenommen wurde, machte sie stolz. Die Resonanz sei mehrheitlich positiv gewesen, «aber auch Kritik stört mich nicht. Hauptsache, meine Bilder lösen etwas aus!» 

Inspiriert wurde Gloria Galovic durch ihre Grossmutter Anna, die mit Leidenschaft ihre Kinder und Enkel porträtierte: «Auf ihrem Estrich lagerte sie in Truhen unentwickelte Filme und Fotos, in denen ich gerne wühlte.» Ihre ganze Familie sei kunst-begeistert und unterstütze sie sehr, so die Fotografin: «Wir haben schon viele Ausstellungen und Museen in Europa besucht.» Die letzte Reise führte sie an die Urban 2020 in Triest, wo sie sogar eines ihrer Idole, den Briten Martin Parr, traf. In der norditalienischen Stadt entstand auch die Idee für ein nächstes Projekt: «Als ich mit meiner Kamera in der Stadt unterwegs war, fielen mir die vielen vermenschlichten Designer-Hündchen auf, die mit ihren Herrchen oder Frauchen durch die Strassen flanierten.»

Neben der Strassenfotografie macht Gloria Galovic auch Studio­shootings. Um ihre Leidenschaft zu finanzieren, arbeitet sie im Immobilienunternehmen ihrer Mutter Dunja (53) mit und jobbt in Bars oder Restaurants. Ihr Ziel: «Den Betrachtern meiner Fotos ein Lächeln zu entlocken.»

War dieser Artikel lesenswert?
0

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Kaffee trinken und eine Sprache vertiefen in Baden

Sich eine Fremdsprache anzueignen, ist nicht immer eine einfache Angelegenheit.… Weiterlesen

Japan meets Ennetbadenerin

Die Ennetbadener Künstlerin Milena Seiler stellt im Kunstraum Baden ihre Werke… Weiterlesen

blog

Tod im Februar – Alan Parks

Freunde von Kriminalgeschichten werden Freude an diesem Roman haben. Er zeigt,… Weiterlesen

blog

Ozelot und Friesennerz – Susanne Matthiessen

Die Autorin gibt einen guten Einblick in die Welt von Sylt. Jener beliebten… Weiterlesen

region

Frische Brise im Weissen Wind

Alessio Gretz (30) hat an Top-Adressen in Zürich gearbeitet. Nun freut er sich… Weiterlesen