Landschaftsgärtner investieren 2,9 Mio.

An einer ausserordentlichen GV der Regionalsektion JardinSuisse Aargau fiel der einstimmige Entscheid, dass die geplante Ausbildungsstätte in Birr realisiert werden soll.

Visualisierung des geplanten neuen Ausbildungszentrums von JardinSuisse beim Neuhof
Visualisierung des geplanten neuen Ausbildungszentrums von JardinSuisse beim Neuhof (Bild: zVg)

von
Max Weyermann

21. November 2018
09:00

Weil die Lehrwerkstätte der Gartenbauschule Niederlenz definitiv geschlossen wird, musste der Unternehmerverband Jardin Suisse Aargau (JSA) einen neuen Standort suchen. Dieser wurde beim Berufsbildungsheim Neuhof in Birr gefunden. Auf dem Areal der Schweizerischen Pestalozzistiftung – zwischen dem neuen Spielplatz und der Kantonsstrasse Birr-Brunegg – soll das Ausbildungszentrum für angehende Landschaftsgärtner gemäss Beschluss der ersten ausserordentlichen Generalversammlung in der 124-jährigen Geschichte des JSA entstehen. «Unser Berufsverband hat die grosse Chance, die Ausbildung seiner Lernenden in eine zeitgemässe und attraktive Infrastruktur zu überführen», war in der Einladung zur GV zu lesen.

 

Ein deutliches Bekenntnis

Die anwesenden 73 JSA-Mitglieder (sie vertraten rund die Hälfte der angeschlossenen Betriebe) liessen sich überzeugen und gaben geschlossen grünes Licht für das vom Vorstand vorgelegte Projekt von Walker Architekten in Brugg. Angesichts der Tatsache, dass die Zeit drängt, weil die Übergangsfrist in Niederlenz bis zur Schliessung Ende 2019 abläuft, konnte das GV-Verdikt praktisch nicht anders als positiv ausfallen. Der Vorstand mit Präsident Manuel Eichenberger zeigte sich dennoch erleichtert über das klare Votum. Zu diskutieren gab die Finanzierung der auf 2'941'500 Franken veranschlagten Kosten. Der Verband setzt sich zum Ziel, ein von den Mitgliedern freiwillig gezeichnetes Aktienkapital von 600'000 Franken in die künftige JardinSuisse Aargau Bildungszentrum AG einzubringen. Sollte diese Summe bis zur ordentlichen GV am 25. Februar 2019 nicht erreicht werden, wären die heute eingetragenen Betriebe verpflichtet, einmalig zwei Prozent ihrer auf jeweils eine Million Franken plafonierten AHV-Lohnsumme beizusteuern. Ausgenommen wären jedoch reine Produktionsbetriebe. Im Laufe der Generalversammlung gingen jedoch unter Applaus der Anwesenden bereits die ersten grösseren Zusicherungen für Aktienzeichnungen ein. Der Hauptanteil der benötigten Finanzmittel soll via Bankkredit beschafft werden. Hinzu sind Eigenmittel von JardinSuisse Aargau, Geld aus einem Berufsbildungsfonds des Bundes und mögliche Darlehen in Aussicht. Zur Diskussion steht zudem eine Solidarbürgschaft des Kantons für den Fall, dass bezüglich Finanzierung alle Stricke reissen würden. Das von der Schweizerischen Pestalozzistiftung auf 30 Jahre zugesicherte Baurecht könnte gemäss heutigem Stand nach dessen Ablauf um zweimal zehn Jahre verlängert werden. Bei der Kalkulation der Tragbarkeit wird mit einem jährlichen Aufwand von 150'000 Franken für die Aufrechterhaltung des zentralen Standortes für die berufliche Aus- und Weiterbildung der Landschaftsgärtner gerechnet.

 

Funktionale Holzkonstruktion

Das von Architekt Norbert Walker präsentierte Projekt in Form einer Holzkonstruktion mit Satteldach umfasst nebst einem zweistöckigen Kopfbau mit Schulungs- und Aufenthaltsraum sowie Büros und Archiv eine Werkhalle mit Lager und eine offene Arbeitshalle. In dieser können die jährlich rund 60 bis 80 Lernenden in kleinen Gruppen und witterungsunabhängig den fachgerechten Umgang mit Gartenmaterialien wie Erde und Steinen üben. Die reine Grundfläche des Gebäudekomplexes beansprucht rund 18 x 73 Meter. 

Neuhof-Gesamtleiter Daniel Büchi stellte zu Beginn der GV das von ihm geführte Berufsbildungsheim (Justizheim) für junge Männer vor. Er hob die biologische Produktion des gärtnerischen und des landwirtschaftlichen Bereiches hervor und wies auch auf die zu erwartenden vielversprechenden Synergien – unter anderem in Sachen Verpflegung aus der Neuhof-Küche – mit dem künftigen Ausbildungszentrum der Landschaftsgärtner hin. Dieses soll Ende 2019 realisiert sein und Anfang 2020 in Betrieb gehen. 

 

Verbandsjubiläum steht bevor 

Im Vorfeld der Einweihung des neuen Standortes in Birr feiert JardinSuisse Aargau am 24. August 2019 auf Schloss Lenzburg das 125-Jahr-Jubiläum. Der Verband plant zudem im ganzen Kanton eine PR-Aktion mit individuell mit Blumen bepflanzten grossvolumigen Säcken oder Gefäs­sen. Die Mitglieder sind aufgerufen, in ihren Gemeinden geeignete Standorte für eine Verweildauer von gut einem halben Jahr zu suchen.  

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Anzucht und Umortnung

Der Neologist René Gisler sät und erntet transgene Worte im Rahmen eines... Weiterlesen

How to ride a bicycle

Die Stadtpolizei Baden und die Fachstelle Integration organisieren einen... Weiterlesen

region

Die Schulwegsicherheit im Visier

Mit verschiedenen Massnahmen lässt sich die Schulweg­sicherheit verbessern. Der... Weiterlesen

specials

Senioren gamen mit Freude und Eifer

Computerspiele können auch ältere, selbst demente Menschen begeistern und... Weiterlesen

region

Die Kindergärtner halfen beim Mauern mit

Der 1967 gebaute Kindergarten in Holderbank genügte den ökologischen und... Weiterlesen