Leben am Rande der Gesellschaft

Das Musical «Menschen am Bahnhofplatz» erzählt eine Geschichte aus dem wahren Leben. Gezeigt wird es im Zelt am Bahnhof Baden.

Die Musical-Crew bei den Proben
Die Musical-Crew bei den Proben (Bild: sbs)

von
Suzana Senn-Benes

21. Juni 2018
09:00

Musical im Zelt am Bahnhof

Freitag, 29. Juni, 19.30 bis 20.45 Uhr und  Samstag, 30. Juni, 9 bis 10.45 Uhr. Musicalvorführung mit oder ohne Brunch möglich (mit Brunch kostenpflichtig), Eintritt frei, Kollekte

Reservation: musical@hope-baden.ch oder 056 221 84 64

Ein Mensch – ein Leben, und jedes dieser Leben verläuft anders. Denn jedes Lebensdrehbuch wird mit anderen Hintergründen geschrieben und mit verschiedensten Schicksalsschlägen verfasst. Manchmal wird einem der Himmel auf Erden geschenkt – manchmal aber drängt es einen an den Rand der Gesellschaft. Warum auch immer das so ist, das steht in den Sternen geschrieben. Die Mitarbeitenden im Sozialwerk HOPE werden tagaus, tagein mit Menschen konfrontiert, deren Leben durchgewühlt, deren Würde genommen wurde und deren Selbstvertrauen einen schmerzenden Knick erlitten hatte. 

 

In die Schuhe eines andern

Die Sozialbegleiter durchleben mit diesen Menschen stets einen Prozess durch Obdachlosigkeit und Armut, welche oft Ohnmacht herbeirufen. Das brachte sie auf die Idee, das Thema bühnenreif zu machen. Damit möchten sie das Verständnis füreinander fördern. Ebenfalls soll das Miteinander gestärkt werden wie auch die Anteilnahme gegenüber Mitmenschen, welche in Not geraten sind. Das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in sich selbst sollen durch dieses musikalische Projekt an Stärke gewinnen. Ziel ist es, eine Mauer zu überwinden, schrittweise aufeinander zuzugehen und Vorurteilen keine Chance zu geben. Schliesslich kann das Schicksal jeden treffen. Manchmal schadet es nicht, in die Schuhe eines benachteiligten Menschen zu schlüpfen, ihn zu spüren, seine Ängste wahrzunehmen und ihm auf diese Weise zu begegnen.

 

Profis und Laien  

Daniela Fleischmann von HOPE verfolgte die Idee mit einem Musical schon länger. Da sie bereits mit Andrea Cattel erfolgreich zusammengearbeitet hatte, ergab sich die spannende Gelegenheit, erneut ein gemeinsames Projekt anzugehen. So entstand aus der ursprünglichen Idee etwas Fassbares, mit Tiefsinn und Entfaltungsmöglichkeiten. Daniela Fleischmann hofft: «Wir möchten die Gesellschaft mit diesem Thema konfrontieren und aufzeigen, dass das Leben sich als schwierig entwickeln kann in solchen Situationen. Wir sind auch offen für Verbesserungsvorschläge und Ideen.» Das Kulturprojekt wird von mehreren Sponsoren und der Stadt Baden unterstützt. Im Musical wird das Leben von Joe aufgezeigt. Es durchläuft seine verschiedenen Lebensthemen: Würde, Gemeinschaft, Geld, Arbeit und Wohnproblem. Es ist eine Zusammenstellung wahrer Begebenheiten. 

Stephan Grossenbacher führt moderierend durch das Musical, und Schauspieler Tommi Zeuggin untermalt die Aussagen authentisch mit seinen pantomimischen Darbietungen. Musikpädagogin Andrea Cattel leitet den Chor und die Regie. Sie leitet bereits als Freiwillige das offene Singen im HOPE. Der Chor aus 23 Sängern besteht aus Gästen im Umfeld von HOPE und von anderen Chören. 

Der Gesang im Musical untermalt die Erlebnisse von Joe. Tschudi, Dirk und Alvin kennen die Themen aus ihrem eigenen Leben, haben Texte und Musik dazu geschrieben und werden sie live interpretieren. Mit dem christlichen Rapper Sent gewinnt die Sache zusätzlich an Professionalität. Doch eine erzählte Geschichte muss wahrlich nicht perfekt sein, um zu berühren. 

Die Verantwortlichen freuen sich, wenn das Musical dazu beiträgt, dass man den Menschen vom Bahnhofplatz Achtung schenkt und ihnen mit Respekt begegnet.

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