Leben im Park der Villa Langmatt

Kein Lebewesen lebt für sich allein. Alles ist verbunden und voneinander abhängig. Dem Thema Biodiversität widmet sich auch die Langmatt.

Im Austausch: Daniela Minneboo, Assistenzkuratorin Museum Langmatt, Doris Tausendpfund, ZHAW, Pascale Contesse, Projektleiterin Stadtökologie, Markus Stegmann, Direktor Museum Langmatt und Stadtammann Markus Schneider (Bild: pg)

28. April 2021
17:11

Das in der Schweizer Museumlandschaft als einzigartig bezeichnete Museum Langmatt in Baden steht inmitten eines hervorragend gepflegten Parks, einem Ort der Ruhe und Erholung in einer Zeit, die immer schneller getaktet ist. Mit einem Audio-Rundgang als App auf dem eigenen Smartphone lässt sich nun erkunden, was alles im Park lebt. Damit, so Markus Stegmann, Direktor des Museums Langmatt anlässlich der Informationsveranstaltung, lassen sich nicht nur die Schätze im Innern der Villa, sondern auch besondere Pflanzen und seltene Tiere im denkmalgeschützten Park erkunden. Weil der Erhalt einer vielfältigen Stadtnatur Aufgabe aller ist, wurde der Park in Zusammenarbeit mit der Fachabteilung Stadtökologie der Stadt Baden ökologisch aufgewertet.


Förderung der Biodiversität

In seiner Grussbotschaft hob Stadtammann Markus Schneider (CVP) die Strategie «Smart City Baden» hervor, welche einen Rahmen schafft, um die Chancen der digitalen Transformation durch die Herausforderungen des Klimawandels aus Sicht einer ganzheitlichen Stadtentwicklung zu nutzen. Smart City Baden trägt zudem dazu bei, dass mittels entsprechender Massnahmen sozialer, ökologischer oder ökonomischer Mehrwert geschaffen werden kann. Markus Schneider bedankte sich bei allen, insbesondere bei der Stadtökologie, einer Fachabteilung der Abteilung Stadtentwicklung. Denn in Zusammenarbeit mit der Stadtökologie entstanden 2020 im Park des Museums verschiedene Stationen zur Förderung der Biodiversität. Nistkästen, Asthaufen, eine Wildblumenwiese, ein Wildstauden- und ein Sumpfbeet werten die vielfältige Anlage zusätzlich auf. Der neue Audio-Rundgang «Was lebt im Park?» liefert dazu interessante Hintergrundinformationen. Mit der App «Hearnoymus» auf dem eigenen Smartphone lässt sich eine andere Langmatt erkunden.


Ein Forschungsprojekt im Park

Am 10. März bepflanzten 19 Schülerinnen und Schüler der Tagesschule Ländli im Park der Langmatt ein 100 Quadratmeter grosses Beet mit rund 750 Pflanzen aus 32 verschiedenen Sorten einheimischer Wildstauden. Die Aktion fand im Rahmen eines Forschungsprojekts der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit der Stadtökologie statt. Die Kombination verschiedener Pflanzen wurde speziell für nährstoffreiche Böden entwickelt, wie sie im Siedlungsraum häufig vorkommen. Die Forschenden interessiert, wie vielfältig das Leben in diesen Flächen über und unter dem Boden ist, wie aufwendig die Pflege ist und auch, wie diese wilde Vielfalt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ankommt. Das Projekt wird bis 2023 wissenschaftlich begleitet und untersucht. Ziel ist es, mit der bewährten Methode der Stauden-Mischpflanzung sowohl die ober- als auch die unterirdische Biodiversität in Siedlungsgebieten zu fördern. Beobachtet man etwa den Aurorafalter, so Pascale Contesse, Mitarbeiterin der Stadtökologie, so wird schnell klar, worauf es ihm in seinem Lebensraum ankommt. So muss das Wiesenschaumkraut während der Eiablage und der Raupenentwicklung natürlich stehen bleiben. Es ist daher wichtig, viele Blütenpflanzen bis Ende Juli wachsen zu lassen, bevor zum ersten Male gemäht wird.


Ein vielfältiges Angebot

Die Stadtnatur steckt voller Überraschungen. Also, ab auf Entdeckungsreise mit Online-Karte und verschiedenen Apps! Seit dem 22. April hängen in der Innenstadt 45 verschiedene Plakate, auf welchen auf die Besonderheiten der Stadtnatur hingewiesen wird. Denn Badens Biodiversität steckt voller Überraschungen, aber es besteht auch Handlungsbedarf. Noch bis Oktober dreht sich alles um die Biodiversität. Zahlreiche Veranstaltungen in Baden und Ennetbaden sowie attraktive Online-Angebote laden ein zum Entdecken und Geniessen. Kurse und kostenlose Gartenberatungen inspirieren zum Handeln, denn eine vielfältige Natur ist für alle lebenswichtig.

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