«Lebendiges Dampfzentrum»

Am Pfingstwochenende findet im Bahnpark Brugg wieder der Tag der offenen Tore statt. Aus nah und fern werden 2000 Bahnfreunde erwartet.

Gregor Tomasi und Stefan Wermelinger: Grosses Herz für die Eisenbahn (Bild: sha)

11. Mai 2022
14:45

Gregor Tomasi hat im Bahnpark schon viele begeisterte Bahnenthusiasten aus ganz Europa, aber auch aus den USA, aus Japan und Taiwan begrüsst. Die Besucher seien begeistert von den aufgeräumten, sauberen Depots und Hallen, wo akribisch an Restaurationen und Wiederinstandstellungen gearbeitet wird. Seit siebzehn Jahren existiert das lebendige Museum des Brugger Bahnparks – der Verein wurde am 18. April 2006 gegründet. Im Jahr 2018 wurde der Bahnpark mit dem Aargauer Heimatschutzpreis ausgezeichnet.

Die Absicht von Tomasi und seinen Mitstreitern im Verein ist klar: «Brugg soll ein lebendiges Schweizer Dampfzentrum werden.» Dies alles würde nicht gehen ohne das enorme ehrenamtliche Engagement von unzähligen Freiwilligen. «Wir haben alle ein grosses Herz für die Eisenbahn», bestätigt Tomasi, der vor seiner Pensionierung Lokomotivführer war. In seinen ersten Berufsjahren habe er noch als Heizer von Dampfloks gewirkt, diese aber leider nicht mehr selbst als Lokführer bedienen dürfen, erzählt er.


Einzige Dampfschneeschleuder der Schweiz
Einer der vielen freiwilligen Aktiven im Bahnpark ist Stefan Wermelinger vom Verein Dampfgruppe Zürich (VDZ). Er ist von Beruf – wie könnte es anders sein – Lokomotivführer und engagiert sich in seiner Freizeit im Bahnpark Brugg. Er freut sich mit Gregor Tomasi darüber, dass nach der langen Corona-Pause wieder ein Tag der offenen Tore durchgeführt werden kann. Als grosses Highlight wird am 4. und 5 Juni die einzige normalspurige Dampfschneeschleuder in der Schweiz präsentiert. Die «Xrot M Nummer 100», auch «Rotary» genannt, wurde 1896 von Henschel gebaut und war noch bis in die 1960er-Jahre als Schneeräumerin auf der Gotthardstrecke im Einsatz. Vierzig Jahre lang war die eindrückliche «Rotary», die von einer anderen Dampflok gestossen werden musste, im Verkehrshaus Luzern eingelagert. Im Bahnpark Brugg wird sie restauriert und wieder zum Leben erweckt. «Vielleicht ergibt sich ja einmal die Gelegenheit, dass wir die Xrot 100 beim Schneeräumen demonstrieren können, aber hoffentlich nicht an den Tagen der offenen Tore», ergänzt Stefan Wermelinger lachend.


Zwei Tage voller Aktivitäten
Die Organisatoren entschlossen sich, den Grossanlass, an dem 2000 Besucher erwartet werden, wiederum an zwei Tagen durchzuführen. Dies mache Sinn, da der Aufwand enorm gross ist. Alle Dampfloks müssen schon einige Zeit im Voraus eingeheizt werden, damit sie betriebsbereit sind. Der Attraktionen an beiden Tagen gibt es viele. Es werden Dampffahrten mit der soeben aus der Revision in Memmingen zurückgekehrten C 5/6 nach Frick durchgeführt, und mit einem Dampftriebwagen kann man in Richtung Hendschiken fahren; die Hin- oder wahlweise auch die Rückfahrt erfolgt mit einem historischen Postauto. Dieses Angebot wird sechs Mal am Samstag und fünf Mal am Sonntag durchgeführt, wie Tomasi und Wermelinger an der Pressekonferenz erklärten. Weitere Attraktionen am Pfingstwochenende beinhalten Schienenvelofahrten, eine Lokausstellung, Kinoecke, Souvenir- und Verkaufsstände sowie eine Kinderdampfeisenbahn und Modellbahnbörse. Für das leibliche Wohl wird in einem Restaurant und an einer Cüplibar gesorgt sein. Gregor Tomasi wünscht sich, dass möglichst viele Besucher mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Ein Dampf-Shuttle-Zug bringt die Besucher vom Bahnhof zum Bahnpark und auch wieder zurück.

 

Samstag/Sonntag, 4./5. Juni

jeweils 10 bis 17 Uhr

Bahnpark, Unterwerkstrasse 13, Brugg

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