Ludmilla Stroganoff kämpft um ihr Recht

Am Samstag feiert die Jugendbühne Premiere mit der Komödie «Miss Sophies Erbe». Nach einer Absage finden die Aufführungen nun statt.

Der Theaterverein Jugendbühne Neuenhof am vergangenen Sonntag im katholischen Pfarreiheim in Neuenhof. (Bild: ab)

von
Brunner, Eliah

12. Januar 2022
18:03

«Ich bin überrascht, dass ich das Stück nach eineinhalb Jahren immer noch lustig finde», sagt Pascale Späni (24). Sie spielt die Rolle der Gundula von Knorpsheim im Stück «Miss Sophies Erbe» von Autor Andreas Wening. Ursprünglich wollte der Theaterverein Jugendbühne Neuenhof das Stück im Januar 2021 aufführen. Im August 2020 fing das Ensemble an zu proben, im Herbst musste das Projekt dann abgesagt werden. Grund waren die steigenden Infektionszahlen durch das Coronavirus.

An der GV der Jugendbühne im Frühling 2020 ahnte noch niemand, wie lange die Pandemie die Schweiz beschäftigen würde. Regisseurin Isabel Ursprung (31) sagt: «Ich wusste nicht, worauf ich mich einlasse. Wir alle rechneten damit, dass Corona schnell wieder vorbei geht. Das war offensichtlich nicht so, und meine Motivation hat darunter sehr gelitten, weil wir unseren Plan nicht so umsetzen konnten, wie wir uns das vorgestellt hatten.» Zwischendurch probten sie per Videokonferenz: «Wir waren alle zu Hause und haben die Texte geprobt. Das war nicht so toll, aber besser als gar nichts.»

Im August 2021 wagte die Gruppe dann einen erneuten Versuch mit dem gleichen Stück. Zwei Rollen mussten neu besetzt werden, der Rest der Schauspieler war noch immer an Bord. Diesmal hat es mit den Proben geklappt: «Meiner Motivation hat es sehr geholfen, dass wir normal proben konnten. Dass die ganze Gruppe geimpft ist, hat den Probebetrieb stark vereinfacht», erklärt Ursprung.


Von der Schauspielerin zur Regisseurin
Ursprung stand bei der Jugendbühne jahrelang selbst auf der Bühne. Da die Schauspieler im Theaterverein nur mitspielen, bis sie 30 Jahre alt sind, führt sie nun Regie: «Ich will dem Verein noch erhalten bleiben, bis ich Passivmitglied werde. Regie zu führen, hat mich sehr gereizt; ich habe schon im Teatro Palino in Baden assistiert und war dort Produktionsleiterin.»

Im Stück geht es um das Erbe von Miss Sophie, die man aus dem Silvester-Klassiker «Dinner for One» kennt. Die einstige Operettendiva Ludmilla Stroganoff, gespielt von Giulia Roth (24), gibt mittlerweile ihre siebte Abschiedstournee – Grund ist ihr chronischer Geldmangel. Während sie auf Tournee ist, bekommt sie die Nachricht, sie sei im Testament ihrer verstorbenen Stiefmutter Sophie erwähnt. Mit ihrer bissigen Assistentin Gundula von Knorpsheim (Pascale Späni) reist sie zum Anwesen ihres Vaters, um ihr Erbe entgegenzunehmen. Sie ist aber nicht die einzige Einzige, die Interesse am Erbe von Miss Sophie hat. In den zwei Tagen ihres Aufenthalts erfahren die Erbanwärter von den dunklen Geheimnisse der jeweils anderen.


Aufführungen nur noch am Samstag
«Meine Eltern haben schon bei der Jugendbühne geschauspielert, deshalb war mir das Theater schon immer nahe. Ich bin Lehrerin, das ist eine gute Übung – und es macht riesig Spass!», sagt Giulia Roth. Ihre Kollegin Pascale Späni spielt zum ersten Mal mit: «Ich bin über Giulia zu dieser Gruppe gestossen. Ich spiele gerne Theater, und mit einer tollen Truppe wie dieser ist es ein wundervolles Erlebnis.»

Für Januar waren fünf Auftritte – drei Samstage und zwei Freitage – ­geplant. Wegen Corona hat der Verein nun beschlossen, auf die Freitags­aufführungen zu verzichten. Am Samstag, 15. Januar, findet die Premiere im katholischen Pfarreiheim statt. Ausserdem führen sie «Miss ­Sophies Erbe» am Samstag, 22. und 29. Januar, auf.

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