Märkte vor Bewährungsprobe

An der Veranstaltung der Vermögensverwaltung der AKB Brugg wurden im Rück- und Ausblick die globale Wirtschaftslage und wichtige Punkte aus Sicht der Anleger thematisiert.

Andreas Schreiber, Marcel Koller, Sascha Haudenschild, Christoph Kühne und Markus Christen (Bild: mw)

von
Max Weyermann

05. Februar 2019
09:35

«Die Finanzmärkte bewegen sich in letzter Zeit im Spannungsfeld einer positiven Konjunkturentwicklung und politischer Störfaktoren. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China, den harzigen Brexit-Verhandlungen und dem Budgetstreit zwischen der EU und Italien hat im Oktober 2018 der Anstieg der US-Zinsen die Anleger etwas beunruhigt. Und doch: Wirtschaftlich gesehen läuft es in den meisten Weltregionen weiterhin gut. Auch in Zukunft darf davon ausgegangen werden, dass eines der höchsten Gebote bei Anlageentscheiden, sei es kurz, mittel- oder langfristig, die breite Streuung von Wertschriftendepots bleibt», war in der Einladung der AKB Brugg zu lesen. Rund 120 Personen fanden sich im Saal des Pflegezentrums Süssbach ein, um sich von Fachspezialisten des Bank-Mutterhauses in Aarau über die laufenden Entwicklungen ins Bild setzen zu lassen.

 

Nachfolgeregelung im Fokus

Nach der Begrüssung durch Regionaldirektor Andreas Schreiber stand vorab die Nachfolgeregelung im Private Banking im Fokus. Christoph Kühne hat per 1. Juli 2018 die Leitung dieser Abteilung übernommen. Sein Vorgänger Markus Christen entlastet sich als neuer Stellvertreter nach langjähriger Tätigkeit ein Stück weit von den sich bietenden Herausforderungen, sieht aber auch in Zukunft die Kunden im Zentrum seiner beruflichen Aktivitäten.

 

Volkswirtschaftliche Aspekte

In seinem volkswirtschaftlichen Rück- und Ausblick wies AKB-Chefökonom Marcel Koller darauf hin, dass sich die Situation je nach Weltgegenden und Ländern unterschiedlich präsentiert. Während sich in den Industrieländern meistens ein zufriedenstellendes Wachstum zeigt, hinken Schwellenländer hintennach. Ein Phänomen ist das stark zulegende China, dessen Anteil am globalen BIP heute schon grösser ist als jenes der USA. Generell lassen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten ein gedämpftes Wachstum erwarten, was auch in Europa zu einer spüren Abnahme der Kundenzuversicht beiträgt. Die Ökonomen rechnen generell nicht mit einschneidenden Rezessionsszenarien und hoher Inflation. In den USA werden für 2019 maximal ein bis zwei weitere Zinsschritte erwartet. In Europa bewirken zunehmende Konjunktursorgen, dass wohl bis Ende 2019 keine Zinserhöhung seitens der EZB erfolgen dürfte, und auch in der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank ist in diesem Zusammenhang von einer Seitwärts- oder gar leichten Abwärtsentwicklung auszugehen. Laut Aargauer Konjunkturbarometer (akb.ch/marktberichte) ist anzunehmen, dass die Auswirkungen der globalen Handelsabschwächung die Exporte bremsen werden. Aber der hiesige Arbeitsmarkt entwickelt sich grosso modo erfreulich stabil. Das BIP-Wachstum der Schweiz, das 2018 leicht unter 3 % lag, wird 2019 voraussichtlich auf 1,5 bis 2 % zurückgehen und 2020 leicht unter 1,5 % liegen. Die Teuerung dürfte zwischen 0,8 (2018), 0,6 %  (2019) und 1,0 % (2020) schwanken. 

 

Anspruchsvolle Vermögensverwaltung 

Sascha Haudenschild, Leiter des AKB-Portfolio-Managements, hob die positiven und negativen Treiber der Weltwirtschaft hervor. Er betonte, im Sektor Währungen dominiere aktuell Vorsicht. Während der Dollar ein Mini-Comeback feiere, befinde sich der Euro im politischen Gegenwind. Die verschiedenen Anlageformen sind zum Teil geprägt von Volatilität, nervösen Kursverläufen und entsprechender Vorsicht in Sachen Risikobereitschaft. Die Finanzmärkte stehen 2019 vor einer grossen Bewährungsprobe. Hoffen lassen unter anderem solide Unternehmensgewinne, behutsame Notenbanken, attraktive Anlagenbewertungen und mögliche politische Entspannungen mit entsprechend positiven Überraschungen. Risiken sind nicht völlig auszuschlies­sende Rezessionstendenzen, der Handelskrieg USA-China, der Brexit, der US-Shutdown und eine restriktivere Geldpolitik. Der Grossteil der Anlagekategorien tendiert momentan eher seitwärts.

 

«Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten ...»

Sascha Haudenschild empfahl das Einhalten eines individuellen Risikobudgets, das Hauptaugenmerk auf Diversifizierung und Qualität, situationsangepasste Überlegungen zum Anlagehorizont und bei Bedarf die Inanspruchnahme der professionellen  Vermögensverwaltung der Aargauischen Kantonalbank. Aber auch das antizyklische Handeln kann durchaus zum Erfolg führen. Zitat André Kostolany: «Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.»

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