«Man muss etwas wagen»

In knapp sieben Monaten verfällt Brugg in Farbstimmung. Dann steigt das Stadtfest 2019. Dabei spielen die vielen Festbeizen eine zentrale Rolle.

Auf diesem Platz entsteht «Klein-Manhattan» – Urs Herzog ist verantwortlich für den Festbetrieb
Auf diesem Platz entsteht «Klein-Manhattan» – Urs Herzog ist verantwortlich für den Festbetrieb (Bbild: cl)

von
Claudia Marek

22. Januar 2019
17:15

Die Stadt Brugg wird sich an den beiden Wochenenden vom 23. bis 25. August und 30. August bis 1. September in eine farbige und fröhliche Festlandschaft verwandeln. In Zusammenarbeit mit Vereinen und Gruppen ist ein Team von 20 Personen verantwortlich für die Organisation. «Wir sind ein tolles Team», sagt Urs Herzog, der für den Festbetrieb zuständig ist. Gerade die jungen Leute hätten extrem gute Ideen. Die meisten seien berufstätig. «Wir sind auch froh, dass wir zwei Profis im Team haben», so Herzog. Werkdienstleiter Roger Brogli ist Bauchef, und René Schneider von der Regionalpolizei ist Chef der Sicherheit und des Verkehrs. «In diesen Bereichen ist es wichtig, Fachleute zur Seite zu haben.» 

Das Konzept stehe, seit Oktober letzten Jahres arbeite man an der Umsetzung. Neben den Festbeizen und dem Lunapark werden während des ganzen Festes zwei Hauptbühnen betrieben, die Jäggi-Bühne in der Hofstatt und die AKB-Bühne im Simmengut, zusätzlich gibt es drei weitere kleine Bühnen. e-journal hat Urs Herzog Fragen zum «Beizenkonzept» gestellt.

 

Urs Herzog, mit wie vielen Beizen kann die Bevölkerung am Stadtfest rechnen? 

Bis jetzt haben wir 63 Anmeldungen, davon sind 21 Restaurants, 25 Bars und 17 Take-aways, vom kleinen Imbissstand bis zum Zehnmeter-Wagen. 

 

Nach welchen Kriterien haben Sie die Gastro-Betriebe ausgewählt?

Uns war wichtig, dass lokale Vereine Priorität haben. Die grossen Plätze vergaben wir an die Restaurants, und mit den Take-aways füllten wir auf. Wir achteten darauf, wer das Motto «verfärbt» kreativ umsetzt oder eine Aktivität anbietet. Zum Beispiel wird die Stiftung Domino auf ihrem Platz einen Rollstuhlparcours anbieten oder der Tischtennisclub ein Spielturnier. Auf diese Weise wird ein direkter Bezug zum Verein geschaffen. Wir möchten neben Partygängern bewusst auch Familien ansprechen. Das Eisi wird der Eventplatz für Familien sein.

 

Das heisst?

Das Fest beginnt am ersten Samstag um 9 Uhr mit einem Brunch auf dem Eisiplatz. Danach gibt es bis zum Abend ein Familienprogramm mit verschiedenen Aktivitäten, welche vom Radio Argovia live begleitet werden.

 

Wie werden die Beizen optisch auftreten?

Zehn Restaurants oder Bars werden zweistöckig gebaut, und ein Bau wird dreistöckig werden. Wir bauen entlang der Laur- und der Haupt­strasse ein «Klein-Manhattan». Der «3-Stöcker» wird auf dem Platz vor dem Delikatessladen Buono gebaut. Initianten des Bauwerks sind der Förderverein Event Brugg und Mitglieder des Einwohnerrats. Das wird eine gros­se Herausforderung, betreffend Bau, Finanzen und Gestaltung. Integriert sind ein Restaurant und eine Bar im 3. Stock, ausserdem werden Brugger Themen in die Gestaltung aufgenommen. Ein weiterer Leckerbissen erwartet uns vom Theaterverein «Zufall regiert». Sie werden ihr Theaterprojekt «Heimat 52» kurz vor, während und nach dem Stadtfest aufführen und die Theaterbeiz «Utopia» betreiben.

 

Waren Sie am legendären Stadtfest 1984 (ein Anlass des Jubiläums «700 Jahre Stadtrecht Brugg») schon dabei?  

Ja, ich habe damals in der Altstadt gewohnt und als Helfer mitgemacht. 1995 gab es eine kleinere Ausgabe und 2013 unser grosses Stadtfest. Dieses ist Basis für das diesjährige. Wir sind jetzt ein anderes OK, wurden aber durch das ehemalige OK finanziell unterstützt, und wir profitieren von ihren Erfahrungen. Jetzt ist unser Ziel, alle sechs Jahre ein Stadtfest auf die Beine zu stellen.

 

Warum findet das Stadtfest an zwei Wochenenden statt?

Das hat mehrere Gründe. Es können grössere Bauten realisiert werden, es wird mehr investiert, da mit einer grösseren Besucherzahl gerechnet wird. Sicher, es ist ein ­Experiment. Aber man muss etwas wagen.

 

Welche Erfahrungen haben Sie als «Beizenchef» gemacht, und was empfinden Sie als grosse Herausforderung?

Der persönliche Kontakt mit den Menschen bereitet mir viel Freude. Ich habe viele Leute kennengelernt und habe die Erfahrung gemacht, dass man eine gute Lösung findet, wenn man sich direkt trifft und nicht nur per E-Mail kommuniziert. Wir konnten nicht allen ihren Wunschplatz geben und mussten Alternativen finden. Wir haben leider nur beschränkt Platz und können nicht in den Parks um die Bäume bauen wie an der Badenfahrt. Vom Gewerbe wird uns viel Toleranz entgegengebracht, zum Beispiel wird «Klein-Manhattan» dem Buono fast vor die Nase gebaut. Als Herausforderung empfinde ich die zeitliche Beanspruchung, die ist enorm. Ich bin die Ansprechperson für alle Gastrobetriebe.

 

Was wünschen Sie sich für das Stadtfest 2019?

Dass es gelingt, das Stadtfest der Bevölkerung in guter Erinnerung bleibt, und man sich freut, dass es in sechs Jahren wieder ein Fest gibt, das sich zu einer guten Tradition entwickelt.  

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