Man schuf mehr Platz für das Auto

Serie «Damals - heute»: Im Januar 1981 präsentierte das Baudepartement die finale Planung für den Ausbau des Knotens Schönegg in Untersiggenthal. Drei Jahre wurde um Details gerungen.

Die Verzweigung Schönegg im Januar 1981 mit dem gleichnamigen Restaurant und der Garage Kohler. (Bilder: BKR)

06. Januar 2021
14:00

Serie: «Damals und heute»

An vielen Orten fahren wir täglich vorbei – ohne deren Geschichte zu kennen. In einer Serie zeigt Beat Kirchhofer markante Bauwerke, die er zu Beginn der Achtziger fotografiert hat, und beschreibt, wie sie ihre heutige Gestalt angenommen haben. 

Der heutige Knoten Schönegg in Untersiggenthal war vor vierzig Jahren keine Kreuzung. Die Strasse ins Mittelzelgli gab es noch nicht – was hier in die Landstrasse einmündete, war die Schöneggstrasse aus Richtung Turgi. «In Stosszeiten» – heisst es in einem Zeitungsbericht aus diesen Tagen – «herrscht auf der Abzweigung starkes Verkehrsaufkommen, welches seit dem Bau der BBC-Werke in Ennetturgi ständig zunimmt.» 

Vor diesem Hintergrund bewilligte die Untersiggenthaler Gemeindeversammlung 1978 die Realisierung eines Strassenknotens. Bei einem Nein hätte ein Schildbürgerstreich gedroht: Der Ausbau der Schöneggstrasse zu ihrer heutigen Form war bereits im Gang und mündete in die schmale Landstrasse. Dort versuchte der Dorfpolizist täglich, die morgendlichen und abendlichen Verkehrsströme zu bändigen und zu entflechten.

Grünes Licht für die Ausführung bedeutet das Ja aus dem Jahr 1978 nicht. Die Dimensionen des Vorhabens stiessen auf Kritik und Widerstand. Insbesondere der Umstand, dass zur Erschliessung des neuen Quartiers Mittelzelgli eine Kreuzung entstehen sollte, welcher eine Liegenschaft geopfert werden musste. Ein Umstand, den vor allem der reformierte Pfarrer massiv kritisierte. 

 

Drei Jahre lang das Projekt bereinigt

Eine andere Erschliessung des neuen Quartiers kam für Kanton und Bund nicht infrage. Die Landstrasse gehörte zur Kategorie Talstrassen des Bundes, die in diesem Fall dereinst zu einer Art Autobahn zwischen Hunzenschwil und Koblenz ausgebaut werden sollte – was ein Minimum an Einfahrten beziehungsweise an Knoten bedingte. Realisiert wurde später allerdings nur die Umfahrung Döttingen-Klingnau.

Die Bereinigungen am Projekt nahmen rund drei Jahre in Anspruch. Zum Schluss wurde die Breite der
Anlage von 16 auf 13,75 Meter reduziert – und für die Fussgängerinnen und Fussgänger eine Unterführung vorgesehen. Zu den Kosten sagte der damalige Kantonsingenieur im Januar 1981 bei der Präsentation des finalen Projekts: 2,7 Millionen Franken, welche zwischen Staat und Gemeinde aufgeteilt werden.

Zurück zum Thema Verkehrsaufkommen: Nicht ohne Stolz wurde 1979 im Beisein eines Regierungsmitglieds einem Automobilisten das Motorfahrzeugschild mit der Nummer 200'000 ausgehändigt und dabei ausgeführt, dass der Aargau seit 1975 bei den Motorfahrzeugen ein starkes Wachstum erlebe. Mit Stichtag 30. September 2020 hat Statistik Aargau aktuelle Zahlen zu den Fahrzeugbeständen publiziert. Unter dem Begriff Motor­wagen sind (Lastwagen und Busse ausgeklammert) 405'440 Personenautos kantonsweit eingelöst. Im Bezirk Baden beträgt die Zahl 78'427 Personenwagen – in Untersiggenthal 3764 und in Turgi 1420.

Die Situation vierzig Jahre später mit ausgebauter Strasse.
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