Mehr als eine Schnapsidee

Markus Dietiker aus Thalheim hat die Brennlizenz von seinem Vater übernommen. Interessierte Personen können an einem Event Schnaps brennen.

Markus Dietiker möchte den 100-jährigen Brennhafen wieder in Betrieb nehmen
Markus Dietiker möchte den 100-jährigen Brennhafen wieder in Betrieb nehmen (Bild: zVg)

von
Claudia Marek

15. Dezember 2018
09:00

Der Bauernbetrieb der Familie Dietiker in Thalheim wird vielseitig bewirtschaftet. Die Familie besitzt an einmaliger Lage einen Rebberg. Von diesem Rebberg vermietet die Familie Rebreihen an zukünftige Hobby-Winzer. Nun hat Markus Dietiker eine neue Idee. Er möchte Interessierte in die Kunst der Schnapsbrennerei einweihen.

Im Rahmen eines Workshops zwischen Dezember und Januar lernen die Teilnehmer die Arbeitsschritte kennen, und können am Ende ein kleines Fläschchen Schnaps mit nach Hause nehmen. «Diese Schnapsidee ist ideal als Weihnachtsgeschenk geeignet», sagt Markus Dietiker. Er habe die Brennlizenz von seinem Vater übernommen und darf eigenen Schnaps brennen, erzählt Markus Dietiker. Er sei aber genauso wenig ein Profi, wie all diejenigen Brenner, die früher mit so einem Hafen brannten. «Ich betreibe keine Kundenbrennerei», betont er. 

Brennhafen wieder betreiben

Zur Zeit des Grossvaters, als die Familie noch Schnaps brannte, war es die Aufgabe der Grosstante (geboren 1905), den Brennprozess zu überwachen, während der Grossvater das Auffüllen und Leeren der Maische übernahm. In den 50er-Jahren mussten alle Brenner ihren Brennhafen ins Dorf bringen. Dort wurde jeder Brennhafen mit einer Metallnummer versehen, und dem Gemeindeschreiber wurde das Amt des Brennvogtes übergeben. Ziel war, die Schwarzbrennerei, welche in dieser Region sowieso nur im kleinen Stil betrieben wurde, zu unterbinden.

Die Unzufriedenheit der Brenner war gross. Während langer Zeit waren die Brennhäfen plombiert. Jedes Jahr kam der Brennvogt vorbei, und die verkauften oder verschenkten Alkolholmengen wurden versteuert. Mit dem steigenden Wohlstand und der kleinen Fassungsmenge vom Brennhafen würde sich nun nicht einmal mehr das Schwarzbrennen lohnen. Mittlerweile hat der Bund die Gesetze vereinfacht, und das Plombieren des Brennhafens ist nicht mehr nötig. «Nach 20 Jahren möchte ich den Brennhafen gerne wieder in Betrieb nehmen und organisiere neu diese Events», sagt Markus Dietiker.

Von Zucker in Alkohol

Die sehr reifen Früchte werden während dreier Monate im Fass vergärt. Bei diesem Gärprozess verwandeln die natürlich vorkommenden Hefen den Zucker in Alkohol und bilden gute Geschmacks- und Aromastoffe. Im Idealfall kann man aus 30 Liter Maische etwa drei Liter Schnaps gewinnen. «Wir verwenden einen einwandigen Brennkessel, der direkt durch Holz befeuert wird», erzählt Markus Dietiker. Als Werkstoff komme heute vorwiegend Kupferkessel zum Einsatz. Kupfer binde verschiedene Stoffe wie zum Beispiel Schwefelwasserstoff, die sonst in das Destillat gelangen würden. 

Der Anlass dauere etwa drei Stunden, erzählt Markus Dietiker. Zwischendurch bleibe reichlich Zeit, den Teilnehmern spannende Informationen und Erklärungen rund um die Kunst des Schnapsbrennens weiterzugeben. Interessierte können sich melden unter: schenkenberg@gmx.ch oder 056 443 05 26.

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