Mitte gibt absolute Mehrheit ab

Vier der fünf Obersiggenthaler Gemeinderäte treten zur Wiederwahl an. Der FDP wird der vakante dritte Sitz der Mitte-Partei kampflos überlassen.

Peter Marten (FDP) möchte vom Einwohner- in den Gemeinderat wechseln. (Bild: zVg)

01. September 2021
21:42

Die Affiche für die Obersiggenthaler Gemeinderatswahlen spricht weniger für einen Krimi, als für politische Stabilität. Fünf erfahrene und etablierte Politikerinnen und Politiker kandidieren für einen der fünf Sitze in der Exekutive. Von den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern tritt einzig Linus Egger (Die Mitte) – Vizeammann und Finanzvorstand – nicht mehr an. Seine Partei hat für ihn keine Nachfolgerin, keinen Nachfolger nominieren können. Damit gibt die Mitte ihre absolute Mehrheit im Gemeinderat kampflos ab und tritt mit den Bisherigen Bettina Lutz Güttler (Frau Gemeindeammann) und Walter Vega an.

Die Gunst der Stunde nutzt die FDP und schickt Peter Marten ins Rennen – und will mit ihm zurück in den Gemeinderat. Der 53-jährige Marten ist ein Finanzfachmann und arbeitet als «Senior Relationship Manager Institutionelle Kunden» bei einer Grossbank. Dem Obersiggenthaler Einwohnerrat gehört er seit zwölf Jahren an und wurde aufgrund seiner Fachkenntnisse umgehend in die Finanzkommission (FiKo) gewählt, die er später vier Jahre lang präsidierte. Aktuell ist er Vizepräsident des Gemeindeparlaments – was den Zeitpunkt eines Wechsels in den Gemeinderat pikant macht.


Ratspräsident oder Gemeinderat?

Würde er vom Volk als Einwohnerrat bestätigt, wäre er gemäss den parlamentarischen Usanzen ab dem
1. Januar 2022 Präsident des Rats und damit «höchster» Obersiggenthaler. «Das wäre sicher ein Höhepunkt in meiner politischen Karriere gewesen», sagt Marten. Noch mehr reizt ihn aber die Herausforderung, Mitglied des Gemeinderates zu werden. Dort warten Aufgaben, die ihn freuen würden, die ihm aber auch Respekt einflössen. Insbesondere während seiner Zeit als FiKo-Präsident habe er einen vertieften Einblick in die Verwaltung gewinnen können und ist seither mit deren Abläufen bestens vertraut. Auch die Themen, mit denen sich Obersiggenthal in den nächsten Jahren politisch konfrontiert sieht, kennt er aus dem Effeff.

Da ist der Bereich der Finanzen. Obersiggenthal soll eine attraktive Gemeinde sein und bleiben – der Wirtschaft und den Einwohnerinnen und Einwohnern Standortqualität bieten. Das bedingt Investitionen, die aber in Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten zu bringen seien. Einen Schuldenberg anzuhäufen, müsse vermieden werden. Wichtig ist Marten auch die Lebensqualität – ein Stichwort, mit dem er die Verkehrssituation und das kantonale Projekt «Oase» anspricht. Bei letzterem ist er froh, dass sich alle Ortsparteien im Schulterschluss gegen dessen Ziele wehren.

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