Neu wird im «Riedacker» gebohrt

Am 11. August hat die Nagra mit der zweiten Tiefbohrung auf dem Bözberg begonnen.

Der Bohrplatz Bözberg 2 im Gebiet Riedacker. (Bild: sha)

12. August 2020
10:45

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat den zweiten Bohrplatz in der Gemeinde Bözberg in Betrieb genommen, wie sie am 11. August mitteilte. Das Bohrgerät und die technische Ausstattung des Bohrplatzes waren seit Mitte Juli im Gebiet Riedacker aufgebaut worden. Bis voraussichtlich Ende dieses Jahres soll hier bis in eine Tiefe von rund 800 Metern gebohrt werden. Die erste Tiefbohrung beim Weiler Ursprung läuft bereits seit Ende April und soll im Herbst abgeschlossen sein.


Wasserversorgung ausgebaut
Für das Gebiet Riedacker mussten im Vorfeld besondere Vorkehrungen getroffen werden. «Die Wasserversorgung wurde ausgebaut. Diese Investition, an der sich die Nagra beteiligt hat, kommt auch den umliegenden Häusern zugute», erklärt Philipp Senn, stellvertretender Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Nagra. Die Nagra treffe auch Massnahmen, um Emissionen wie Lärm, Verkehr und Licht zu minimieren. So wird beispielsweise der Lastwagenverkehr um Egenwil herum über eine Waldstrasse zum Bohrplatz geführt.  

Mit den Tiefbohrungen untersucht die Nagra, wie das Gestein Opalinuston zusammengesetzt ist, wie dicht und wie dick es ist. Der Opalinuston ist das Tongestein, in dem das Tiefenlager dereinst gebaut werden soll. Die Tiefbohrungen in den potenziellen Standortregionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost vervollständigen das geologische Gesamtbild. Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage wird der sicherste Standort für ein Tiefenlager bestimmt. Die Nagra hat total 23 Gesuche für Tiefbohrungen eingereicht. Es sei nicht geplant, alle 23 Bohrungen durchzuführen. Bereits abgeschlossen wurden die Bohrungen in Bülach, Trüllikon und Marthalen. Die Standortwahl erfolgt gemäss dem Sachplanverfahren geologische Tiefenlager und wird vom Bund geführt. Die Nagra hat eine kostenlose Hotline (0800 437 333) für Fragen und Anliegen von Anwohnern und Interessierten eingerichtet. Bei jedem Bohrplatz gibt es auch einen Besucherpavillon und öffentliche Besuchstage.

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