Neuartiger Belag funktioniert

Das Nadelöhr Limmatbrücke Wettingen – Neuenhof wird saniert. Dabei wurde in der ersten Bauetappe bereits eine Weltneuheit eingebaut. 

Die erste Bauetappe der Limmatbrücke Wettingen – Neuenhof konnte Ende Juli abgeschlossen werden. (Bild: zVg)

05. August 2020
07:55

Der Blick hinunter in die Limmat und hinüber aufs Kraftwerk: Wer kennt sie nicht, die imposante Limmatbrücke zwischen Wettingen und Neuenhof. 1969 erbaut, muss sie aktuell viele Strapazen über sich ergehen lassen. Im unteren Bereich Velos und Fussgänger; auf der Fahrbahn fahren jeden Tag über 20'000 Autos, 600 LKW und 4 Buslinien zum Autobahnzubringer. Das hohe Verkehrsaufkommen hat die Brücke stark beansprucht. Seit dem 27. Juli ist die Fahrbahn Richtung Wettingen gesperrt. Der Verkehr wird über Wettingen Ost oder Baden umgeleitet. 

Nach den Sommerferien wird mit einem höheren Verkehrsaufkommen gerechnet. Beim Kanton bleibt man ruhig. Martin Strübi, Projektleiter bei der Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau, betreut die Sanierung der Brücke. Er meint: «Die Ampeln in Baden und Wettingen wurden reguliert. Der Verkehr sollte gut abfliessen können. Zudem wurden auf den Autobahnen dynamische Infotafeln aktiviert, die die Automobilisten darauf hinweisen, in Wettingen Ost abzufahren.» Dennoch dürfte auf der Badener Schulhausplatzkreuzung mit mehr Verkehr gerechnet werden. Der Stadtamman von Baden, Markus Schneider, sagt: «Wir werden die Situation beobachten und uns bei Bedarf beim Kanton melden.»

 

Gussasphaltbelag durch dünnen Baustoff ersetzt

Die erste Bauetappe der Sanierung der Brücke hat Anfang Juni begonnen und wurde Ende Juli gemäss Bauprogramm erfolgreich abgeschlossen. Der Fuss- und Veloweg, der auf einer unteren Ebene unter der Fahrbahnplatte liegt, wurde mit einem speziell entwickelten Beton saniert. Projektleiter Strübi freuts: «Wir haben den alten Gussasphaltbelag durch einen neuartigen dünnen Baustoff ersetzt.» Dabei habe der Kanton zusammen mit dem Bauunternehmer, dem Spezialisten Kibag, ein neues Verfahren entwickelt. Strübi erklärt, dass ein ultrahochfester Faserverbundstoff – UHFB genannt – eingebaut wurde. Da dieser Belag aber mit Stahlfasern  vermengt sei, könne man schlecht darauf barfuss laufen. Darum habe man beim Kanton ein neues Verfahren entwickelt und den UHFB mit Splitt angereichert. «Diese Variante hat wunderbar funktioniert, ich freue mich sehr darüber.»

In der zweiten Bauetappe, die voraussichtlich bis November andauert, werden auf der Strassenebene die Abdichtung, der Belag, die Leitplanken, die Entwässerung und die Konsolen saniert werden. Zudem werden alle drei Brückenpfeiler instand gesetzt.

Walter Waldis ist Leiter der Sektion Brücken und Tunnel beim Kanton Aargau. Er sagt: «Diese Sanierung sollte für die nächsten 50 Jahre halten.» Langfristig gesehen sei dieser Super-Beton UHFB auch kostengünstiger, da  man die Brücke in den nächsten 25 Jahren nicht wieder erneuern müsse. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Franken.

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