Neubau für eine optimierte Verwaltung

Mit dem Neubau erhält die Bevölkerung ein zentrales und modernes Gemeindehaus, mit welchem auch die Platzprobleme gelöst werden.

Die Visualisierung des neuen Gemeindehauses. Auf dem Dach entsteht eine Photovoltaikanlage, im Untergeschoss eine Parkgarage mi t 21 Plätzen. (Bild: zVg)

12. Januar 2022
18:57

Spreitenbach war bis Mitte der 1950er-Jahre ein Bauerndorf mit einigen kleinen Gewerbebetrieben und einem Segelflugplatz. Der Kanton Zürich war damals noch mit einem Konkubinatsverbot belegt, was eine Nachfrage nach Wohnraum auslöste und den einsetzenden Bauboom verstärkte. Dies befeuerte den Reissbrett-Entwurf von «Neu-Spreitenbach». Die ersten Hochhaussiedlungen sowie ausgedehnte Gewerbe- und Industriezonen entstanden. Mitte der 1960er-Jahre gingen die Planer von einer Bevölkerung von 35 000 Einwohnenden und 20 000 Arbeitsplätzen im Endausbau aus.

Ölkrise und Wirtschaftsflaute der 1970er-Jahre führten dazu, dass die Visionen nur teilweise umgesetzt wurden. 1970 wurde das erste Einkaufszentrum der Schweiz, das Shopping Center Spreitenbach, und vier Jahre später das noch grössere Tivoli eröffnet. Die einst prognostizierte Einwohnerzahl ist bei Weitem noch nicht erreicht. Um die zunehmenden Aufgaben, aber auch um die an eine moderne und effiziente Verwaltung gestellten Erwartungen zu erfüllen, hat das Stimmvolk im zweiten Anlauf dem auf 13 Millionen Franken budgetierten Bauvorhaben zugestimmt.

Der Spatenstich am Montag mit Gemeindepräsident Mötteli (4. v. r.). (Bild: pg)


Durchdachtes Konzept

Gemeindepräsident Markus Mötteli  zeigte sich anlässlich des Spatenstichs am 10. Januar erfreut über den Startschuss zur Realisierung des neuen Gemeindehauses. Der symbo­lische Akt erfolgte im Beisein von Behördenvertretern, Baukommission, Planern und Unternehmern. Es soll den Verwaltungsangestellten zeitgemässe Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Dem Bauvorhaben ging 2017 ein Projektwettbewerb voraus, aus welchem die ortsansässige Architekten AG, ­Fugazza Steinmann und Partner, als Sieger hervorging.

Das Mitte 2019 vorgelegte Vorprojekt diente der Kreditgenehmigung durch den Souverän. Nach Abschluss der Planung konnte im Sommer 2021 der Realisierungsauftrag an die Gross Generalunternehmung AG in Brugg erteilt werden.

In den nächsten Monaten wird unmittelbar beim Werkhof und beim Feuerwehrgebäude ein viergeschossiges Gebäude entstehen, welches über eine zweigeschossige Eingangshalle und eine kaskadenartig über die Geschosse führende Treppenanlage erschlossen wird.

Geschossweise sind die verschiedenen Amtsstellen mit den entsprechenden Schalteranlagen platziert, wobei die stark frequentierten Stellen im Erdgeschoss und im ersten Ober­geschoss angeordnet sind. Eine Cafeteria für Mitarbeitende sowie ein grosses Sitzungszimmer sind im vierten Obergeschoss geplant.


Fokus auf der Nachhaltigkeit
Energetisch wird das Gebäude im ­Minergie-Standard ausgeführt. Die Wärmeversorgung erfolgt über die Holzschnitzelanlage der Gemeinde, welche beim Werkhof erstellt wird. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unterstützt die nachhaltige Energieversorgung. Umlaufende Fensterbänder bringen viel Licht in die Büros, und die Brüstungsbänder in Streckmetall erhalten eine textil­artige, weiche Struktur, welche vermittelnd wirkt zwischen dem klein­teiligen Dorf und dem von Industrie und Gewerbe geprägten Quartier Richtung Shoppi.


Tiefgarage mit 21 Parkplätzen
Die inneren Strukturen sind in ein statisches Stützsystem integriert und lassen auch in Zukunft strukturelle Veränderungen der Verwaltung ohne massive bauliche Massnahmen zu. Eine Tiefgarage mit 21 Parkplätzen erlaubt es, den Gemeindehausplatz für die öffentliche Nutzung und als Treffpunkt für die Verwaltung frei zu halten.

Nach dem Bezug des neuen Ge­bäudes im Sommer 2023 soll das jetzige Gemeindehaus umgebaut und als Schulraum genutzt werden.

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