Neue Basis für das AAA-Team

Die Alpine Air Ambulance ist seit 2012 auf dem Flugplatz Birrfeld stationiert. Mit der Erweiterung des Helikopter-Hangars wird langfristig in diesen Standort investiert.

Allzeit für den Einsatz bereit: Der AAA-Rettungshelikopter vor dem umgebauten Hangar
Allzeit für den Einsatz bereit: Der AAA-Rettungshelikopter vor dem umgebauten Hangar (Bilder: ag)

von
Annabarbara Gysel

06. Juni 2018
09:00

Wird der blau-gelbe Rettungshelikopter «Lions 1» von 144 aufgeboten, so ist er innerhalb von drei bis vier Minuten in der Luft. Nachts in weniger als zehn. Schnelligkeit ist dabei oberstes Gebot, denn je kürzer die Flugzeit, umso höher die Überlebenschancen. Damit dies gewährleistet werden kann, ist die Besatzung des «Lions 1» während 24 Stunden vor Ort in der Basis der Alpine Air Ambulance auf dem Flugplatz Birrfeld. Seit der Eröffnung im Sommer 2012 war diese aber eher eine behelfsmässige Einrichtung mit «Pfadilager-Feeling», wie Jürg Fleischmann, CEO der AAA, erklärt. Die aufgebotene Besatzung hauste im Baucon­tainer, ohne fliessend Wasser oder sanitäre Anlagen. Internet gab es nur auf gut Glück, und im Winter waren zugefrorene Wasserhähne keine Seltenheit. Für einen stärkenden Kaffee musste der Weg bis zum Flugplatzrestaurant unter die Füsse genommen werden. 

Diesem Umstand sollte mit baulichen Massnahmen entgegengewirkt werden. Dafür wurde der bereits bestehende Hangar für rund 600 000 Franken umgebaut und aufgestockt. Neu finden im Erdgeschoss zwei Helikopter, ein Büro für die Besatzung, ein Hygiene-Raum, Garderobenkästen und Schränke für Medikamente sowie die Haustechnik Platz. Im Obergeschoss befinden sich ein grosser Aufenthaltsraum mit Küche, der auch als Schulungsraum genutzt werden kann, sowie drei Schlafzimmer mit eigener Dusche und Toilette für die Besatzungsmitglieder. «Ich bin froh, dass wir nun alles unter einem Dach vereinen können», so Fleischmann. Am vergangenen Samstag fand die offizielle Eröffnung der Räume statt. Dafür lud die Alpine Air Ambulance die Bevölkerung zu einem «Tag der offenen Basis» ein und ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen des Rettungswesens.

  • Für die neue AAA-Rettungsbasis wurde der bestehende Hangar auf dem Flugplatz Birrfeld aufgestockt
    Für die neue AAA-Rettungsbasis wurde der bestehende Hangar auf dem Flugplatz Birrfeld aufgestockt
  • Sind stolz auf die neue AAA-Basis (v.l.): Jürg Fleischmann, CEO der AAA, Reto Stocker, Chefarzt, und René Dubs, Vorstandsmitglied des AeroClubs Aargau
    Sind stolz auf die neue AAA-Basis (v.l.): Jürg Fleischmann, CEO der AAA, Reto Stocker, Chefarzt, und René Dubs, Vorstandsmitglied des AeroClubs Aargau
  • Büro für die Einsatzbesatzung
    Büro für die Einsatzbesatzung
  • Blick aus dem Obergeschoss
    Blick aus dem Obergeschoss
  • Aufenthalts- und Schulungsraum
    Aufenthalts- und Schulungsraum
  • Schlafzimmer 1
    Schlafzimmer 1
  • Schlafzimmer 2
    Schlafzimmer 2
  • Blick aus dem Hangar
    Blick aus dem Hangar

«2017 war ein Rekordjahr»

Aus Geschäftssicht war das 2017 für die Alpine Air Ambulance ein erfolgreiches und richtungsweisendes Jahr. Nicht nur in Bezug auf den Umbau und das damit verbundene Bekenntnis zum Standort Birrfeld. «Unsere Einsatzzahlen sind steigend», sagt Jürg Fleischmann. «2017 war ein Rekordjahr.» Mit knapp 3300 Transporten konnte das AAA-Team die Einsätze zu einem Viertel steigern. Davon waren 1250 Einsätze für den Lufttransport und weitere 800 für die Transplantationsmedizin. Hinzu kamen rund 1400 bodengebundene Patiententransporte. Insgesamt wurde der Helikopter «Lions 1» 936 Mal aufgeboten. Bei 816 handelte es sich um Rettungseinsätze – sogenannte Primäreinsätze.

Ein besonderes Highlight war die Gründung der AP3 Luftrettung – einer gemeinsamen Gesellschaft der AAA, der deutschen DRF Luftrettung und der österreichischen ARA Flugrettung. Sie hat zum Ziel, die grenzüberschreitende Luftrettung der D-A-CH-Alpinregion noch besser zu gestalten.

 

Die Rettungskarte AAA 144

Eine weitere Neuerung ist die Lancierung der Rettungskarte AAA 144. Damit bietet die Alpine Air Ambulance einen Rundumschutz für Rettung, Bergung sowie Rückholung im In- und Ausland an. Wie Jürg Fleischmann erklärt, sei oft nicht bekannt, dass reguläre Versicherungen in der Schweiz nur 50 Prozent der Einsatzkosten des Rettungsdienstes decken würden. Die Unfallversicherung übernimmt die vollen Kosten lediglich dann, wenn die Patienten Arbeitnehmer sind, die pro Woche mehr als acht Stunden arbeiten. Kinder, Schüler, Hausfrauen oder Rentner sind in de Basisversicherung also nicht voll abgedeckt. Dem will die AAA mit der Rettungskarte entgegenwirken gemäss dem Motto: «365 Tage Schutz. Schweizweit. Weltweit.»

Kommentare (1)

  1. dorothea
    dorothea am 08.06.2018
    Absolut super. Es war aber auch an der Zeit, dass dieses tolle Einsatzteam eine angemessene Basis erhält! Die schönen Fotos lassen eine angenehme, erholsame Atmosphäre erahnen. So lässt sich sicher viel besser arbeiten.
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