Neue «Visitenkarte» für den Neuhof

Der Neuhof-Spielplatz in Birr ist ganz nach Pestalozzis Leitspruch «Mit Kopf, Herz und Hand» gestaltet. Am 28. April wurde er eingeweiht.

Der Naturspielplatz bildet das neue Eingangstor zum Neuhof
Der Naturspielplatz bildet das neue Eingangstor zum Neuhof (Bilder: sha)

von
Stefan Haller

03. Mai 2018
09:00

Im November 2016 hatte sich die Projektgruppe «Spielplatz» gebildet, mit dem Ziel, die bestehende Anlage zu ersetzen. Alles wurde von den Neuhof-Lehrlingen und ihren Ausbildnern in Eigenregie konzipiert, entwickelt und ausgeführt, wobei eine namhafte Anzahl Sponsoren für die finanzielle Unterstützung gewonnen werden konnte. Federführend beim Projekt waren Baustellenleiter Frank Koch vom Neuhof-Gartenbau und Arbeitsagoge Patrick Gsell. Heinz Haller von der Berufsvorbereitung und seine Lehrlinge steuerten die gelungenen Holzschnitzereien als Schmuck des Spielplatzes bei, und Beat Thomé kümmerte sich um das Sponsoring.

 

«Erleben durch Bewegen»

Das Credo laute «Erleben durch Bewegen», erklärt Frank Koch, der in Deutschland schon mehrere Spielplätze realisierte und mit seiner Erfahrung viel zum guten Gelingen des Neuhof-Projektes beitrug. Der Spielplatz ist überaus attraktiv. Er enthält folgende Elemente: Matschgrube und Wasserspiel, schwebende Leiter, Spieldelta und Kriechtunnel, Erdhöhle, Sandgrube, ein Natur-Tipidorf aus Akazienholz, einen Kletter-Marterpfahl, eine Nest- und eine Dschungelschaukel, Kletterkrake und -wand, ein Balancier-Krokodil, einen Schlangen-Balken, eine Blockhütte mit Sprungturm sowie zu guter Letzt für Begegnungen eine Grillecke mit Grillplatz. Eine extrabreite Rutsche sowie ein Naschgarten mit Beerenhölzern (alle davon essbar) vervollständigen die attraktive neue Visitenkarte des Neuhofs. «Wir wollten den Leuten zeigen, dass wir auch kreativ sein können», ergänzt Frank Koch. Gut möglich, dass die Gartenbauer hier ihre Vorzeigearbeit abgeliefert haben, die sie natürlich auch gerne andernorts als Auftrag realisieren würden.

Bereits vor rund einem Monat wurde der Spielplatz von den BFU-Verantwortlichen auf Herz und Nieren getestet und abgenommen. Es sei hart gewesen, die Kinder bis zur Einweihung zu vertrösten und jeweils wieder vom (noch gesperrten) Spielplatz wegzuweisen, meinte Frank Koch schmunzelnd.

  • Frank Koch
    Frank Koch
  • Daniel Büchi
    Daniel Büchi

Überlegen statt konsumieren

Vergangenen Freitagabend hatte das Warten der Kinder endlich ein Ende: Der neue Naturspielplatz, für den  im Rahmen eines Publikumswettbewerbs noch ein Name gesucht wird, wurde im Beisein vieler Initianten, Sponsoren und Gäste offiziell eingeweiht. Für Neuhof-Gesamtleiter Daniel Büchi ist es ausserordentlich wichtig, «dass das Eingangstor offen ist für alle». Durch den dank Unterstützung der Sponsoren erstellten wunderschönen Naturspielplatz werde dieses Tor weit aufgestossen. Johann Heinrich Pestalozzi wird oft im Zusammenhang mit ganzheitlicher Förderung erwähnt. «Mit Kopf, Herz und Hand», lautete sein Leitspruch. Und dieses Prinzip wurde laut Büchi beim Spielplatz auf sehr gelungene Weise umgesetzt. «Die Kinder müssen sich kurz überlegen, was sie spielen wollen, und können nicht einfach konsumieren. Der Spielplatz lädt dazu ein, die Hände zum spielen zu benutzen und alles ist mit viel Herz gestaltet worden. Zudem schafft die Anlage Gelegenheit für Begegnungen», fasste Daniel Büchi Sinn und Zweck des Naturspielplatzes zusammen.

 

Frühlingsausstellung als Magnet

Seine Feuertaufe erlebte der noch namenlose Spielplatz vergangenes Wochenende. Hunderte von Kindern und ihre Eltern nutzten ihn im Rahmen eines Besuch bei der Frühlingsausstellung. An zwei Tagen konnte man etwa die neue Gärtnerei mit Tomatenfestival besuchen, in der unter Leitung von Hans Jörg Schilliger über 500 verschiedene Setzlinge in Bioqualität gezogen und verkauft werden. Sie alle tragen das Gütesiegel von Pro Specie Rara. Schilliger gilt als passionierter Kenner von Garten- und Kräuterpflanzen. Im Angebot der Neuhof-Gärtnerei, die an vielen regionalen Setzlingsmärkten – wie an jenem auf Schloss Wildegg – einen Verkaufsstand betreibt, sind viele Raritäten: Über 70 Tomatensorten, 25 Peperoni- und Chilisetzlinge sowie über 50 verschiedene Kräuterarten werden verkauft. 

Viele Familien mit Kindern machten auch einen Rundgang durch die Wirkungsstätten des Neuhofs wozu Malerei, Schreinerei, Metallbau, Gärtnerei, Gartenbau und Gastronomie sowie die Berufsvorbereitungswerkstatt gehören. Besuchermagnet bei der Landwirtschaft waren die Ställe und Weiden mit den Schweinen (mit Ferkel-Streichelzoo) sowie die Angus-Rinder und Pferde, die auf dem Neuhof leben. Im Festzelt und Café wurden kulinarische Köstlichkeiten serviert.

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