Neue Wege an der #ExpoSurbtal

Silvia Huber leitet ein inter­nationales Unternehmen. Als OK-Präsidentin der Expo Surbtal in Endingen will sie das lokale Gewerbe modern präsentieren. 

Silvia Huber beim Lengnauer Schulhaus Rietwiese mit einem der Hashtags, die an der Expo versteigert werden. (Bild: is)

von
ilona scherer

08. Oktober 2019
18:10

In ihrer Geschäfts-Agenda hat Silvia Huber schon lange die Woche 41 blockiert. «Bis am 14. Oktober hat da nichts anderes Platz», sagt die CEO der Domaco Dr. med. Aufdermaur AG aus Lengnau. Seit 1993 führt die 64-Jährige in zweiter Generation das Familienunternehmen mit 200 Angestellten. Domaco produziert unter anderem Kräuterbonbons, Tiki-Brausepulver und medizinisch-pharmazeutische Produkte für Grosskonzerne. Doch in den kommenden zehn Tagen stellt sich die Unternehmenschefin komplett in den Dienst des lokalen Gewerbes: Sie will vom Aufstellen bis zum Abbau und dem Aufräumen in den Tagen danach auf dem Expo-Gelände der Schule Endingen präsent sein. 

Dort wollen sich die Surbtaler Gewerbetreibenden unter dem Slogan «nah – persönlich – vertraut» drei Tage lang von ihrer besten Seite zeigen. Beim Konzept der Ausstellung, die alle sechs Jahre stattfindet, ist das neunköpfige OK neue Wege gegangen. Die Aussteller wurden in «Expo-Welten» eingeteilt: Sinne & Genuss, Feuer & Flamme, Luft & Raum, Wasser & Bewegung sowie Erde im Gleich­gewicht. Jede Welt hat ihr eigenes Farbkonzept, das die Besucher durch den Rundgang führt. «Die Gäste sollen spüren, in welcher Welt sie sich gerade bewegen», hofft Huber. Als sechste Welt präsentiert sich der Gastkanton Wallis mit einer Ausstellung über das Unesco-Welterbe Jungfrau-Aletsch. Das neue Konzept habe manche Gewerbler im ersten Moment verunsichert, «aber im Grossen und Ganzen wurde es gut aufgenommen», freut sich Huber. Aber für das OK war es ebenfalls eine grosse Herausforderung: «Wir mussten ja fast alles neu erfinden.»

 

Jugend-Trail am Samstag

Auch der Jugend möchte Silvia Huber mit ihrem Team etwas bieten: «Wir hoffen, dass sich viele junge Menschen bei unseren Gewerbebetrieben über mögliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze informieren.» Die Kreisschule Surbtal wurde ebenfalls in die Vorbereitungen involviert. Schulklassen haben 25 Holz-Hashtags (das Doppelkreuz aus den Sozialen Medien) gestaltet, die das Gelände schmücken werden. Am Sonntagnachmittag werden sie versteigert, der Erlös fliesst in die Klassenkasse. Bereits am Samstag findet ein Jugend-Trail durch die Expo statt, bei dem es Preise zu gewinnen gibt. Im Rahmenprogramm sind Konzerte und Zaubershows.

Neben so viel Action kommt auch der gemütliche Teil nicht zu kurz. Der Gastro-Bereich hat Freitag und Samstag bis 2 Uhr morgens geöffnet. «Die Leute sollen die Expo nicht nur besuchen wie eine Züspa, sondern sich bei uns niederlassen und miteinander ins Gespräch kommen», wünscht sich die OK-Chefin, die mit viel Engagement bei der Sache ist. Obwohl ihr eigenes Unternehmen schon längst kein KMU mehr ist, zögerte sie nicht, als sie für das Präsidium der «Gwerbi» angefragt wurde. «Ich mache es gerne, um etwas zurückzugeben für das grosse Engagement all der Handwerkerbetriebe und Gewerbler, die in der Region so viel bewegen», sagt Huber, die auch im Vorstand der Aargauischen Industrie- und Handelskammer ist. Das sei ihr wichtig, um die Kontakte zum Kanton und den Gedankenaustausch unter Führungskräften zu pflegen, erklärt sie: «Auch als Frau.»

 

Eine Frau unter 100 Männern

War sie dort anfangs noch die einzige weibliche Vertreterin unter 100 Männern, so ist der Anteil auf 15 oder 20 Prozent gestiegen: «Man kann nichts erzwingen, es braucht Zeit und muss sich entwickeln», findet sie. Genau wie einst die Firma ihres Vaters: Als Domaco 1982 aus dem Limmat- ins Surbtal zügelte, hatte sie 15 Mitarbeiter – und wurde Mitglied im Gewerbeverein. 1986 zog Silvia Huber auch privat nach Lengnau. Ihre Familie fühlte sich sofort wohl: «Hier fanden wir dieses Ländliche wieder. Das Limmattal war mittlerweile so lärm- und geruchsbelastet, dass wir die Rückkehr in Natur und Ruhe genossen.»  

Die Verbindung zum Gewerbe ist ihr nach wie vor wichtig. Das Arbeiten im Expo-OK  habe grossen Spass gemacht. Nun ist die Hauptarbeit getan: «Ich freue mich auf das Gesamtkunstwerk und hoffe, dass alle Beteiligten am Ende zufrieden sagen: ‹Wow, es war toll!›»

 

Freitag, 11. Oktober, 16 Uhr,
bis Sonntag, 13. Oktober, 18 Uhr
auf dem Gelände der Schule Endingen

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