«New York ist so cool wie im Film»

Die Bruggerin Manuela Frey erzählt exklusiv auf e-journal über ihr Leben in New York und ihre «Heidi-Klum-Rolle» in der Castingshow «Switzer­landʼs Next Topmodel».

Manuela Frey ist heute als Model sehr gefragt
Manuela Frey ist ab Oktober bei «Switzerland's Next Topmodel» auf ProSieben zu sehen (Bild: zVg/ProSieben Schweiz)

von
Reinhold Hönle

09. August 2018
09:00

Zur Person

Manuela Frey wurde am 1. Oktober 1996 in Brugg geboren. Ihr Vater ist selbständiger Transportunternehmer, ihre Mutter Familienfrau. Nach dem Bezirksschulabschluss mit Note 5 wurde die 1,81 Meter grosse Manuela beim Finale des «Elite Model Look» 2012 in Zürich aus ursprünglich 850 Bewerberinnen als Schweizer Vertreterin am Weltfinale in Shanghai erkoren, wo sie den 3. Platz erreichte. Auf Anraten ihrer Agentur zog sie darauf nach New York und war 2013 bereits eines der meistgebuchten Models in Paris, Mailand, London und New York. Sie läuft bei den grossen Modeschauen für Labels wie Armani und Chanel. Zu ihren grössten Förderern zählt Karl Lagerfeld. Bei der ersten Staffel der Castingshow «Switzerland’s Next Topmodel» (ab Oktober auf ProSieben Schweiz) ist sie die Gastgeberin, die darüber entscheidet, welche Kandidatin eine Runde weiter kommt und schliesslich siegen wird. 

Hallo Manuela Frey, wo sind Sie gerade?

Manuela Frey: Ich bin gerade in Paris, dann in Mailand, Berlin, Hamburg und London und werde auf dem Rückweg nach New York noch einen Zwischenstopp zu Hause in Brugg machen. 

 

Ist es typisch, dass man nie weiss, wo Sie gerade sind?

Ja, im Modelbusiness geht alles ganz schnell. Plötzlich bekam ich die Anfrage, ob ich am nächsten Tag nach Paris fliegen könnte. Ich habe spontan zugesagt, das gehört zum Job. Ich führe inzwischen schon ein verrücktes Leben ... Wenn ich daran denke, wie wir vor sieben Jahren bei Ihrem ersten Interview vor dem Finale des Elite Model Contest noch am Familientisch sassen, Mami und Papi neben dran – total herzig. Und ich war so aufgeregt! (lacht)

 

Weshalb haben Sie vorgeschlagen, dass wir das Gespräch diesmal über Face Time Audio, also ohne Bild, machen? Ein Model sollte man doch sehen können.

Nein, ich bin schon im Pyjama und sehe wirklich schrecklich aus! (lacht)

 

Sie sind also nicht an einer Pyjama-Party?

Nein, ich habe ein amerikanisches Handy. Ausserdem funktioniert das Internet in diesem Hotel schlecht, WLAN und WhatsApp überhaupt nicht – da bleibt nur noch Face Time Audio von iPhone zu iPhone. Das braucht irgendwie weniger Netz.

 

Wenn Sie nicht gerade unterwegs sind, leben Sie in New York. Wie ist der Sommer dort?

Er ist zum Verschmachten! (lacht) Es bläst einfach kein Wind. Manchmal gehst du zwei Blocks und musst dann schon wieder duschen. Aber ich liebe New York. Jedesmal, wenn ich vom Flughafen über die Brooklyn Bridge fahre und die Wolkenkratzer sehe, ist das sehr beeindruckend und ein wunderschönes Gefühl! Sicher ist es nicht die sauberste Stadt, aber genauso cool wie in den Filmen. In den letzten fünf Jahren ist sie mir wirklich ans Herz gewachsen.

 

Wie wohnen Sie?

Ich bin gerade umgezogen, nach West-Chelsea, das ist an der 28. Stras­se in Manhattan. Es ist hier sehr cool. Ich wohne im 30. Stock eines neuen 34-stöckigen Appartement-Gebäudes und habe einen tollen Ausblick auf New York. Ich habe mir das geleistet, obwohl ich 1200 Dollar mehr Miete bezahlen muss, weil ich genug hatte von all den heruntergerittenen Altbauwohnungen mit viel Holz und Gasherd – sowas kennen wir in der Schweiz gar nicht mehr. Ausserdem hat es ein Fitnesscenter und einen Swimmingpool.

 

Wie gut können Sie sich das leisten?

Ich teile mir die Miete mit einem Immobilienmakler, der nur einmal im Monat nach New York kommt. Ein guter Deal! (lacht)

 

In Ihren Anfängen hatten Sie gelitten ...

Allerdings. Als ich nach New York kam, wurde ich in einer Multikulti-Model-WG untergebracht. Wir waren insgesamt zehn Girls, ich wohnte in einem Viererzimmer mit Kajütenbetten. Die Küche war meistens voll dreckigen Geschirrs, aber es nutzte nichts, wenn ich den ganzen Berg spülte oder sonst aufräumte – zehn Minuten später konnte es wieder aussehen, als ob der Blitz eingeschlagen hätte. Aber das ist Vergangenheit.

 

Schauen wir in die vielversprechende Zukunft: Sie sind ab Oktober in der ersten Staffel von «Switzerlandʼs Next Top Model» zu sehen.

Ja, schon das Modeln ist toll, wenn es so gut läuft wie im Moment, aber Host bei einer solchen Castingshow zu sein, ist das nächste Level. Eine gros­se Ehre und spezielle Herausforderung, da ich keine Moderationserfahrung mitbringe. Die Aufzeichnung der ersten Sendungen war schon eine Erfahrung. Ich stehe ja gerne im Mittelpunkt, aber als ich am Flughafen in Zürich ankam und Bodyguards auf mich warteten, sagte ich: «Hä? Ich brauche doch keine Bodyguards!» Aber das gehört halt zum Konzept, das von «Germany’s Next Topmodel» übernommen wurde. 

 

Weil es den Glamour-Faktor erhöht?

Natürlich, aber es geht auch wirklich um die Sicherheit. Bei einer so grossen und teuren Produktion darf die Gastgeberin einfach nicht ausfallen. Ich durfte nicht mal den vollelektrischen BMW i8 lenken, den mir mein Händler zur Verfügung stellte, was ich als Autofreak natürlich sehr bedauert habe. Ich kann mir nun vorstellen, wie wenig Privatsphäre die Kardashians noch haben, wenn sie dauernd Bodyguards und Kamerateams um sich haben. 

 

Sie treten in die Fussstapfen von Superstar Heidi Klum. Was bedeutet sie Ihnen?

Ich fand Heidi immer megacool in ihren Styles, wie sie aussieht und wie sie sich gibt. Natürlich habe ich «Germanyʼs Next Topmodel» geschaut, sie als Vorbild betrachtet und ihr nachgeeifert. Aber ich hätte niemals gedacht, dass ich in der Schweiz einmal ihre Rolle spielen würde. Da ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen! Trotzdem versuche ich sie als Host nicht zu kopieren, sondern meine eigene Persönlichkeit einzubringen.

 

Wie findet es Ihre Familie, dass Sie in diese ganz neue Welt eingetaucht sind?

Sie sind mega stolz und sehr interessiert. Mein Bruder war auf dem Set als eine Art privater Assistent für mich da. Das war cool und hat ihm sogar das Angebot eingebracht, bei meiner Agentur in München das Handwerk des Bookers, der für die Models die Termine macht, zu lernen. Mein Vati meidet nach Möglichkeit lange Flüge. Dagegen macht das Reisen meinem Mami überhaupt nichts aus. Ich geniesse es, ihr nun Städte wie New York, Paris oder London zeigen zu können. 

 

Haben Sie noch Freunde in der Region Brugg?

Der Kontakt mit ehemaligen Schulkolleginnen hat sich mit der Zeit verloren. Zwei, drei andere alte Freundinnen treffe ich zu einem Kaffee oder Dinner, wenn ich meine Eltern besuche. Meine beste Freundin in New York ist ein Model aus Stuttgart. Aus­serdem verabrede ich mich ab und zu mit Ronja Furrer. Mit ihr und meinem aus Möriken stammenden Hairstylisten Felix Fischer kann ich in New York zwischendurch mal Schweizerdeutsch reden.

 

Waren Sie auch schon mal im Yorker Gourmet-Tempel des Schinznacher Superstars Daniel Humm essen?

Ich möchte das unbedingt einmal machen, aber als weltbester Koch ist er dauernd ausgebucht. Eine Kollegin hat mir vorgeschwärmt, wie fein es ist. Aber du musst pro Person auch locker mit 400 Franken rechnen ... 

 

Das ist ja sicher nur ein Bruchteil Ihrer Tagesgage.

Ja, aber trotzdem! (lacht) In New York musst du ja schon ein paar Tage arbeiten, um nur die Miete bezahlen zu können.

 

Wohin zögen Sie, wenn Sie keine Rücksicht auf Ihren Beruf nehmen müssten?

Zurück in die Schweiz! Am liebsten an einen See, vielleicht an den Zürich- oder an den Genfersee. Es ist einfach schön bei uns und die Lebensqualität umheimlich hoch.

 

Sie haben auf den sozialen Netzwerken geschrieben, sie wären sehr glücklich. Sind Sie verliebt?

Ja, ich bin verliebt, ich gebe es zu. Mehr will ich dazu momentan nicht sagen. Privat ist privat.

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