Nicht perfekt, aber einzigartig

Die Ehrendinger Band «HFFD» ist unverwechselbar: Frontfrau Heather «Höudi» Brewer rockt mit kalifornischer Mundart die Bühne.

«Höudi» Brewer, Christian Nöthiger, Pitsch Frei und Martin Inderkum. (Bild: zVg)

27. Juli 2022
13:59

Warm-Up-Party

Einen Tag vor der Bundesfeier laden die Männerriege, die Frauenriege und die aktiven Turner die Bevölkerung zur WarmUp-Party beim Schulhaus Ifängli ein. Ab 16 Uhr kann man sich beim Apéro mit sommerlichen Drinks und musikalischer Umrahmung durch «HFFD» sowie DJ Gabs auf den 1. August einstimmen. In der Festwirtschaft werden Hamburger, Pommes frites und Getränke serviert. Bei schlechter Witterung findet der Anlass in der Turnhalle Chilpen statt. Schluss ist um 24 Uhr.

Aus einem Keller im Gewerbeareal Hünikerstrasse 23 in Schneisingen dringt dumpfer Sound an die Ober­fläche. Je tiefer man die Treppen hinuntersteigt, desto deutlicher wird die Melodie: «Alperose – chöme mer i Sinn», schmettert Heather Brewer (46) ins Mikrofon. Drummer Pitsch Frei (42) und Gitarrist Martin Inderkum (50) stimmen in den Refrain ein. Der Partyklassiker von Polo Hofer und der Schmetterband ist fix im Repertoire der Rockabilly-Band «Höudi» & the Funfair Dudez», frei übersetzt: Hildi und die Chilbi-Kerle. Die Band – drei von vier Mitgliedern leben in Ehrendingen – übt hier jeden Mittwochabend im Bandraum. «Wir sind eine Partyband», erklärt Heather später: «Und wir machen richtig Stimmung.»

Doch «Höudi» ist kein Hildi, sondern stammt aus Kalifornien – und ihr Schweizerdeutsch ist mit einem starken, aber charmanten US-Akzent gefärbt. «Ich kann meinen Namen nicht mal richtig aussprechen, ich sage ‹Hoidi›», lacht Brewer: «Dabei bin ich schon elf Jahre hier.» Damals kam sie der Liebe wegen in die Schweiz. «Aber Schweizerdeutsch ist immer noch sehr schwierig für mich, vor allem der Song ‹Hemmige› ist wegen der Lyrics eine riesige Herausforderung», erklärt Brewer. Ihre Bandkollegen hätten sie aber sehr viel gelehrt, lobt sie: «Es ist seither massiv besser geworden!»


Profis mit Anfängern
Im Oktober 2015 hat sie gemeinsam mit ihrer Ehefrau die Musikschule Rockstar Music in Ehrendingen gegründet. Ihre Bandkollegen bewundern das Multitalent, das nicht nur eine einzigartige Stimme hat, sondern auch Schlagzeug, Gitarre und Bass beherrscht. «Heather und Bassist Christian sind die Vollprofis bei uns», sagen Martin Inderkum und Pitsch Frei. Die beiden kennen sich aus der Rockabilly-Szene und spielen gemeinsam bei den Gipsbachschluderi. «‹HFFD› ist ein Corona-Projekt», erzählt der Urner Inderkum. Er reist jede Woche eigens für die Probe aus Intschi bei Gurtnellen an. Während des Lockdowns hatte der freischaffende Künstler (tikigarage.ch) die Idee, gemeinsam mit Sachbearbeiter Frei eine Band zu gründen.

Das Besondere daran: Gitarrist Inderkum hat vorher noch nie Gitarre gespielt, und auch Drummer Frei sass zuvor noch nie an einem Schlagzeug.

Eine verrückte Idee? Wer die zwei Jahre alte Band bei der Probe hört, ist überrascht: Powerfrau «Höudi» legt mit ihren «Dudes» eine derart mitreissende Bühnenperformance hin, dass mögliche Misstöne elegant überhört werden können. «Wir sind sicher nicht perfekt, aber wir haben Spass und investieren sehr viel Zeit in die Musik», erklärt Pitsch Frei. Die beiden Hobbymusiker schätzen die professionellen Inputs von Heather, die nach einigen Monaten zur Band stiess, sowie von Bassist Christian Nöthiger, der seit einem halben Jahr dabei ist. «Und ihr Jungs habt mich daran erinnert, dass Musik auch Fun ist», entgegnet Höudi: «Als Profimusikerin habe ich jahrelang nur nach Perfektion gestrebt.»

Dass sie jemals mit ihrer Musik aus ihrem Bandraum herauskämen, das hätten sie am Anfang nie geglaubt, so Pitsch Frei. Doch mittlerweile ist «HFFD» eine gefragte Partyband. «Allein dieses Jahr haben wir dreizehn Gigs – von Rheinfelden über Frauenfeld bis nach Davos», sagt Frei, der für das Booking der Auftritte zuständig ist.

Repertoire für Drei-Stunden-Gig
Der nächste Auftritt ist vor heimischem Publikum: Am 31. Juli spielt «HFFD» in Ehrendingen an der Warm­Up-Party des Turnvereins zum 1. August – mit rund siebzehn Covers und acht eigenen Songs. Drei davon sind auf den gängigen Streaming-Plattformen zu finden. Geplant sind drei Sets à je 45 bis 50 Minuten. «Wir mussten deshalb in den letzten drei Monaten ein Repertoire für drei Stunden einüben», so Frei. Darunter sind Mundart-Hits wie «Giggerig» (Polo Hofer) oder «Ewigi Liebi» (Mash). «Für uns ist am wichtigsten, dass wir Musik für die Leute spielen und dass sie gut tanzbar ist», betonen die Bandmitglieder. Und «Höudi» verspricht: «Das wird eine Riesenshow – don’t miss it!»


hffd.ch

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