«Oase – auch fürs Siggenthal»

Vor dem Vernehmlassungs-/Mitwirkungsverfahren des Strassenentwicklungsprojekts Oase will sich die Bevölkerung Gehör verschaffen.

«Gegen die Benachteiligung des Siggenthals»: v.l. Heinz Boller, Marie-Louise Nussbaumer, Nico Lalli, Hermann Merwar, Regula Arrigoni, Tomas Nezel, Kurt Gantenbein, Hans Killer. Es fehlen: Eugen Frunz, Urs Müller, Friedrich Wollmann. (Bild: zVg)

von
Stefan Haller

05. September 2019
09:30

Der Kanton plant mit dem Strassenentwicklungsprojekt Oase unter anderem die Verkehrszukunft im Grossraum Baden. «Entgegen den Versprechungen der Regierung zeichnet sich aber ab, dass das vorgesehene Projekt den Nutzen vor allem dem Zentrum Badens zukommen, die Lasten hingegen einseitig von der Bevölkerung im Siggenthal zu tragen sind», schreibt die neu gegründete überparteiliche Arbeitsgruppe «Oase auch fürs Siggenthal». Die Gemeinden, Parteien und die Bevölkerung im Siggenthal fordern eine Entlastung des Siggenthals vom Durchgangsverkehr. Oase müsse die Verkehrssituation für alle Betroffenen verbessern oder gehöre abgelehnt, so die Arbeitsgruppe.

 

«Anliegen nicht erfüllt»

Die Anliegen und Erwartungen von Obersiggenthal seien in keiner Weise erfüllt worden, betont die Arbeitsgruppe. Ihre Forderung: «Eine einseitige Entlastung der Stadt Baden erfüllt die Ansprüche an ein regionales Verkehrskonzept nicht. Auch die Nachbargemeinden müssen vom Verkehr entlastet werden. Die skizzierten Lösungen überzeugen in keiner Weise. Das Projekt ist unfertig und ignoriert die Anliegen des Siggenthals. Die vorliegende Planung ist daher inakzeptabel und muss in wesentlichen Teilen massiv verbessert werden.» Weiter ist die Arbeitsgruppe überzeugt, «dass das Projekt nicht in einem breiten Konsens mit den betroffenen Gemeinden erarbeitet worden sei. Die aktuellen Resultate würden aufzeigen, dass die Ziele des Kantons und jene der Gemeinden – insbesondere diejenigen des Siggenthals – meilenweit auseinanderliegen.

Deshalb sei auch klar, dass das Projekt Oase auf keinen Fall so weit fortgeschritten sei, dass eine Festsetzung im Richtplan ins Auge gefasst werden könne. Eine wirksame Entlastung des Siggenthals wäre nach Meinung der Arbeitsgruppenmitglieder eine Grundvoraussetzung dafür.  

 

«Viel Unmut in der Bevölkerung»

Diese Situation und die inakzeptable Informationspolitik der Baudirektion würden dazu führen, «dass in der Bevölkerung sehr viel Unmut und Unverständnis anwachse», heisst es in der Pressemitteilung. Und weiter: «Die Befürchtungen mehren sich, dass das Siggenthal im Rahmen eines kantonalen Strassenbauprojekts einmal mehr – wie bereits beim Bau der Siggenthaler Brücke – benachteiligt und mit Versprechen abgespeist wird, die später nicht erfüllt werden.»

Die überparteiliche Arbeitsgruppe will der Bevölkerung des Siggenthals eine Stimme geben. Sie fungiert als deren Ansprechpartner, verbreitet Informationen über das Projekt und nimmt die Sorgen und Befürchtungen der Mitbürgerinnen und Mitbürger auf. Ihre Standpunkte und Fragen will sie mit Vehemenz auf allen Ebenen in den politischen Prozess einbringen, mit dem Zweck, das aktuelle für das Siggenthal nachteilige Projekt zu verhindern. Die Gruppe besteht aus Vertretern aller Parteien (BDP, CVP, EVP, FDP, GLP, Grüne, SP, SVP) und weiteren parteilosen Fachkräften.

Die Arbeitsgruppe begrüsst «ein zukunftsorientiertes Verkehrskonzept für den östlichen Aargau, das die Mobilität aller Verkehrsträger siedlungsverträglich und langfristig sicherstellt» und will sich der «Benachteiligung des Siggenthals entgegenstemmen».

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