Offene Kommunikation kam gut an

Nach dem Ja zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrags hat die Gemeindeversammlung nun weitere Mittel in der Höhe von 27 000 Franken gesprochen.

Flankiert von Vizeammann Astrid Barben und Gemeindeammann Adrian Schoop, wurden die Gemeinderäte Markus Wälty, Daniel Freitag und Daniel Lienammer verabschiedet. (Bild: pg)

24. November 2021
20:27

Gemeindeammann Adrian Schoop konnte in der Mehrzweckhalle Gut 61 der 1505 Stimmberechtigten sowie zahlreiche Verwaltungsmitarbeitende begrüssen. Kernthemen der Gemeindeversammlung von Turgi waren die mögliche Gemeindefusion mit der Stadt Baden und das Budget 2022. Nachdem sich die Wogen nach der Kündigungswelle an der Primarschule Turgi geglättet haben, bestand trotzdem Informationsbedarf. Ein Stimmbürger wollte diese Informationen gleich zu Beginn der Versammlung und beantragte eine Änderung der Traktandenliste, welche jedoch mit 29 zu 17 Stimmen abgelehnt wurde.


Mehrkosten für Kommunikation
Nachdem die Bevölkerung von Turgi im Juni 2021 der Ausarbeitung des Fusionsvertrags zugestimmt hat, sollen nun in einer bis November 2022 ausgelegten zweiten Phase weitere Themenbereiche wie Freizeit, Vereine, Kultur, Jugend und Alter unter Ein­bezug von Vertretungen verschiedener Interessengruppen bearbeitet werden.

Wegen der Corona-­Situation war ein direkter Einbezug der Bevölkerung nicht möglich, und deshalb mussten nicht vorgesehene, kost­spielige digitale Kommunikations­mittel eingesetzt werden. Dadurch fielen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit Mehrkosten an. Dies führte dazu, dass vom dafür eingesetzten Kreditbeitrag nur noch rund 5000 Franken zur Verfügung stehen.

Der nun notwendige Kredit von 13 500 Franken für die Öffentlichkeitsarbeit und der ebenfalls mit 13 500 Franken beantragte Kredit für die Umsetzungsarbeiten wurden durch Adrian Schoop eingehend erläutert und in der Folge grossmehrheitlich genehmigt.

Das Budget 2022 sieht bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 113 Prozent einen Ertragsüberschuss von rund 3,233 Millionen Franken vor. Dabei, so Schoop, gelte es zu beachten, dass rund 4,7 Millionen Franken den Aufwertungsreserven entnommen werden. Das betriebliche Defizit beläuft sich auf rund 1,85 Millionen Franken und wird unter anderem durch einmalige ICT-Aufwände an der Schule sowie durch ausserordentliche Abschreibungen und zahlreiche Sanierungs- sowie Unterhaltsarbeiten ausgelöst. Aufgrund der guten Ergebnisse der vergangenen Jahre kann Turgi dies gut verkraften.

Der aus der Versammlungsmitte eingebrachte Vorwurf, der Gemeinderat habe mangels Einflussnahme die erheblichen Mehrkosten des IT-Aufwandes an der Schule verursacht, konnte durch den Gemeindeammann glaubhaft entkräftet werden.

Emanuel Ritzmann, Präsident der Finanzkommission und neu gewähltes Exekutivmitglied, stellte in seinen Ausführungen fest, dass sich der Gemeinderat im laufenden Jahr wiederum intensiv mit der herausfordernden finanziellen Situation der Gemeinde auseinandergesetzt habe und Wünschbares von Notwendigem getrennt habe. Das Budget 2022 wurde bei gleichbleibendem Steuerfuss einstimmig genehmigt.


Fachausschuss zeigt Wirkung
Nach dem Exodus von zahlreichen Lehrpersonen und der Auflösung der Schulpflege übernahm der Gemeinderat die Aufgaben und Kompetenzen der Schulpflege und hat in der Folge zur Klärung und Bereinigung der ­Situation eine Fachgruppe mit den schulischen Geschäften betraut. Dieser gehören nebst Vizeammann Astrid Barben der ehemalige Geschäftsführer der Schule Baden, Alex Grauwiler, sowie die langjährige Schulleiterin und Vizepräsidentin VSLCH (Verband Schulleiter Schweiz), Lisa Lehner, an. Beide waren anwesend und informierten bereitwillig über das Erreichte und die noch ausstehenden Aufgaben. Erfreulicherweise ist es – nicht zuletzt dank dem Engagement von Astrid Barben – gelungen, Vakanzen zu besetzen. Grauwiler verwies auf die Defizite im IT-Bereich und bekräftigte die zwingende, offene Information – auch gegenüber der Bevölkerung.

Mittlerweile ist es gelungen, mit Julia Embacher die Stelle der neuen Schulleiterin für den Kindergarten und die Primarschule zu besetzen. Mit dem richtigen Einsatz der Kräfte können die Kinder auch an der Schule Turgi gefördert werden.

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