Petition gegen den Verkauf von Brunnenmühle lanciert

Der Verkauf der Brunnenmühle gibt zu reden. Was dem Stadtrat genehm scheint, stösst anderen sauer auf. Zum Beispiel Einwohnerrat Reto Bertschi.

Der Stadtrat will die geschichtsträchtige Brunnenmühle verkaufen
Die Brunnenmühle ist für viele Bruggerinnen und Brugger mit Kindheitserinnerungen und Emotionen behaftet (Bild: sha)

von
Annegret Ruoff

10. April 2019
13:55

Nun regt sich Widerstand gegen den Verkauf der Brunnenmühle. Wie der General-Anzeiger in seiner Ausgabe vom 28. März berichtete, will die Stadt Brugg die Liegenschaft veräussern. Auf dem Immobilienportal der Firma Aarbrugg ist das Gebäude mit insgesamt sieben Wohnungen und zusätzlicher Scheune derzeit für zwei Millionen zum Verkauf ausgeschrieben. Auch Einwohnerrat Reto Bertschi (SP) hat aus den Medien vom Verkauf erfahren. Und war damit gar nicht einverstanden. 

 

Schauspiel an den Ufern der Aare

Um ein Zeichen gegen die Veräusserung zu setzen, hat Reto Bertschi auf dem Portal «Petitio» eine entsprechende Petition errichtet. «Die Stadt Brugg will eine historisch wertvolle Liegenschaft und damit ein Wahrzeichen der Stadt aus der Hand geben», empört sich Bertschi. Das dürfe nicht sein. «Die Brunnenmühle ist ein Publikumsmagnet», sagt der Einwohnerrat. Als dieses dürfe sie nicht verändert werden oder gar verschwinden. «Jedes Brugger Kind hat bestimmt schon mehrere Male das riesige Mühlerad bestaunt», gibt Reto Bertschi zu bedenken. Und fordert die Bevölkerung unter «Petitio» auf: «Lassen wir auch zukünftige Generationen dieses Schauspiel an den Ufern der Aare geniessen!»

Reto Bertschi schlägt der Stadt Brugg vor, von den aktuellen Verkaufsplänen Abstand zu nehmen sowie die Brunnenmühle zu erhalten und, soweit nötig, zu sanieren. Er sei der Meinung, die Stadt solle günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen, um die soziale Durchmischung der Gesellschaft zu erhalten und zu fördern, so Bertschi. Vorstellen kann er sich zum Beispiel studentisches Wohnen. «Dies kann zur Belebung von Altstadt und Neumarkt beitragen», sagt er. So könnten auch die ansässigen Geschäfte, Läden und Restaurantbetriebe profitieren. Als weitere Ideen für die Nutzung des grossen Gebäudes nennt Bertschi den Gebrauch der Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen oder gemeinnützige Zwecke. «Konkret könnte die Scheune für einen neuen Kindergarten genutzt werden», so der Co-Stellenleiter der KESD Baden. 

 

Petition soll Verkauf stoppen

Um seinen Unmut kundzutun, hat Reto Bertschi die Lancierung einer Petition gewählt. Ein Vorgehen, das auf den ersten Blick erstaunen mag, zumal Bertschi im Brugger Einwohnerrat sitzt. Weil politische Vorstösse dort aber an vorgegebene Zeiten und Eingabetermine gebunden und somit nicht zeitnah möglich seien, habe er in der Lancierung einer Petition eine sinnvolle Möglichkeit zur Intervention gesehen, erklärt er. Bertschi hofft, dass die Verkaufspläne noch gestoppt werden können. «So könnten weitere Abklärungen zu einer zukünftigen Nutzung vorangetrieben und eine aktive Immobilienstrategie erarbeitet werden», ist er überzeugt. Dass er mit seiner Meinung nicht alleine ist, zeigt ein Blick auf das Portal petitio.ch. Bei Redaktionsschluss wurde Bertschis Petition dort bereits von 99 registrierten Personen unterstützt.

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