Podium mit Nationalratskandidaten zu den eidgenössischen Wahlen

Am parteiübergreifenden Podium des Jugend­parlaments Aargau im BWZ Brugg standen aktuelle Fragen im Vordergrund.

Lebhafte Diskussion: Peter Haudenschild, Sandro Wächter, Titus Meier, Moderator Mario Gutknecht, Martin Brügger und Richard Fischer (von links) (Bild: mw)

von
Max Weyermann

03. Oktober 2019
09:00

Nach der Begrüssung durch Jugendparlaments-Präsident Samuel Hasler nahmen die Brugger Kandidaten Martin Brügger (SP), Richard Fischer (unabhängige Gruppierung «DU Aargau»), Peter Haudenschild (Seniorenliste Team 65+) und Titus Meier (FDP) sowie der im künftigen Brugger Ortsteil Schinznach-Bad wohnende Sand­ro Wächter (Junge SVP) unter der Moderation von SRF-Redaktor Mario Gutknecht Stellung zu den Themen Umweltpolitik, Wirtschaftsstandort Schweiz und Beziehung Schweiz–EU.

Die Podiumsteilnehmer waren sich darin einig, dass die Schweiz in Sachen Umweltschutz eine führende Rolle einnehmen soll. Sandro Wächter sieht die Basis dafür auf der Basis von Eigenverantwortung der Bürger, auch Peter Haudenschild plädiert für den Erhalt der Freiheit, allerdings mit Überwälzung der individuell für die Gesellschaft entstehenden Kosten auf diejenigen Menschen, die mehr Ressourcen in Anspruch nehmen. Richard Fischer setzt vor allem auf rigorosere Vorschriften und Innovationen im Energiesektor. Titus Meier vertritt die Ansicht, dass die effiziente Umstellung in diesem Bereich (unter anderem mit Abkehr vom Erdöl) wohl innert etwa zwei Jahrzehnten zu schaffen sein könnte. Martin Brügger hält fest, dass Energie zu günstig sei, was nach seiner Meinung mit Lenkungs­abgaben korrigiert werden sollte. Als wichtig wurde auch die Bildung und damit die Aufgabe der Schule im Bereich der Umweltfragen erachtet. 

Es ist gemäss dem Podium klar, dass Wirtschaftspolitik und Arbeits­bedingungen unter anderem eng mit der Umwelt zusammenhängen. Immer mehr behördliche und gesetzliche Regulierungen mit höheren administrativen und damit zeitlichen Beanspruchungen wirken sich jedoch zum Teil hemmend auf die unternehmerische Tätigkeit aus. Die Podiumsteilnehmer sprachen sich für ein qualitatives Wachstum anstatt eines absoluten, möglichst hochgesteckten Wachstums aus. Der Staat sollte sich auf das nötige Minimum an bürokratischen Vorgaben beschränken, um eine gewisse Flexibilität im Handeln und damit aussichtsreichere Erfolgschancen (auch für Start-ups) zu ermöglichen.

In der Beziehung Schweiz-EU wäre eine offene Aussenpolitik mit Erhalt der Eigenständigkeit wünschbar, aber angesichts der Brüsseler Machtposition herrscht aktuell eine Blockade. Da wichtige Fragen nicht geklärt sind, wird das Rahmenabkommen in seiner heutigen Vorlage von breiten Kreisen abgelehnt. Allerdings wurde auf die enge wirtschaftliche Verflechtung hingewiesen. So verdient die Schweiz jeden zweiten Franken im Handel mit der EU, ist aber auch einer ihrer besten Kunden. Gemäss der allgemeinen Einschätzung müssten diverse Schwachpunk­te wie Lohnschutz/flankierende Massnahmen und Unionsbürgerschaft geklärt werden, was vom Bundesrat ein selbstbewussteres Auftreten in den weiteren Verhandlungen erfordere.  

Einzig Peter Haudenschild sprach sich für einen Versuch mit dem Rahmenabkommen aus, indem er monierte, dieses könnte ja nach vier Jahren wieder gekündigt werden.

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