Podium zeigte Divergenzen auf

An einer überparteilichen Veranstaltung präsentierten sich dem Publikum in Birr die vier aussichtsreichsten Aargauer Ständeratskandidaten.

Moderator Reto Brennwald (Mitte) im Podiumsgespräch mit Marianne Binder-Keller, Cédric Wermuth, Thierry Burkart und Hansjörg Knecht (von links). (Bild: mw)

von
Max Weyermann

09. September 2019
17:00

Seitens der SVP Aargau waren nebst Präsident und Nationalrat Thomas Burgherr auch Regierungsratskandidat Jean-Pierre Gallati und zusätzlich weitere Vertreter aus der kantonalen Politik anwesend. Nach der Begrüs­sung durch Doris Iten, Grossrätin und Präsidentin der SVP Birr, betonte Thomas Burgherr, die für Unabhängigkeit und Freiheit unseres Landes kämpfende Partei sei im Volk stark verankert. Der hohe Wähleranteil im Aargau stelle eine wichtige Motivation für den Einsatz für den Erhalt der direkten Demokratie dar. Vehement sprach er sich denn auch gegen die Unterzeichnung des Rahmenvertrages mit der Europäischen Union aus.  

 

Bereit für den Ständerat

Den Fragen des bekannten Fernsehmoderators Reto Brennwald stellten sich anschliessend die seit einigen Jahren im Bundesparlament wirkenden Nationalräte Hansjörg Knecht (SVP), Thierry Burkart (FDP) und Cédric Wermuth (SP) sowie Marianne Binder-Keller (CVP), Grossrätin und Präsidentin der CVP Aargau. Sie alle rechnen sich für die Ständeratswahlen Chancen aus. Die von ihnen vertretenen Ansichten zu den von Moderator Reto Brennwald angeschnittenen Themen zeigten erhebliche Divergenzen zwischen den bürgerlichen Kandidaten und Linkspolitiker Cédric Wermuth, der einige Kritik einstecken musste. In Sachen Klimapolitik (Energiewende) ist er der Ansicht, dass die hochgesteckten Ziele bis zum Jahr 2050 zu schaffen sind, während etwa Unternehmer Hansjörg Knecht in Sachen Versorgungssicherheit mit einem Fiasko bei der Umsetzung mit fragwürdigen Stromimporten aus dem Ausland rechnet. Einig war man sich hingegen, dass die Wirtschaft liberalere Rahmenbedingungen mit weniger Regulierungsdichte benötigt, um im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Eindringlich für den Rahmenvertrag mit der EU sprach sich Marianne Binder mit der Warnung aus, dass die Bilateralen Abkommen für die Schweiz lebenswichtig seien. Hansjörg Knecht und Thierry Burkart setzen sich ebenfalls für ein stabiles Verhältnis Schweiz-EU auf Augenhöhe ein, was auch Nachverhandlungen einschliesst. Die SVP sieht eine Kündigung der Bilateralen Verträge als allfälliges letztes Mittel. 

 

Lebhafte Diskussion

Die Fragerunde mit dem Publikum drehte sich um den Existenzkampf vieler KMU, die mit der Überregulierung und zu stark belastenden Administrationsaufgaben überfordert sind. Ein Votant warf den Politikern vor, jeweils ihre im Wahlkampf gegebenen Versprechen nach den Wahlen wieder zu vergessen. Auseinander gingen die Ansichten beim Thema Frauenquote. Einzelne Stimmen bezeichneten eine solche Regelung als gerechtfertigt, andere hingegen monierten, sie sei ungerecht und könne allenfalls verhindern, dass die besten Kräfte zum Zuge kämen. 

 

Rücktritte stehen bevor

Zum Schluss des offiziellen Teils des Abends informierte Doris Iten darüber, dass sie auf die nächste GV vom März 2020 hin als Präsidentin der SVP-Ortspartei Birr demissionieren werde. Aus dem Vorstand verabschiedet sich auf dieses Datum hin auch Vizepräsident Robert Surber. Den Ausklang der Veranstaltung bildeten ein Auftritt der Live-Band «Sand or Rose» und der Barbetrieb mit Open End.

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